Glaube und Handeln: Teil 2*

PRÜFUNGEN

Doch bevor ich auf die guten und schlechten Taten eines Menschen eingehe, möchte ich zunächst einmal auf das Thema „Glaube„ (Iman) zu sprechen kommen. Denn es ist der Glaube, der uns zu entsprechenden Handlungen verleitet. An unseren Taten können wir erkennen, wie stark unser Glaube wirklich ist, und in wie weit wir bereit sind Opfer zu bringen.Wenn man die Schahada gesprochen hat, so bezeugt man damit seinen Glauben an den Einen und Alleinigen Gott. Mit dem Glauben an den Einen und Alleinigen Gott geht auch einher, dass man an einen Schöpfer glaubt, welcher alles was man sehen und nicht sehen kann erschaffen hat. Und damit geht einher, dass man an die verborgenen Dinge glaubt, über die der Mensch kein Wissen besitzt. Mit dem sprechen der Schahada geht auch einher, dass man sich bewusst wird, dass man eines Tages vor seinem Schöpfer  stehen wird, um Rechenschaft abzulegen ( Der Jüngste Tag ). Damit geht auch einher, dass man an die Echtheit des Korans glaubt. Sprich, dass der Koran in Wahrhaftigkeit das Wort Allahs ist. Und damit geht einher, dass man sich mit den Verboten und Geboten, welche im Koran enthalten sind, verbunden sieht. All dies und noch viel mehr beinhaltet die Schahada, und das ist wundervoll, da man mit einem einzigen Satz all seine Liebe, all seinen Glauben und all sein Vertrauen in Allah ausdrücken kann!

Allah setzt  seine Diener, sprich die Muslime, oft entsprechenden Prüfungen aus. Jeder Mensch wird früher oder später einmal solchen Prüfungen ausgesetzt, um die Stärke des Glaubens zu testen.

Für jeden können diese Prüfungen anders aussehen, denn jeder hat seine eigenen Empfindungen und reagiert dementsprechend auf andere Dinge als vielleicht sein Bruder im Glauben es tun würde. Geprüft werden wir an unserem Eigentum, an unseren Kindern und z.B. durch Verlust einer nahe stehenden Person. Die angeführten Dinge zählen natürlich zu den „harten“ Prüfungen. Den kleineren Geduldsproben ist doch jeder von uns in seinem Alltag täglich ausgesetzt.

Doch wichtig ist, wie wir uns bei diesen Prüfungen verhalten. Es ist wichtig wie wir handeln.

Immer schon, solange es die Menschen gibt, prüfte Allah seine Diener. Prüfungen sind für einen Muslim ideal sich in Geduld und Glaube zu üben. Wenn ein Muslim sich in einer Prüfung richtig verhält und richtig handelt, so wird Allah ihn dafür belohnen. Ihm mehr Kraft und Glaube geben. Doch der eigentliche Sinn für die diese Prüfungen besteht darin, die Gläubigen von den Ungläubigen zu trennen. Wenn ein Muslim also den wahren Grund für diese Prüfungen weiß, so sollte er sich recht gut überlegen, wie er sich verhalten möchte. Da Allah den Menschen mit freiem Willen ausgestattet hat, bleibt uns auch frei, zu entscheiden, ob wir nun lieber in bittere Verzweiflung fallen möchten, oder ob wir uns in Geduld üben, und auf Allah vertrauen möchten. Denn Er wird nach einer schlechten Zeit auch immer wieder eine Gute folgen lassen. Und dies ist eine Gewissheit, denn so steht es im Quran geschrieben. Diese Tatsache könnte man als „Seelennahrung“ bezeichnen, denn es ist sehr beruhigend und gibt neuen Grund zur Hoffnung.

Hier einige Zitate aus dem Quran:

 

„Oder glaubt ihr, ins Paradies einzugehen, ohne das euch überkommt was die vor euch lebenden in Leid erfuhren? Unglück, Schmerz und Drangsal waren ihr Los, bis der Gesandte Allahs und mit ihm die Gläubigen ausriefen: “Wann kommt Allahs Hilfe?“ „Wahrlich, Allahs Hilfe ist nahe!“ hieß es dann.“ Sura 2 (Die Kuh), Aya115)

 

„Allah gedenkt nicht, die Gläubigen in der Lage zu belassen, in der ihr euch befindet, bis er die schlechten von den guten gesondert hat.“ (Sura 3 (Das Haus) Aya180)  

