Glaube und Handeln: Teil 1*

Bismillahi Ar-Rahman Ar-Rahim

 Glaube und Handeln

 „Glauben wohl die Menschen genug getan zu haben, wenn sie sagen „Wir glauben“ ohne Beweise davon gebracht zu haben?“ (Sura 29 Ayat 3-4)

 Allahs Gesandter hat gesagt: „Allah blickt nicht auf eure äußere Erscheinung oder auf euren Reichtum, sondern er blickt auf eure Herzen und eure Taten.“ (Hadith)

In dem folgendem Vortrag geht es um das praktische Leben (erleben) des Glaubens. Es geht darum ,wie man seinen Islam verwirklichen kann bzw. wie man ihn verwirklichen sollte.

Der Islam beginnt für jeden einzelnen mit dem Sprechen der Schahada, also dem Glaubensbekenntnis.:

Asch-hadu an- la illaha illallah, wa asch-hadu anna Muhammadahn abduhu wa rasurluhu

Das bedeutet:

Ich bezeuge  dass es keinen Gott außer Allah gibt und ich bezeuge dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.

Das Wort geht in diesem Fall also der Tat voran. Doch bei vielen Muslimen bleibt es bei dem Wort und es folgt kein aktives Handeln. Genau dieses ist falsch, denn ein Gläubiger muss sich von einem Ungläubigen unterscheiden. Wenn die Gläubigen genauso leben wie die Nichtgläubigen, gibt es jedoch keinen Unterschied und was nützt es einem dann noch, wenn man sich einen Muslim nennt, aber sich nicht dementsprechend benimmt? Mit dem sprechen der Schahada stellt man sein Leben in den Dienst Allahs und man geht mit ihm einen Vertrag ein.

Wenn man in diesem Leben einen Vertrag zum Beispiel mit einem Menschen eingeht, so muss man sich daran halten, denn man hat nun unterschrieben. Hält man sich nicht daran, so ist dies Vertragsbruch und Betrug. Der Geschädigte hätte nun das Recht, den Vertragsbrecher zu verklagen und sich seinen Anteil zu holen, um den er betrogen wurde. Also muss man hier auf der Erde sehr vorsichtig sein, wenn man etwas unterschreibt, da man bei Nichteinhaltung der Pflichten mit schlimmer Bestrafung rechnen muss. Was ist aber nun, wenn man einen Vertrag mit Allah, dem Allmächtigem, dem Schöpfer allen seins, dem Allwissenden und Großartigen, eingeht? Wenn sogar die Menschen sich gegenseitig bestrafen, was ist dann erst mit Allah, wenn man den Vertrag mit IHM  nicht einhält? Beim Sprechen der Schahada unterschreibt man sozusagen mit seinem Leben. Man geht den Bund seines Lebens ein. Man macht das großartigste und wichtigste, was man jemals in seinem Leben hätte tun können. Mit dem sprechen der Schahada bekennt man sich zu seinem Glauben und man bezeugt die Liebe zu Allah und Seinem Gesandten.

Doch anders als bei den Menschen ist dieser Vertrag natürlich schon, da Allah Seine Geschöpfe sehr gut kennt und ER der Allerbarmer ist. Man sollte daher keine Angst haben, das Glaubenbekenntnis zu sprechen. Angst in dem Sinne, dass man vielleicht befürchtet, den Vertrag mit Allah nicht einhalten zu können. Diese Angst ist völlig unbegründet, da Allah versprochen hat, dass jeder der die Schahada gesprochen hat, in das Paradies eingehen wird. Und das jeder, der auch nur ein Atom Glauben in sich trägt, in das Paradies eingehen wird. Die Schahada ist einfach gesprochen, der Schlüssel zum Paradies.

Allahs Gesandter hat gesagt: Wer im Bewusstsein stirbt, dass es keine Gottheit außer Allah gibt, betritt das Paradies. (Hadith)

Die Strafe gibt es jedoch trotzdem. Dies bedeutet, dass ein Gläubiger, welcher an Allah glaubt, er aber Sünden begangen und diese nicht bereut hat, in der Gefahr ist, für diese Sünden bestraft zu werden. Denn Allahs Bedingung für Vergebung ist die Reue. Die Strafe kann solcherart sein, dass man schon im Diesseits bestraft wird, also dass Dinge geschehen,welche Sünden tilgen.Oder aber man wird im Grabe durch Peinigung bestraft. Dies ist eine schlimme Sache. Schlimmer jedoch ist es, wenn man für einige Jahre in die Hölle verbannt wird. Beispielsweise für das Unterlassen des Gebetes. Kein Mensch weiß, wie viele Jahre diese Strafe andauern wird, bevor Allah SEIN Versprechen einlöst, und man das Paradies betreten darf. All dies kann man verhindern, indem man zu Lebzeiten bereut, von der Sünde Abstand nimmt und sich bessert. Sobald man sich Allah zuwendet, so wendet Allah SICH ebenfalls zu einem zu und SEINE Barmherzigkeit ist größer als SEIN Zorn.

