Das Diesseits (Ad-Dunja) Teil 2 Prüfungen/Allahs Weisheit*

 

Prüfungen

Jede Seele wird den Tod kosten, und euch wird euer Lohn am Tag der Auferstehung vollständig gegeben; und wer da vom Feuer ferngehalten und ins Paradies geführt wird, der soll glücklich sein. Und das Leben ist nichts als ein trügerischer Nießbrauch. (185) Wahrlich, ihr sollt geprüft werden in eurem Gut und an euch selber, und wahrlich, ihr sollt viele verletzende Äußerungen von denen hören, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde und von denen, die Allah Gefährten zur (Seite) setzen. Wenn ihr jedoch geduldig und Gottesfürchtig seid – dies gehört wahrlich zu den Dingen der Entschlossenheit. (186)    (Sura 3 (Das Haus Imran) ; Aya 185-186 )

 

Zunächst einmal möchte ich kurz auf das obige Koranzitat eingehen. Denn dort wird unmissverständlich ein wahres Wort gesprochen. Wie immer, wenn es um den Koran geht. Einige Prüfungen des Diesseits werden hier erwähnt. Die Menschen werden oft geprüft indem ihr Vermögen (hier „Gut“ genannt) auf einmal enorm geschmälert wird (z.B. „Pleite“ gehen) oder im umgekehrten Falle kann man plötzlich auch zu enormen Reichtum gelangen (z.B. durch eine Erbschaft), denn auch enormer Reichtum kann einen Prüfung sein. Man muss lernen, mit dem Geld verantwortungsbewusst und richtig umzugehen. Man wird sehen, ob durch den plötzlichen Reichtum der Charakter verdorben wird, oder ob man die Menschen, die einen brauchen und die man liebte, vergessen wird oder nicht. Manche Menschen werden von schwerer Krankheit oder von Schicksalsschlägen getroffen. Da all dies nach islamischen Verständnis Prüfungen sind, sollte man diese Prüfungen mit Glaube und Geduld bewältigen. Dies bedeutet zunächst einmal harte Arbeit, denn Geduld will gelernt sein. Hierbei gilt zu bedenken, dass jeder Mensch anders fühlt und denkt. Allah bedenkt bei der Vergabe der Prüfungen den Stärkegrad seines Dieners und prüft ihn dementsprechend. Aus diesem Grund sind es die Propheten, welche die härtesten Prüfungen zu erleiden hatten, da ihr Glaube am unerschütterlichsten war. 

Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag. Ihr wird zuteil, was sie erworben hat, und über sie kommt, was sie sich zuschulden kommen läßt. Unser Herr, mache uns nicht zum Vorwurf, wenn wir (etwas) vergessen oder Fehler begehen. Unser Herr, und erlege uns keine Bürde auf, so wie Du sie jenen aufgebürdet hast, die vor uns waren. Unser Herr, und lade uns nichts auf, wofür wir keine Kraft haben. Und verzeihe uns und vergib uns und erbarme Dich unser. Du bist unser Beschützer. So hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen!“  [Surah Al-Baqara 2:286]

An einer anderen Stelle im oben genannten Koranzitat wird von Menschen gesprochen, denen die Schrift vorher gegeben wurde. Damit sind die Menschen jüdischen und christlichen Glaubens gemeint. Ihnen wurde die Thora (durch Moses) und das Evangelium (durch Jesus) gegeben. Beide Schriften stammen im ursprünglichen Original von Allah und sind Offenbarungsschriften. Im Übrigen, wie schon an anderer Stelle in diesem Blog erwähnt, müssen wir Muslime diese Schriften als ursprüngliche Offenbarung Allahs anerkennen. Jedoch nur in ihrer Originalform. Diese Schriften wurden jedoch von den Menschen mit der Zeit verfälscht, und die Originale existieren nicht mehr. So der islamische Glaube. Welches die Notwendigkeit einer weiteren, unverfälschbaren Offenbarungsschrift, nämlich des Korans, aufs deutlichste aufzeigt. Doch dies nur am Rande. 