 Jede Seele wird den Tod kosten, und euch wird euer Lohn am Tag der Auferstehung vollständig gegeben; und wer da vom Feuer ferngehalten und ins Paradies geführt wird, der soll glücklich sein. Und das Leben ist nichts als ein trügerischer Nießbrauch. (185) Wahrlich, ihr sollt geprüft werden in eurem Gut und an euch selber, und wahrlich, ihr sollt viele verletzende Äußerungen von denen hören, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde und von denen, die Allah Gefährten zur (Seite) setzen. Wenn ihr jedoch geduldig und Gottesfürchtig seid – dies gehört wahrlich zu den Dingen der Entschlossenheit. (186)    (Sura 3 (Das Haus Imran) ; Aya 185-186 )

Das erste Quranzitat spricht über solche Menschen, die als erste den Propheten folgten und die  Wahrheit erkannt haben .Zur Zeit des Propheten Muhammad z.B., wurden die Gläubigen  aufs bitterste verfolgt, gequält und ausgelacht. Dennoch blieben sie standhaft, wofür Allah sie auch sicherlich belohnen wird. Genauso sollte man sich auch heutzutage verhalten. Standhaft bleiben, egal was einem auch widerfahren mag. Prüfungen sind eine schwierige Art, den eigenen Glauben bei Allah unter Beweis zu stellen. Zerbrechen wir an den Prüfungen, so ist unser Glaube nicht stark genug, bleiben wir stark, so haben wir einen festen Glauben .Eine Prüfung bei der wir als Sieger hervorgehen, wird uns Kraft geben und dazu verleiten, uns noch mehr auf dem Wege Allahs anzustrengen.

Das zweite Zitat bekräftigt das vorher gesagte, indem es darum ging, das Allah die Gläubigen von den Ungläubigen trennt. Dies zur Vorbereitung auf den jüngsten Tag. Doch Allah wird nicht müde darin, uns immer wieder aufs Neue zu prüfen. Jede neue Prüfung stellt auch eine neue Chance dar. Denn wenn man vielleicht einmal bei einer solchen Prüfung versagt hat, so kann man es wieder und wieder versuchen.

Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft(155), die wenn sie ein Unglück trifft, sagen : „ Wir gehören Allah und zu ihm kehren wir zurück.“(156) Auf diese lässt ihr Herr Segnungen und Barmherzigkeit herab und diese werden rechtgeleitet  sein.(157)   ( Sura 2 (Die Kuh); Ayat 155-157)

GUTE UND SCHLECHTE TATEN

An diesem Tage werden die Menschen einzeln hervorkommen, um ihre Werke zu sehen. 7. Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. 8. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wir es sehen. (Sura 99 (Das Erdbeben) Ayat 7+8 )

Allahs Gesandter hat gesagt: „Allah spricht:< Nichts, wodurch Mein Diener sich Mir nähert, ist mir lieber, als was ich ihm als Pflicht auferlegte. Doch mein Diener hört nicht auf, sich Mir durch freiwilliges Tun zu nähern, bis Ich ihn (dafür) liebe. Und wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er etwas ergreift, und sein Fuß, mit dem er geht.>“  (Hadith Bucharyy)

Dieses Hadith ist sehr aussagekräftig. Es ist ermutigend und macht Lust, sich mehr dem Gottesdienst zu widmen, denn das Ergebnis dessen kann schöner kaum sein. Allah wird uns dadurch sehr nahe sein, und uns dafür lieben.

Allah sagt hier, das er zufrieden mit uns ist, wenn wir lediglich unsere Pflichten erfüllen (beten, fasten, Zakat,…), doch sagt er auch, das er uns lieben wird, wenn wir darüber hinaus freiwillige Taten verrichten. Er wird uns sogar so sehr lieben, bis wir das Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachten dürfen. Denn wenn Er unser Auge, unser Ohr, und unsere Hand ist, so kann man daraus verstehen, dass man ein besserer Mensch wird.

Doch wie sehen eigentlich gute Taten aus? Was ist das erwähnte „freiwillige Tun“?