Kein Mensch weiß, wann der Zeitpunkt des eigenen Todes sein wird. Es besteht die Möglichkeit, dass man noch sehr viele Jahre leben wird. Genauso besteht aber auch die Möglichkeit, dass es einen schon in den nächsten Stunden treffen kann. Doch was dann? Was geschieht mit einem, wenn man stirbt, ohne Gott seinen Glauben bezeugt zu haben? Was geschieht, wenn man gar als Ungläubiger stirbt? Wenn man sein ganzes Leben mit Nichtigkeiten vertan hat, und keinen einziges Gedanken Allah, dem Schöpfer allen Seins, gewidmet hat?

Wenn man erkannt hat, dass es einen Schöpfer gibt, und der Glaube in einem selbst wächst, wenn man erkannt hat, dass der Islam für einen selbst das richtige ist, und wenn man sich im Islam wohl fühlt, so soll man keine Sekunde warten und auch niemals zögern, zum Islam überzutreten. Selbst dann, wenn man nur den „Verdacht“ hat, dass der Islam das Richtige sein „könnte“, so soll man sein Wissen hinsichtlich des Islams so viel wie möglich erweitern, und nach der Wahrheit forschen und suchen. Selbst dann, wenn man befürchtet, dass man die Gebote Allahs vielleicht nicht von Anbeginn erfüllen kann. Denn es ist immer noch besser, man stirbt als reuiger Sünder, aber aus tiefstem Herzen gläubig, anstatt als Ungläubiger. Wie schon gerade erwähnt: Man weiß nie im Voraus, wann der Zeitpunkt des Todes kommen wird. Allah ist der Allerbarmer, der Barmherzige. Er vergibt was Er will und wem Er will, solange Sein Diener bereut. Einmal abgesehen davon, dass ein Mensch der zum Islam übertritt, sowieso einen Neuanfang vor Allah beginnt. In dem Moment, indem er aus tiefstem Herzen das Glaubensbekenntnis (Schahada) spricht, werden ihm oder ihr alle vorherigen Sünden vergeben, da man sie in Unwissenheit tat. Unwissenheit in der Hinsicht, als das man keinerlei Wissen über die Göttlichen Gebote hatte. Das Leben beginnt dann von neuem (symbolisch), gerade so, wie bei einem neugeborenem Baby, welches auch frei von Sünden ist.

 Anas, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagen: „>Allah der Hocherhabene sprach: > O Sohn Adams, solange du mich anrufst und anflehst, vergebe ich dir, was du begangen hast, ohne dass ich vor etwas scheue.

O Sohn Adams, wenn auch deine Sünden so viel wie die Himmelshöhe wären, und du Mich um Vergebung bittest, so werde ich dir vergeben.O Sohn Adams, wenn du zu Mir vollbeladen mit Sünden gleich der ganzen Erde kämst, und Mir keinen anderen beigesellst, komme Ich dir vollbeladen mit Vergebung gleich der ganzen Erde entgegen.>>“ (Hadith)

Das heißt aber nicht, dass man tun und lassen kann, was man will, denn wenn das so wäre, dann hätte Allah nicht die Propheten auf die Erde niederschicken brauchen, damit sie den Menschen die Rechtleitung und die Gebote übermitteln. Dann hätte Allah zu den Menschen sprechen können: „Tut was ihr wollt, solange ihr nur an mich glaubt.“ Aber Gott vergib, das hat ER, gedankt sei Gott, nicht getan. Denn Allah kennt Seine Schöpfung sehr gut.Jeder kann von sich selbst behaupten, er wäre ein guter Mensch. Aber dass kann er nur aus seiner eigenen (subjektiven) Sicht behaupten. Unsere Mitmenschen denken vielleicht völlig anders über uns, als wir selbst es tun. Die Meinung die man von sich selber hat, kann also niemals objektiv sein, sondern immer nur subjektiv. Der Einzige der den Menschen objektiv betrachten wird (und auch kann) ist Allah. Und die einzige Meinung die einen Muslim interessieren sollte, ist die Meinung die Allah von einem hat.Und Allah betrachtet denjenigen als gut und gläubig, der den Geboten Allahs folgt. Der die Gesetze die ER in Seiner Weisheit für die Menschen gesandt hat, einhält.