Tatsächlich ist es so, dass die Menschen anderen Glaubens, immer wieder verletzende Äußerungen an uns richten. So stellen weibliche Muslimas hierfür ein besonders geeignetes Ziel dar, da sie schon rein äußerlich sofort als Muslime erkannt werden. Bringt es den Muslimas doch Respekt und Anerkennung innerhalb der muslimischen Gemeinde ein, so wird es in der nichtislamischen Gesellschaft oft missverstanden und fehlinterpretiert. Aufgrund der Unkenntnis und Fehlinformationen auf Seiten des Andersgläubigen, kommt es dann zu Anfeindung und Beleidigungen. Viele Muslimas kennen diese Tatsache schon, entscheiden sich aber dennoch für das Tragen eines Kopftuches. Die Liebe zu Allah und der tiefe Wunsch, Allah diese Liebe zu beweisen, indem sie SEINE Gebote achten, ist schlussendlich größer, als die Angst vor den Menschen. Sehr viel Belohnung wird die Frauen für das Bestehen dieser Prüfung erwarten, in scha Allah (so Allah will). Und für das Scheitern dieser Prüfung? Solange diese Frauen, die noch nicht die Kraft aufgebracht haben das Kopftuch anzulegen, noch am Leben sind, solange haben sie die Möglichkeit umzukehren und dem richtigen Weg zu folgen. Jeden Morgen, wenn sie die Augen öffnen, haben sie wieder eine Chance von Allah bekommen, ihre Situation zu verbessern und sich für den Dienst an Allah anstatt für den Dienst an den Menschen zu entscheiden. Doch wissen sie, ob sie am nächsten Morgen eine erneute Chance bekommen, oder ob sie vielleicht doch der Tod ereilen wird? Mittlerweile wird die Anfeindung gegen die männlichen Brüder auch immer stärker spürbar. Auch sie sind immer häufiger durch ihre äußere Erscheinung als Muslime erkennbar, und werden diskriminiert, beschimpft und diffamiert. Basierend auf der Tatsache, dass sie einen Bart tragen. In einer Gesellschaft, in der es unzählige Möglichkeiten gibt, sich seriös und objektiv zu informieren, ein glatter Skandal. Meine lieben Leser. Dies ist eine schlichte Frage des guten Willens. Entweder ich beharre auf der Ansicht, die Welt sei eine Scheibe, und verbrenne diejenigen, die es nicht tun, oder aber ich schlage ein modernes Astronomiebuch auf und lasse mich eines Besseren belehren. Entweder ich beharre darauf, dass der Islam eine Mord und Totschlag predigende Religion ist, und verhalte mich rassistisch, oder aber ich schlage den Koran auf und überprüfe höchstpersönlich, ob meine Ansicht der Wahrheit entspricht, und lasse mich eines Besseren belehren.

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Das Diesseits ist ein Gefängnis für den, der glaubt, und ein Paradies für den, der nicht glaubt.“ ( Muslim )

Viele Vorurteile beherrschen momentan das bestehende Bild über den Islam, trauriger weise kommt kaum ein Nichtmuslim auf die Idee, einmal mit einem „leibhaftigen“ Muslim zu sprechen, um Fehlinformationen abzubauen. Ebenso betrifft es auch zahlreiche andere Bereiche des Islams. Systematisch wird in den Medien und anderswo gegen den Islam vorgegangen und bewusst falsche Informationen verbreitet und völlig unbegründete Angst geschürt. Auf diese Weise denken die Menschen, sie wüsten alles über den Islam und forschen nicht mehr aus eigenen Stücken. Diese Tatsache (Anfeindung im Allgemeinen) ist eine Prüfung Allahs (Allah weiß es am besten). Die Muslime müssen damit umzugehen lernen. Sie müssen lernen, den Menschen offen und ehrlich, wie einst der Prophet Mohammed (s.a.s.), entgegen zu treten. Wir müssen die Menschen aufklären, und ihnen den Islam näher bringen (Da’wa), sodass Feindschaft und Missverständnisse verschwinden. Allah prüft unsere Standhaftigkeit und unseren Willen. Wie viel Anfeindung und Unrecht können wir ertragen? Was tun wir, um uns zu wehren? Verlieren wir die Beherrschung, und schaden dem Islam umso mehr, oder bleiben wir ruhig und besonnen, und zeigen somit den wahren Islam, mit all seiner Schönheit.