Zunächst sollte man  bei dem regulären Gottesdienst beginnen. Also bei einem selbst. Das bedeutet, neben den täglichen fünf Pflichtgebeten könnte man z.B. freiwillige Gebete zusätzlich verrichten. Diese freiwilligen Gebete schließt man dann meist an die Pflichtgebete an oder man vollführt sie vorher. Dies ist von der jeweiligen Tageszeit abhängig, da Allah festgelegt hat, zu welchen Tageszeiten man diese am besten verrichtet. Freiwillige Taten beinhalten auch das lesen und studieren des Quran. Im Quran, dem heiligen Offenbarungsbuch der Muslime, stehen die unverfälschten Worte Gottes. Der Quran ist die Quelle all unseren islamischen Wissens. Es ist nicht nur irgendein Buch, sondern das wichtigste Buch der gesamten Menschheit. Jedoch nur sehr wenige Menschen begreifen dies. Gesandt an die Menschen, zur Rechtleitung und Erfüllung des Glaubens. Der Quran verdient mehr, als nur zur Dekoration in den Schrank gestellt zu werden! Denn der Quran ist wie ein Brief von Allah. Diesen Brief hat ER uns geschickt, um uns zu helfen. Wenn an einen Brief von seinem besten Freund oder der Mutter erhalten würde, so würde man sich sehr freuen, und man könnte es kaum erwarten, ihn zu lesen. Wenn wir nun einen Brief von dem Allmächtigen und Erhabenen Schöpfer der Welt erhalten, sollen wir ihn dann nicht lesen?

Allahs Gesandter hat gesagt: Der beste unter euch ist der, der den Quran gelernt und ihn (andere) gelehrt hat. (Hadith Bucharyy)

Zum freiwilligen Tun für Allah gehört auch das zusätzliche, freiwillige Fasten neben dem Ramadan. Man kann zu jeder Zeit des Jahres und wann immer man will fasten, doch besonders geeignete Tage sind, nach dem Brauch der Sunna, der Montag und der Donnerstag. Das  freiwillige Fasten ist sehr beliebt und wird bei den Gläubigen oft angewendet. Denn diese Art von Gottesdienst spürt man sowohl körperlich als auch seelisch, und daher ist es besonders intensiv. Es reinigt Körper und Geist. Während des Fastens enthält man sich nicht nur des Essens und Trinkens sondern auch von schlechten Worten und Gesten. Man ist gelassener und ruhiger als an den übrigen Tagen, und das macht das Ganze so wunderbar und gefühlsintensiv. Man findet zurück zu den wahren Werten des Glaubens!

Doch das „freiwillige Tun“ besteht auch darin, sein Leben mehr in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, und weniger an sich selbst zu denken.

So kann man z.B. neben der jährlichen Pflichtabgabe, der Zakat, auch darüber hinaus  etwas öfter Spenden an die Moscheen oder Gemeinden  verteilen. Dies muss nicht in Geldform geschehen. Auch das Spenden von Kleidung oder anderen Gebrauchsartikeln ist eine sehr gute Sache. Viele Brüder und Schwestern überall auf dieser Welt, haben diese Dinge bitter nötig. In Anbetracht dessen, in welchem Überfluss viele von uns leben, sollte es uns nicht so schwer fallen, uns von einigen Dingen zu trennen. Denn alles was wir besitzen, besitzen wir durch Allah, und alles was wir besitzen gehört auch Allah. Wir haben es lediglich als eine Leihgabe von Ihm und daher haben andere  ebenso ein Anrecht darauf wie wir. Das bedeutet, dass wir die Pflicht haben, zu teilen.

Das Arbeiten, ohne dafür Lohn zu verlangen (ehrenamtlich), kann ebenfalls als Gottesdienst betrachtet werden. Die möglichen Tätigkeiten hierfür sind fast unbegrenzt. Über das Unterrichten von Menschen bis hin zur Altenpflege. Vom Aufbau von Moscheen und Gemeindezentren bis hin zur Lebensmittelverteilung in Krisengebieten. Und, und, und,………

Ist es zudem nicht so, das ein gläubiger Mensch sich nach einer Zeit lang nicht mehr damit zufrieden gibt, immer nur das Mindestmaß zu erfüllen? Man bekommt das Gefühl zu wenig zu tun, und beschließt, seine eigenen Grenzen zu überschreiten und etwas mehr zu machen.

Doch was ist mit den schlechten Taten? Schlechte Taten werden mindestens genauso oft begangen wie die guten. Oder eigentlich noch wesentlich öfter als die guten. Das traurige ist, dass es oft schon an der Erfüllung der Pflichten mangelt.