Allah stellt sich einen guten Diener wie folgt vor:

Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz –obwohl man ihn liebt- der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet; und diejenigen, die ihre Verpflichtung einhalten, wenn sie eine eingegangen sind, und diejenigen, die standhaft bleiben in Not, Leid und in Kriegszeiten, das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen. (Sura 2 (Die Kuh); Aya 177)

Allah wusste von Anbeginn, dass die Menschen ohne die Rechtleitung Allahs verloren wären. Er wusste von Anfang an, dass sie Hilfe benötigen würden, den richtigen Weg zu finden, und dass sie Hilfe benötigen würden, um Allah als Schöpfer zu erkennen. Aus diesem Grunde sandte er die Propheten, und als Siegel der Propheten, also zum krönenden Abschluss, sandte ER den Gesandten Gottes, den Propheten Mohammed (s.a.s.). Und dieser zeigte den Menschen auf die beste Art, wie man Gott am besten dienen kann.

Jemand, der sagt: „ Ach ich tue was ich will, da ich ja die Schahada gesprochen habe, und darum komme ich irgendwann in das Paradies, egal wie schlimm die Sünde ist.“ , der irrt sich gewaltig und ist auf dem falschen Weg. Denn jemand der so redet ist hochmütig und eingebildet, er versucht Allah zu überlisten, doch in Wirklichkeit legt er nur sich selber herein und macht sich falsche Hoffnungen. Denn Stolz und Hochmut sind die Zeichen des Heuchlers. Ein solcher Mensch glaubt nicht aus tiefstem Herzen. Allahs Versprechen gilt aber nur an all jene Menschen, die aus tiefstem Herzen glauben.

Würde man den Geboten Allahs nicht folgen, so bedeutete dies, dass man Allah ungehorsam ist, und dass man nicht gewillt ist, Allahs Diener zu sein. Ein Mensch der beispielsweise behauptet, dass es vollkommen ausreicht, ein guter Mensch zu sein und an Gott zu glauben um in das Paradies zu gelangen, jedoch ohne das einhalten der Gebote, der ist auf dem Irrweg. Es reicht ganz gewiss nicht, ein guter Mensch zu sein. Soll denn derjenige, der sich täglich im Gebet vor Allah niederwirft, regelmäßig spendet und gute Taten verrichtet, demjenigen gleich sein, der die Gebote Gottes mit den Füßen tritt, also ablehnt? Ganz gewiss nicht. Zwischen diesen beiden Typen von Mensch herrscht ein großer Unterschied. Der eine ist Gottergeben, also Muslim, und der andere ist stolz und gleichgültig. Letzterer wird sein Paradies auf Erden haben, aber nicht mehr im Jenseits. Der Muslim aber wird in das Paradies eintreten, aufgrund dessen, dass er hier auf der Erde bedingungslos und aus tiefstem Herzen Gott gedient hat, und für ihn alles in seiner Macht stehende getan hat, um Allah zu gefallen. Auch dann, wenn es ihm Opfer abverlangte.

Mit dem sprechen der Schahada wird man also Muslim. Als Muslim hat man dann  gewisse Pflichten die man als Gläubiger erfüllen muss. Diese Pflichten werden durch die „ Fünf Säulen des Islam „ dargestellt.

Die „ Fünf Säulen des Islam „ sind die Grundpfeiler des Glaubens. Das Fundament, auf dem der Glaube eines jeden einzelnen Muslims aufgebaut ist. Jeder Mensch, der sich einen Muslim nennt, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität, muss dieses Fundament anerkennen, daran glauben und es erfüllen. Die „ Fünf Säulen des Islam „ sind die folgenden Dinge:

Das Sprechen des Glaubensbekenntnisses (Schahada)

Das verrichten der täglichen fünf Gebete

Das Fasten im Monat Ramadan

Das entrichten der Armensteuer (Zakat)

Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch)