Wenn die Anfeindungen jedoch zu offener Feindschaft werden, so beginnt die ganze Angelegenheit sich in eine schwerwiegende Lage zu verwandeln. Durch Feindschaft entsteht offener Hass, welcher alsbald in Gewalt enden wird. Wenn die Menschen gejagt werden, aufgrund dessen dass sie Muslime sind, wie zurzeit in Palästina oder auch in Syrien, so besteht höchste Lebensgefahr und ein geregeltes Leben ist oft nicht mehr möglich. Insbesondere dann, wenn es Frauen und Kinder betrifft, welche man zu schützen versucht. In diesem Fall ist es legitim und gut den Ort des Übels zu verlassen. Und auch dieses ist eine Prüfung von Allah, denn es ist sehr schwierig und hart, des Glaubens wegen verfolgt zu werden und/oder aus diesen Gründen seine Heimat und gewohnte Umgebung zu verlassen. (Die Auswanderung um Allahs Willen nennt man Hidjra.) Doch es gibt durchaus Menschen, deren Glauben auf diese Weise verloren geht. Insbesondere dann, wenn sie in nichtislamische Länder auswandern. Sie werden schwach und wählen die angenehmen Seiten des Diesseits (Dunja) anstelle des Paradieses im Jenseits. Sie gehorchen den Menschen und widersetzen sich auf diese Weise dem Willen Allahs. Zur Zeit des Propheten Muhammad gab es eine solche Auswanderung (Hidjra). Die Gläubigen die dem Propheten folgten wurden geschmäht, ausgelacht, ausgegrenzt, verfolgt und getötet. Man vergriff sich an ihrem Eigentum und Leben und man versuchte sie vom Glauben abzubringen. Für den Fall, dass sie dem Glauben abschwörten, so gewährte man ihnen Frieden. Doch dieses Angebot wollte niemand annehmen. Sie hielten fest an ihrem Glauben an Allah, auch dann, wenn das Messer schon an ihrer Kehle saß! So sehr liebten sie Allah und den Propheten Muhammad (s.a.s.) Als es unerträglich wurde für die Leute, wurde vom Propheten die Auswanderung von Mekka nach Medina befohlen. In Medina erwartete die Menschen ein sicheres Leben, da dort bereits der größte Teil der Menschen zum Islam übergetreten war. Sie wurden also von Brüdern und Schwestern im Glauben erwartet und empfangen. Diese Auswanderung um Allahs Willen wegen war ein solcher Meilenstein in der Geschichte der Muslime, das mit diesem Ereignis die islamische Zeitrechnung beginnt. Das Kürzel hinter einer islamischen Jahreszahl „n.Hd.“bedeutet „nach der Hidjra“. Das wichtige hierbei ist auch, das die Muslime diese schwere Reise (zu Fuß ca. 400 km durch die Wüste) nur für Allah unternahmen. Nichts anderes war der Grund. Und daher wurde ihnen diese Reise auch von Allah angerechnet. Hätten sie es der schönen Landschaft wegen getan (als Beispiel) so hätten sie keinen Lohn von Allah zu erwarten gehabt.

Und denjenigen, die um Allahs willen ausgewandert sind, nachdem sie unterdrückt worden waren, werden Wir sicherlich eine schöne Wohnstatt in der Welt geben; und wahrlich, der Lohn des Jenseits ist (noch) größer, wenn sie es nur wüßten(41); (es sind) diejenigen, die geduldig geblieben sind und auf ihren Herrn vertrauen.(42)   ( Sura 16 ; Ayat 41 – 42 )

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Ein Zeitalter wird über die Menschen kommen, in dem geduldig im Glauben zu sein so ist, als wenn  man glühende Kohle hielte.“ (Hadith:Tirmidhi)