So werden z.B. die täglichen Gebete nicht eingehalten. Wenn dies mit Absicht geschieht, so ist es falsch. Absicht ist es dann, wenn man die Zeit dafür hat, und es trotzdem unterlässt. Unbeabsichtigt ist es dann, wenn man durch andere Einflüsse daran gehindert wird. Zum Beispiel durch Schule, Job oder Reise. Dann jedoch gilt es, die versäumten Gebete nachzuholen. Tut man dies nicht, so kann man seine weltlichen Verpflichtungen auch nicht mehr als Entschuldigung anführen. Das Gebet ist das Mindeste, was man als Muslim erfüllen sollte. Es ist äußerst wichtig, die Gebete einzuhalten. Das Einhalten der Gebete bekundet oder bezeugt unseren Glauben und unsere Dankbarkeit vor Allah. Durch das Gebet werden wir von Sünden und schlechten Dingen gereinigt, sofern es reinen Herzens erfüllt wird, und man gedenkt Allah. So erinnert man sich Seiner und vergisst nicht, dass man einen Schöpfer über sich stehen hat, dem all dies gehört. Das tägliche Gebet unterscheidet zudem die Muslime von den anderen Menschen. Ohne das Gebet, beginnt man Allah zu vergessen. Man lebt so seinen Alltag, ohne an Allah zu denken, und ohne Ihm Dankbarkeit für all das Gegebene zu erweisen. Wen sollen wir um Hilfe bitten, wenn nicht Allah, den Allmächtigen? All dies geschieht im Gebet.

Auch die anderen Bestandteile des Islam werden von vielen Menschen nicht eingehalten, und zwar mit den unmöglichsten Ausreden. Wie schon oben erwähnt. Doch letztendlich muss man sich vor Allah verantworten und nicht vor den Menschen. Dann nützen einem die billigen Ausreden nichts mehr, mit denen man sich doch  nur selbst betrogen hat, aber Allah kann man nicht betrügen. Allah weiß, was tief in den Herzen verborgen ist. Er weiß um die wahren Gründe, welche das auch immer sein mögen. Allah erlegte uns Pflichten auf, um uns in unserem Glauben zu bestärken, um Ihm näher zu sein und um die Rechtleitung zu finden. Er erlegte uns Pflichten auf, um den rechten Weg zu begehen und ohne Schwierigkeiten in das Paradies gelangen zu können. Außerdem stellt der Gottesdienst einen Schutz vor dem Schaitan und anderen bösen Einflüssen dar. Das unterlassen der Pflichten zeugt also von Mangel am Glauben.

Wenn man nun zu dem Schaden, den man sich selbst zufügt, auch noch anderen Menschen schadet, wie schlimm muss es dann um einen bestellt sein? Wenn man Sünden begeht, lügt und betrügt, vielleicht sogar mordet?

In der heutigen Gesellschaft ist all dies Realität. Überall begegnet man Menschen, die schändliches begehen. Der mangelnde Glaube an Gott ist weit verbreitet. Wenn man sich zum Glauben bekennt, so setzt man sich klar von der breiten Masse ab. Dies ist aber nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Es ist ein ganz besonderer Glaubensbeweis, da man Mut, Stärke und Standhaftigkeit darstellt. Dies ist der Beste Weg zu leben. Die heutige Zeit ist schon fast vergleichbar mit der Zeit der Propheten, als es schändlich war, an den einen Gott zu glauben und man verfolgt wurde des Glaubens wegen. Doch der Lohn für diese harte Prüfung wird den Gläubigen gewiss sein!

Ein Muslim kann sich selbst den Grundsatz stellen, das gute Handeln zu vermehren und das Schlechte völlig zu unterlassen. Doch im Vordergrund muss Allah stehen. Er allein und sonst niemand. Alles was man unternimmt, muss allein für Ihn geschehen. Worauf ich hinaus möchte ist, dass es Leute gibt, die nur Gutes tun, um dabei gesehen zu werden. Oder solche, die sogar noch Lügen über sich verbreiten (Heldentaten), um sich selbst besser zu machen, als sie wirklich sind.

„Ihr die ihr glaubt, warum sagt ihr, was ihr nicht tut? Es ist ganz abscheulich vor Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut.“

Allah verabscheut also Menschen, die anderen etwas vormachen. Manche glauben, sie würden auf diese Weise Allah überlisten, doch überlisten sie nur sich selbst. Seine Mitmenschen zu belügen und zu betrügen, stellt eine schlechte Tat dar, und hat mit Glauben nicht mehr viel zu tun. Ganz im Gegenteil. Ohne gute Taten oder das Erfüllen der Pflichten gerät der Glaube in Vergessenheit und wird in den Hintergrund gedrängt. Man schiebt seinen Alltag vor sich her ohne Sinn und Zweck. An dieser Stelle kann wieder einmal der Segen des Gebetes erwähnt werden. Das tägliche Beten erinnert uns wieder und wieder an Allah, und daran, dass man etwas unternehmen muss, um weiter kommen zu können, und sich weiter zu entwickeln.