Gebote und Verbote

Für jeden Menschen auf dieser Welt, gleich welchen Geschlechts oder Nationalität, sind diese Aufgaben leicht zu bewältigen. Das Sprechen der Schahada beispielsweise ist für jeden Menschen gleichermaßen möglich. Egal auf welchem Teil der Erde. Da der Islam für die gesamte Menschheit erschaffen wurde und nicht nur für ein bestimmtes Volk oder Geschlecht. Jeder Mensch kann Muslim werden, alles was er dazu tun muss ist sein Inneres zu reinigen und sein Herz dem Glauben zu öffnen. Oder nehmen wir zum Beispiel einmal das Gebet. Das tägliche Gebet braucht einen nicht mehr als fünf oder zehn Minuten je Gebet zu kosten. Vorausgesetzt man verrichtet es aus tiefstem Herzen und ehrlich. Selbstverständlich kann man das Gebet beliebig  in die Länge ziehen. Je mehr man betet, desto besser ist es natürlich. Das Pflichtgebet an sich, welches den Muslimen von Allah aufgetragen wird, benötigt jedoch nur einen geringen Zeitaufwand, da Allah es den Menschen leicht und nicht schwer machen möchte. Hätte Allah mehr als diese fünf Gebete von den Menschen verlangt, so wäre es nicht von allen Menschen, z.B. den Schwächeren (körperlich und seelisch), zu schaffen gewesen. Hätte er weniger verlangt, so hätten die Menschen es nicht als wichtig genug empfunden oder sich nicht ausreichend genug an Gott erinnert, denn durch das tägliche Gebet erinnert man sich regelmäßig an Allah, vergisst niemals IHM Dankbarkeit zu erweisen und um Vergebung zu bitten. Man findet, durch Allahs Gnade, den inneren Frieden, den man im stressigen Alltag benötigt. Während des Alltags beschäftigt man sich mit vielen Dingen gleichzeitig, und der Gedanke an Allah geht dabei schnell verloren. Sehr viele Völker sind in der Vergangenheit daran zugrunde gegangen, dass sie Allah vergaßen. Doch einem wirklich gläubigen Muslim wird dieses niemals zustoßen, da er täglich im Gebet steht und ein vertrauliches Gespräch mit Allah führt. Denn nichts anderes ist das Gebet. Niemand auf der Welt wird einen so gut verstehen wie Allah. Ihm können wir unsere geheimsten Wünsche und Gedanken offenbaren, denn er blickt uns direkt ins Herz. So ist das einhalten des Bundes mit Allah also gut für einen selber, und bringt einem nur Segen.

Da Allah es Seinen Dienern leicht und nicht schwer machen will, gibt es natürlich hierbei einige Erleichterungen. Wie z.B. im Monat Ramadan. Kranke und Altersschwache Menschen müssen beispielsweise nicht unbedingt mit fasten, wenn dies ihre Gesundheit akut gefährden würde. Jedoch müssen sie ersatzweise arme Menschen mit Speise versorgen. Schwangere und Stillende Frauen müssen ebenfalls nicht mit fasten. Hier ist es jedoch vorgeschrieben, die Tage die man nicht gefastet hat, nachzuholen. Ebenso bei dem Kranken, sobald es seine Kraft wieder zulässt. Auch bei dem Gebet gibt es Erleichterungen. So darf man sich zum Beispiel auf einen Stuhl setzten, wenn man Probleme beim Beugen hat. Oder wenn man auf Reisen sein sollte, so darf man das Gebet verkürzen bzw. ist es so, dass man dann je zwei Gebete in verkürzter Form zusammenfasst, so dass die Reise nicht zu oft unterbrochen werden muss.

Das Entrichten der Armensteuer (Zakat) ist nur dann vorgeschrieben, wenn man dazu die nötigen finanziellen Mittel hat. Ist dies nicht der Fall, so gehört man zu jenen, die von der Zakat profitieren, d. h. finanziell oder materiell unterstützt werden, um das Überleben zu gewährleisten.

Dasselbe gilt für die Pilgerfahrt. Wenn man nicht über die nötigen Mittel verfügt, die Reise zu bezahlen, so sündigt man nicht, wenn man  diese nicht unternehmen kann. Vielleicht gibt es dann Möglichkeiten, Spendengelder aus islamischen Kassen in Anspruch zu nehmen.

Neben den fünf Säulen des Islam gibt es natürlich Gebote und Verbote. Jeder Mensch der sich Muslim nennt, weiß z. B. dass man kein Schweinefleisch essen darf. Oder dass man keinen Alkohol trinken darf oder dass man keine Unzucht (Zina) machen darf. Oder dass eine Muslima ein Kopftuch tragen und sich, genau wie der Mann auch, anständig und züchtig benehmen soll. Diese Dinge sind im Islam äußerst wichtig, da sich durch das Einhalten dieser Gebote, der Muslim von dem Nichtmuslim unterscheidet. Wenn nun jemand, der sich Muslim nennt, Schweinefleisch isst, Alkohol trinkt und abends in die Disco geht, in welcher man Zina begeht, kann sich dieser Mensch dann noch Muslim nennen? Zumindest ist er nicht genug Muslim, um Allahs Gesetzte anzuerkennen. Und das bedeutet, er trägt nicht genug Glauben in sich. Allah hat verboten, das man sich die Teile in der Religion die man mag herausnimmt, und die Teile in der Religion, die man nicht mag weglässt. Das Thema Kopftuch ist in dieser Hinsicht ein eigenes Thema wert, dennoch ein paar Worte dazu. Das Kopftuch ist im Islam eine absolute Pflicht, denn so steht es im Koran.