Abdullah Ibn Umar berichtete : „ Der Gesandte Allahs nahm mich bei meiner Schulterseite und  sagte : > Sei auf dieser Welt wie ein Fremder oder wie derjenige, der sich auf einer Durchreise befindet.> und Ibn Umar pflegte zu sagen : > Wenn der Abend kommt, erwarte nicht den Morgen, und wenn der Morgen kommt, erwarte nicht den Abend. Nimm von Deiner Gesundheit für deine Krankheit und von deinem Leben für deinen Tod.>“ ( Buchari )

Allahs Gesandter hat gesagt : „ In der (gleichen) Lage wie die schlechtesten Menschen wird am Tage der Auferstehung derjenige sein, der sein Jenseits zugunsten des Diesseits eines anderen vertan hat.“ ( Ibn Madscha )

 

Es entspricht der Wahrheit, dass die Muslime oft beleidigt und beschimpft werden, obwohl hierfür kein triftiger Grund vorliegt. Es handelt sich hierbei zumeist um Vorurteile, zu deren Richtigstellung es wohl nie gekommen ist. Im jetzigen Zeitalter spielen die Medien, wie gerade erwähnt, eine sehr große Rolle, da sie aus unerfindlichem Grund, Unwahrheiten in Massen produzieren und veröffentlichen. Wird hier vielleicht versucht, eigene Missstände zu vertuschen und stellvertretend dafür, auf jemand anderem herumgehackt?

Solcherart Prüfungen treffen kollektiv die gesamte Gemeinde der Muslime (Umma). Jedoch geht jeder einzelne anders damit um.

Kab Ibn Ajad berichtete: „ Ich hörte Allahs Gesandten sagen:  Für jede Umma gibt es eine Prüfung. Die Prüfung für meine Umma ist der Reichtum.“ (Hadith:  Tirmidhi )

 

Und dann gibt es natürlich auch noch individuelle Prüfungen, die den Menschen im speziellen treffen. Sie sind sozusagen „Maßgeschneidert“. Dazu muss man erst einmal verstehen, dass jeder Mensch anders denkt, fühlt und empfindet. Da der Mensch im Einzelnen also anders ist als jemand anderes, so bekommt er auch seine „eigene“ Prüfung. Ist eine Prüfung für den Einen unerträglich, so ist sie für den anderen nicht mal der Rede wert. Täglich stellt Allah unsere Geduld auf die Probe. Jeder Wutausbruch, den wir um Allahs Willen vermeiden, ist für uns gut. Allah wird Seine Diener dafür belohnen, wenn sie eine Geduldsprobe bestehen. Und wie kann man sie bestehen?

Man kann sie bestehen, indem man sich immer wieder vor Augen hält, dass wir uns hier lediglich im Diesseits befinden, und das diese Welt irgendwann ein Ende haben wird. Wir befinden uns hier nur auf der Durchreise. Die Liebe zu Allah macht es uns möglich, jegliche Prüfungen zu bestehen, und seien sie noch so hart.

Abdullah Ibn Umar berichtete: Allahs Gesandter packte meine Schultern und sagte: „Lebe in dieser Welt, als ob du ein Fremder oder jemand auf der Durchreise wärest.“  (Hadith: Buchari )

Ausschlaggebend hierbei ist nur Allah und die Tatsache, dass wir zu IHM zurückkehren werden. Dieses hilft dem Muslim über viele schwierige Tage hinweg. Das folgende Koranzitat gibt einen kurzen Überblick darüber, was einen im Leben an Prüfungen treffen kann. Die Arten der Prüfungen sind natürlich unzählbar, aber sie passen doch alle irgendwie in einer der unten genannten Kategorien.