Ist es denn nicht so, dass man sich den Namen „Diener Allahs“ erst einmal verdienen muss?

Verdienen im wahrsten Sinne des Wortes, denn für den Gottesdienst, den wir für Allah absolvieren, bekommen wir Lohn von Allah. Es ist also wie folgt: Nur wer handelt und Allah aktiv dient, kann seinen Glauben erhalten. Man sollte sich voll und ganz um Allahs Wohlgefallen bemühen. In diesem Punkt gab Allah uns eine Hilfestellung.

„Und bei der Seele und ihrer Vollendung- und Er gewährte ihr den Sinn für das, was für sie unrecht und was für sie recht ist…..“ (Sura 91;8…)

Dies bedeutet, dass der Mensch tief in seinem inneren sehr wohl weiß, was richtig und was falsch ist. Aber wir haben wohl die Fähigkeit verloren, dieses einfach und ohne Hilfe von selbst zu erkennen. Oder aber, wir möchten es nicht wahrhaben. Mit der Zeit lernt man, seine innere Stimme zu ignorieren, und dem zu folgen, was man vielleicht Trägheit, also Faulheit, nennen kann. Dies ist zwar noch nichts böses, aber es schadet einem nur selbst. Aus diesem Grund hat Allah die Rechtleitung, den Quran, an die Menschheit entsandt. Damit sie wieder erkennen können, was sie vergaßen. Nämlich was Recht und was Unrecht ist.

Wenn man  den Islam als seine Religion angenommen hat, so muss man dem Wort auch Taten folgen lassen. Glaube und Handeln müssen im Einklang zueinander stehen, und nicht gegeneinander arbeiten. Nur so beweist man Allah die Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen. Allah kommt uns in all unserem Tun entgegen um  es uns so einfach wie möglich zu machen. Daher ist es leicht zu verstehen, dass Er sogar die bloßen guten Absichten eines Dieners schon belohnt.

wie im folgendem Hadith (Ausspruch des Propheten) beschrieben. Doch eines wird im folgendem Hadith auch deutlich, nämlich dass es sehr auf die guten oder schlechten Absichten eines Menschen ankommt. Mit welcher Absicht tue ich etwas? Tue ich es einzig und alleine für Allah, oder verfolge ich andere Ziele? Wenn man etwas zu tun beabsichtigt, so soll man auch vorher die eindeutige (Gute) Absicht (Niya) dafür fassen. Die Absichten eines Menschen sind ausschlaggebend dafür, wie Allah uns dafür entlohnt. Ist die Gute Absicht um Allahs Willen geschehen, so haben wir unseren Lohn bei Ihm zu erwarten. Ist es um des guten Ansehens bei den Menschen geschehen, so haben wir von Allah keinen Lohn im Jenseits zu erwarten.

Ibn Abbas, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte unter dem, was er über seinen Herrn, Den Allmächtigen und Erhabenen berichtete: >Wahrlich, Allah hat die guten Taten und die schlechte Taten niedergeschrieben, alsdann über sie eine Erklärung gegeben: Wer also etwas Gutes zu tun beabsichtigt und es aber nicht tut, dem schreibt Allah es bei Sich als eine volle gute Tat nieder. Wenn er es aber zu tun beabsichtigt und es tut, dem schreibt Allah es bei Sich als zehn bis zu siebenhundertfachen, sogar bis zu noch mehr Mehrfachen gute Taten nieder. Und wer etwas schlechtes zu tun beabsichtigt und es nicht tut, dem schreibt Allah es bei Sich als eine volle gute Tat nieder. Wenn er es aber zu tun beabsichtigt und es tut, dem schreibt Allah es als eine einzige schlechte Tat nieder.<“ (Hadith Bucharyy; Muslim)

DSCHIHAD:

Dschihad heißt wohlgemerkt  NICHT  “ Heiliger Krieg“, sondern „das Anstrengen“ auf Allahs Weg.