O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (dann) erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. (Sura 33; Aya 59)

 

Und sage zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke senken und ihre Scham hüten und nicht ihren Schmuck sichtbar machen, außer was davon außen ist, und sie sollen ihre Kopftücher über ihre Kleidungsausschnitte schlagen, und nicht ihren Schmuck sichtbar machen,-…… ( Sura 24; Aya 31 )

Kein Mensch hat das Recht zu behaupten, es sei keine Pflicht, auch wenn dieses immer wieder gerne getan wird. Viele Damen tragen das Kopftuch nicht, mit den unmöglichsten Ausreden. Zum Beispiel, das man es auf dem Arbeitsplatz oder in der Schule nicht tragen soll. Wenn man eine Arbeit annimmt, in der der Arbeitgeber das Kopftuch verbietet, auch wenn er das rein gesetzlich nicht darf, so lässt man diese Arbeit und sucht sich eine andere. Denn Allah lässt seine Diener niemals im Stich. Die Arbeit, in der man kein Kopftuch tragen darf, ist gegen Allahs Gesetze und bringt einem daher keinen Segen. Man bekommt vielleicht Geld, aber sicherlich auch in irgendeiner anderen Form einen Verlust. Selbst dann, wenn man dies zunächst nicht sofort bemerkt. Eine Frau, die sich nicht traut das Kopftuch anzulegen, ist zum einen noch nicht genug an den Glauben herangetreten, oder sie ist zum anderen noch zu schwach. Sie bekommt möglicherweise auch nicht genug Zuspruch von der Familie oder den Glaubensgeschwistern, und traut sich daher nicht. Aber leben wir hier in einem Land, in dem man getötet wird, wenn man das Tuch anlegt? NEIN! Leben wir in einem Land, in dem man verbannt wird, für das anlegen des Tuches? NEIN! Haben wir Hohn und Spott zu erwarten? JA! Möglicherweise schon, doch wen interessiert das? Sollen wir mehr Angst vor den Menschen, als vor Allah haben? NEIN. Ganz sicher nicht. Vielleicht wird man verspottet, oder verliert einen Freund, aber dafür bekommt man viele  neue Freunde hinzu und das Paradies ist einem als Lohn bestimmt. Die Worte der Menschen sind leichter zu ertragen, als der Zorn Allahs. Diese Worte sind an alle Muslime gerichtet, die mehr Angst vor den Menschen als vor Allah haben.

 Allahs Gesandter hat gesagt: Das Diesseits ist ein Gefängnis für den, der glaubt, und ein Paradies für den, der nicht glaubt. (Hadith)

 Allahs Gesandter hat gesagt: Klug ist, wer sich in der Gewalt hat und auf das hinarbeitet, was nach dem Tode sein wird. Dumm ist, wer seinem (eigenen) Selbst folgt und sich hinsichtlich Allahs falsche Hoffnungen macht. (Hadith)

 Allahs Gesandter hat gesagt: Wer an meiner Sunna (zu einer Zeit) festhält, wenn die Gemeinschaft (der Gläubigen) verdorben ist, dem wird der Lohn von hundert Märtyrern zuteil. (Hadith)

Doch über die Pflichten eines Muslims hinaus kann man versuchen, noch viel mehr Dinge zu tun. Das sind dann die freiwilligen Taten, die man  unternimmt um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, und Allah näher zu sein. Durch die guten Taten bezeugt man die Liebe, die man für Allah empfindet. Wohlgemerkt sollte man gute Werke oder freiwilligen Gottesdienst, in welcher Form auch immer, nur um Allahs Willen und für nichts und niemanden sonst unternehmen. Gute Taten werden hinfällig, wenn man sie begeht, um von den Menschen gesehen oder gelobt zu werden. In diesem Fall hätte man sein Tun für die Menschen und nicht für Allah vollbracht. Zu diesem Punkt gibt es ein sehr kurzes aber deutliches Hadith.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Allah, der Mächtige und Erhabene, nimmt nur solche Taten an, die allein für Ihn und nur um Seines Wohlgefallens willen getan werden.“ (Hadith)

 https://abduomer9.wordpress.com/2006/07/31/glaube-und-handeln-teil-2/

 

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