 

Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft (155), die wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „ Wir gehören Allah und zu ihm kehren wir zurück.“(156) Auf diese lässt ihr Herr Segnungen und Barmherzigkeit herab und diese werden rechtgeleitet sein. (157)   ( Sura 2 ( Die Kuh ); Ayat 155-157)

Der Prophet hat gesagt: „ Der größte Lohn (kommt) mit der größten Prüfung, und wenn Allah, der Erhabene, Leute liebt, setzt Er sie Prüfungen aus, und wer sich damit zufrieden gibt, dem wird Allahs Wohlgefallen zuteil, und wer damit hadert, dem wird Allahs Missfallen zuteil.“ ( Hadith: Tirmidhi )

Folgendes sollte der Muslim bedenken, wenn ihn eine Prüfung trifft:

Er sollte geduldig und standhaft bleiben. Jeder Muslim sollte dankbar sein, selbst wenn ihn etwas Schlechtes treffen sollte. Denn alles Schlechte birgt auch etwas Gutes. Auch wenn der Mensch dieses nicht erkennen kann, so weiß doch Allah in Seiner Weisheit, warum er den Menschen prüft. Das für den Menschen erkennbare Gute ist natürlich die Belohnung, die jeder Muslim für eine standhaft ertragene Prüfung zu erwarten hat.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Gläubige Männer und Frauen werden solange Prüfungen ausgesetzt – sie selbst, ihre Kinder, ihr Hab und Gut – bis sie Allah, dem Erhabenen, entgegentreten, und sie haben Ihm gegenüber keine Sünde (mehr auf sich). (Hadith: Tirmidhi)

Erwähnenswert wäre die Tatsache, dass man Standhaftigkeit und Geduld gepaart mit unermesslichem Glauben nur bei den Muslimen antreffen kann. Dieses entspricht tatsächlich den Tatsachen. Es ist immer wieder zu beobachten, dass selbst bei den furchtbarsten Ereignissen ein Muslim, der wahrhaftig glaubt, noch die Worte: „Alhamdullillah“  (Gelobt sei Allah) auf den Lippen trägt. Zu den schrecklichsten Ereignissen zählt z.B. der Tod eines geliebten Kindes. Selbst dem Propheten Mohammed ist dieses harte Schicksal wiederfahren. Und dass nicht nur einmal, sondern gleich mehrer Male. Trauer ist hierbei völlig normal und angebracht. Doch lähmende Verzweiflung bis hin zum Verlust des Glaubens ist völlig unangebracht und gehört nicht zu den Eigenschaften eines Muslims.

Allahs Gesandter hat gesagt: Unter den Menschen gibt es keinen Muslim, dem drei (Kinder) verstorben sind, ehe sie die Reife erreicht haben, ohne dass Allah ihn aufgrund Seiner Gnade und Barmherzigkeit ihnen gegenüber das Paradies betreten lässt. (Hadith: Buchari )

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Wenn das Kind eines Knechtes (Allahs) stirbt, spricht Allah, der Erhabene, zu Seinen Engeln: „Habt ihr (die Seele) des Kindes meines Knechtes genommen?“ Sie antworten: „Ja“ Er spricht: „Habt ihr ihm (die allerliebste) Frucht seines Herzens genommen?“ Sie antworten: „Ja“ Er spricht: „Was hat mein Knecht gesagt?“ Sie sagen: „Er hat dich gepriesen und gesagt: Wir sind Allahs und zu Ihm kehren wir zurück.“ Dann spricht Allah, der Erhabene: „Baut meinem Knecht ein Haus im Paradies und nennt es „Haus der Lobpreisung“.“ ( Hadith: Tirmidhi )

 

Dieses harte Schicksal haben zurzeit sehr viele Menschen zu tragen. Zum Beispiel Palästinenser, Libanesen und Iraker, deren Kinder dahingemetzelt werden, während die Welt zuschaut. Auch dieses gehört zu Allahs Plan, da Er das Böse zur Prüfung der Menschheit erschuf. Und wie schon einmal erwähnt, verfallen zurzeit sehr viele Menschen dem Bösen, da es einfacher ist, sich Selbst gehen zu lassen, als dagegen anzukämpfen.

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Klug ist, wer sich in der Gewalt hat und auf das hinarbeitet, was nach dem Tode sein wird. Dumm ist, wer seinem (eigenem) Selbst folgt und sich hinsichtlich Allahs falsche Hoffnungen macht.“ ( Hadith: Tirmidhi )

Jeder Mensch hier auf Erden trägt ein anders Schicksal als einer seiner Mitmenschen. Ein kleiner Tipp, das eigene Schicksal besser ertragen zu können, bieten die folgenden zwei Hadithe.