Jemand fragte: „Allahs Gesandter, wer ist der beste von allen Menschen?“ Allahs Gesandter sagte: „Der Gläubige, der sich mit allen Kräften, seinem Leben und seinem Besitz auf dem Wege Allahs einsetzt.“ (Hadith Bucharyy)

Allahs Gesandter hat gesagt: „Ein Teil meiner Gemeinschaft wird nicht aufhören, für die Wahrheit zu kämpfen, und sie werden den Sieg über ihre Gegner davontragen.“ (Hadith Muslim-Ausschnitt))

Jemand der sich entschließt, für den Dschihad seinen Körper einzusetzen, ist bereit, alles für Allah und das Verteidigen des islamischen Glaubens zu tun, denn er ist bereit, sein Leben zu opfern. Für die Rechte seiner Brüder und Schwestern im Glauben einzustehen. Es gibt kaum eine andere Glaubensgemeinschaft, die so oft angegriffen, beleidigt und verfolgt wird, wie die der Muslime. Wer den Mut hat offen, und nicht in heimtückischen, terroristischen Aktionen, welche sich gegen unschuldige richten, dagegen anzugehen, hat wahrlich Größe und Glaube bewiesen. Daher ist es kaum verwunderlich, das Allah einen solchen Menschen, für den Fall des Todes, sofort mit dem Paradies belohnt. Ein solcher Mensch hat schließlich das wertvollste was er besaß für Allah geopfert. Sein Leben! Vorausgesetzt, der Krieg war gerechtfertigt und erfüllte eine der nachfolgenden Kriterien.

Der körperliche Dschihad, das heißt Krieg, erfolgt nur als Reaktion. Das bedeutet, wenn ein muslimisches Land, oder eine Gruppe von Muslimen irgendwo auf der Welt angegriffen wird, so darf es sich selbst verteidigen. Muslimen ist es verboten, aus nichtigen Gründen einen Krieg zu beginnen, aber es ist erlaubt, sich selbst, die Familie und den Glauben zu verteidigen. Wenn es dann wirklich einmal zu einem solchen traurigen Fall kommt, so gibt es auch hier Richtlinien, die den Muslimen von Allah auferlegt worden sind.

Der Kampf darf sich nur gegen einen anderen Kämpfer (Soldaten) richten, und niemals gegen unschuldige oder Außenstehende. Diese sind zu verschonen. Natürlich sollten sich Unbeteiligte sowieso lieber von solchen Orten fernhalten. Frauen, Kinder und alte Menschen sind grundsätzlich zu verschonen. Es sei denn sie sind freiwillig am Kampf beteiligt, und als Soldaten zu erkennen. Außer natürlich die Kinder. Für den Fall, dass einmal Gefangene genommen werden, so sind diese mit Menschlichkeit und Würde zu behandeln. Man darf ihnen kein Leid zufügen. Man muss sie ordentlich kleiden und nähren. Ebenso wie man es sich wünschen würde, selbst behandelt zu werden, so muss man die Gefangenen behandeln. Frauen dürfen nicht vergewaltigt und/oder geschlagen werden. Denn so etwas geschieht, auch in der heutigen Zeit, sehr häufig zu Kriegszeiten. Einem Muslim ist es jedoch streng verboten so etwas zu tun. Niemand hat das Recht, eine Frau zu demütigen, zu schlagen oder zu vergewaltigen. Dieses ist absolut unislamisch. Nach Beendigung des Krieges, werden die Gefangenen ausgetauscht gegen die eigenen Leute auf der Feindesseite oder sie werden einfach freigelassen. Aber das genaue Vorgehen ist mir nicht bekannt. Manchmal werden sie auch schon vorher, zu bestimmten Bedingungen, freigelassen. Zu den Zeiten des Propheten Mohammed gab es z.B. Gefangene, die man freiließ, nachdem man ihnen zur Bedingung gemacht hatte,  zehn Muslimen das Lesen und Schreiben zu lehren. Zur damaligen Zeit kam es nach der Freilassung oft zu Übertritten in den Islam, da die Beteiligten so sehr beeindruckt davon waren, wie gut und würdevoll sie von den Muslimen behandelt worden waren, dass sie Schlussendlich zu der Einsicht kamen, dass der Islam die wahre Religion ist. Außerdem bekamen die Menschen während der Zeit der Gefangennahme einen lückenlosen Einblick in die Lebensweise der Muslime. Es kam auch des Öfteren vor, das die Damen sich entschlossen, einen der muslimischen Männer zu heiraten und alsdann den Islam anzunehmen. Von solch vorbildlicher Kriegsführung, falls man dem Krieg überhaupt irgendetwas abgewinnen kann, kann man heute natürlich nur noch träumen. Die Moral und die Techniken der Menschen haben sich gewandelt. Doch aus islamischer Sicht dürfte dieses nicht der Fall sein.

 

Nun aber zu einer ganz anderen  Art von Dschihad. Der so genannte „große“ Dschihad.

Der große Dschihad ist der, den man gegen sich selbst führt. Gegen das eigene Ich, bzw. das eigene Ego. Der Mensch strebt immer danach, für sein eigenes Wohl zu sorgen, ohne dafür zu kämpfen, oder ohne dafür Opfer zu bringen. Alles soll für ihn so bequem wie nur möglich sein. Bloß keine Anstrengung! Dagegen gilt es zu kämpfen. Im Volksmund würde man sagen: „Den inneren Schweinehund bekämpfen!“ Zugegeben, diese Worte sind nicht gerade passend für einen Muslim, aber sie treffen zu, auch wenn sie mit seltsamen Worten ausgesprochen werden. Man muss sich bemühen, seine eigene Trägheit zu überwinden. Man muss sich anstrengen, bemühen und kämpfen, und dass ist die Bedeutung von Dschihad.

Hier seien besonders die Muslime erwähnt, die in Nichtislamischen Ländern leben müssen. Solche Muslime erleben tagtäglich ihren eigenen kleinen (großen) Dschihad. Denn auch sie müssen kämpfen, aber nicht körperlich oder gegen sich selbst. Sondern sie kämpfen gegen die Unwissenheit und oftmals die Ungläubigkeit der Mitmenschen. Sie kämpfen gegen Vorurteile und böse Worte. Sie kämpfen gegen Anfeindung und Ausgrenzung. Gegen Missverständnisse und ungerechtfertigten Urteilen. Insbesondere die weiblichen Muslime (Muslimas) haben darunter zu leiden, da man sie sofort an ihrer Bekleidung erkennt. Der Kampf ist nun, sich davon nicht einschüchtern zu lassen und seinen Weg standhaft und mit Gottvertrauen weiterzugehen. Sich nicht zu verstecken und auf die Leute zuzugehen. Mit Freundlichkeit gegen Aggressivität vorzugehen. Jedes Wort, welches man in Güte spricht, ist Dschihad und jedes Vorurteil, welches man abbaut ist ein Sieg. Wenn man in einem solchen Land ein vorbildliches Verhalten vorweisen kann, so kann man (inshaallah, so Gott will) einen großen Lohn erwarten.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Der beste Dschihad ist, das Wort der Wahrheit (und des Rechtes) vor einem tyrannischen Herrscher zu sprechen.“ (Hadith Riyadu Salihin; Nr: 194)

Somit wären wir bei dem nächsten Thema angelangt, welches hiermit sehr verbunden ist.

 

Das Verhalten anderen Gegenüber ( DAWA=Öffentlichkeitsarbeit)

Der Prophet hat gesagt: „Der Islam hat als Fremder begonnen und er wird wieder fremd werden, wie zu Beginn. Glücklich seien die Fremden!“ (Hadith bei Muslim; Abu Huraira))

Ich persönlich finde dieses Hadith wunderschön. Keine andere Religion wird mit soviel Abstand betrachtet, wie der Islam. Und über keine andere Religion werden so viele Unwahrheiten verbreitet. Der letzte Satz „glücklich seien die Fremden“, spendet einem viel Kraft. Es verdeutlicht dass es nichts Schlimmes ist, anders zu sein. Man kann sogar noch glücklich darüber sein. Während man selbst auf dem richtigen Weg ist, so die anderen es nicht. Und hier beginnt die Arbeit und Pflicht eines Muslims. Natürlich ist es Allah, der die Menschen rechtleitet, und ihnen das Herz für den Glauben öffnet, jedoch wünscht sich jeder Muslim, dass er ein Werkzeug Allahs sein darf. Es wäre also schön, wenn wir den Menschen den Islam zeigen dürften. Nicht, um sie zu bekehren, sondern  um z.B. Christen und Muslime näher an einander zu bringen, sodass man in Frieden miteinander leben kann. So wie es Allah von uns möchte

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden vom unrichtigen. Wer also nicht an falsche Götter glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiß den sicheren Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist hörend, wissend. (Sura 2 (Die Kuh); Aya 256)

Doch leider sind es  oft die Muslime selbst, die dazu gehörig beitragen, dass ein schlechter Eindruck vom Islam entsteht. Wenn ein Muslim sich einen Fehltritt erlaubt, so wird es sofort auf den ganzen Islam reflektiert. Wir leben hier in einem nichtislamischen Land, und wir vertreten hier den Islam. Wenn wir etwas tun, so denken die Leute, dass es etwas mit dem Islam zu tun hat. Wir müssen den Menschen vorleben, wie gut der Islam ist, und das geht nur, wenn wir gute Muslime sind, und nicht gegen unsere eigenen Regeln verstoßen.

Doch Zuerst einmal muss man zu seinem Glauben stehen, egal wo man sich befindet und in welcher Lebenslage man ist. Um anderen Menschen den Islam näher zu bringen, muss man ihn erst einmal selbst richtig und vorbildlich leben. Sozusagen als gutes Beispiel vorangehen. Denn unser Verhalten spiegelt stellvertretend den Islam wieder .Man sollte sich dessen wirklich bewusst sein. Hierbei gilt es einzuladen und nicht abzuschrecken. Jeder Muslim hat vor Allah die Verpflichtung, anderen Menschen den Islam zu erklären. Traurigerweise bietet sich nicht oft die Gelegenheit mit jemandem zu sprechen. Da die Scheu, auf einen Muslim zuzugehen und sich ein Herz zu fassen, um zum Beispiel eine Frage zu stellen, sehr groß ist. Völlig zu Unrecht, wie ich meine. Man muss keine Angst vor uns haben, doch die Angst wird durch die Medien geschürt. Und oft ist es so, dass Worte allein nicht ausreichen, weil viele schon ein Festgeprägtes Bild im Kopf haben( z.B. durch die Medien).Daher lautet der Plan, den Menschen den Islam auf erkennbare Weise vorzuleben. So hat der andersgläubige etwas Überschaubares und greifbares, mit dem er evt. etwas anfangen kann. Es ist auch nicht wichtig, jemanden zu bekehren, denn das kann nur Allah, aber es ist wichtig, mehr Toleranz aufzubauen.

Es wäre schön, wenn die Menschen erkennen, dass der Islam als Lebensweise funktioniert, und dass er es wert ist, seine inneren und äußeren Grenzen zu überschreiten.

Der Prophet Muhammad selbst hat schon durch sein bloßes Verhalten die Menschen zum nachdenken angeregt. Viele sind erst durch das schauen seiner Lebensweise zum Islam übergetreten. Der gleiche Effekt lässt sich auch bei den Muslimen selbst beobachten. Wenn in der Umma (Gemeinschaft der Gläubigen) ein guter Mensch ist, animiert er die anderen vielleicht, sich ein wenig zu verbessern. Es ist doch auch so, dass man erst einmal eine gläubige Gemeinschaft von Muslimen haben muss, um gemeinsam zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Aber all dies kann man nicht erreichen, wenn man nicht den nötigen Willen und Glauben hat, zur Tat zu schreiten.

Zum guten Schluss dieses Kapitels möchte ich noch ganz kurz anmerken, dass es nicht nur die guten Taten sind, die einen Muslim ins Paradies bringen, sondern es kommt allein auf Allahs Barmherzigkeit an. Dennoch muss man das Gute in sich bewahren, um Allahs Barmherzigkeit würdig zu sein.

Allahs Gesandter hat gesagt : „Niemanden von euch werden seine Taten ins Paradies bringen, oder vor dem Höllenfeuer bewahren -auch mich nicht- außer durch die Barmherzigkeit Allahs.“

Lies auch auch gerne den ersten Teil dieser Ausführung:

https://abduomer9.wordpress.com/2006/07/31/glaube-und-handeln-teil-1/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Glaube und Handeln: Teil 2*

  1. Dilder

    Assalamu ‘Alaikum

    Dieser Text war so unglaublich schön. Es hat mir wirklich geholfen Allah näher zu kommen. Ich danke dir wirklich. Möge Allah dich die eine wunderbare Belohnung geben.
    Ich finde es wirklich super, dass du deine Zitate deutlich und verständlich erklärt hast. Vielen vielen vielen Dank!!!

    Ich hoffe, dass andere diesen Text lesen und inneren Frieden finden können und ebenfalls ihre Motivation zum Glauben zurückerlangen können.

    Mögest du im Schutz Allahs bleiben.
    Und Möge Allah dich segnen!

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  2. Pingback: *Glaube und Handeln: Teil 1* | islam kompakt

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