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Wenn jemand von euch auf einen anderen schaut, der ihm gegenüber an Gütern und Aussehen bevorzugt ist, so soll er auf einen anderen schauen, der ihm unterliegt, und dem er selbst gegenüber bevorzugt ist.“ ( Hadith: Buchari )

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Seht (auf) den, der unter euch ist, und nicht (auf) den, der über euch (und besser gestellt) ist, denn das ist geeigneter, damit ihr nicht Allahs Gnade (an euch) gering schätzt.“ ( Hadith: Muslim )

Nichts trifft den Muslim an Anstrengung, Krankheit, Sorge, Trauer, Schaden oder Kummer, nicht einmal der Stich eines Dornes, ohne dass Allah dadurch etwas von seinen Sünden tilgt. (von Al-Bukhari überliefert)

 

Allahs Weisheit

Allahs Weisheit überschreitet zumeist enorm die menschliche Vorstellungskraft. Viele Dinge, welche hier auf der Welt geschehen, können die Menschen nicht einmal annähernd verstehen oder nachvollziehen. Sehr häufig hört man Dinge wie: „ Wenn es Gott wirklich gibt, warum gibt es dann Menschen, die vor Hunger sterben? „ Oder „ Wenn es Gott wirklich gibt, warum lässt Er dann Katastrophen geschehen? „ Daher kommt es nur allzu oft zu schlimmen Äußerungen über Allah. Aufgrund der Tatsache, dass es auf der Erde zum Beispiel Gebiete mit großer Armut gibt, oder aufgrund der Tatsache, dass Allah auch Umweltkatastrophen geschehen lässt, beginnen einige, bzw. sehr viele Menschen, an Allah zu zweifeln. Oder sie maßen sich an, Entscheidungen, die Allah gefällt hat, in Frage zu stellen. Dieses ist sehr schlimm, und nicht gerechtfertigt. Allahs Entscheidungen als schlecht darzustellen, ist sogar eine Gotteslästerung und Sünde (Haram). Menschen, die solcherart denken, haben den Sinn und die Komplexität des Lebens noch nicht erfasst oder verstanden.

Doch ich denke wir sollten uns diesem Thema lieber etappenweise nähern.

Vor allem bei dem Thema Gerechtigkeit, welche eng mit dem Thema Weisheit verbunden ist, fühlt der menschliche Verstand sich oft überfordert. Allahs Weisheit überschreitet zudem enorm die menschliche Vorstellungskraft. Viele Dinge, welche hier auf Erden geschehen, werden vom Menschen schlichtweg nicht verstanden. Der Mensch ist und bleibt menschlich, also denkt er auch menschlich. Es ist ihm nicht möglich anders zu denken. Um die Dinge, die hier in der Welt geschehen besser erfassen zu können, bedient der Mensch sich weltlicher Dinge. Dinge die er kennt und an die er sich gewöhnt hat. Wenn man z.B. sagt: „Der Ast war krumm. So krumm wie eine Banane.“ Dann hat man also eine Banane zum Vergleich herangezogen, um das Wort krumm verstehen zu können. Dieses nur als Beispiel. Der Mensch denkt also mit jenen gedanklichen Vorgängen, die er erlernt hat und die ihm als logisch erscheinen. Etwas anderes als dieses zu verlangen, würde bedeuten, dass der Mensch über seinen eigenen Schatten springen muss. Denn der Mensch will stets alles verstehen. Doch natürlich gelingt dieses nicht immer. Was er nicht versteht, kommt ihm unlogisch vor. Doch was für den einen unlogisch ist, aufgrund eines geringeren Verstandes, dass ist für den anderen eine leichte Übung. Das liegt ganz im Ermessen Allahs. Doch die Weisheiten Allahs kann keiner durchblicken. Die Dinge, welche man nicht versteht, als gegeben zu akzeptieren und Allahs Allwissenheit zuzuschreiben, nennt man Glauben. Denn niemand hat das Recht, Allahs Entscheidungen in Frage zu stellen. Doch warum verstehen wir Allahs Weisheit nicht? Warum fällt es uns so schwer, die Gerechtigkeit zu erkennen? Das liegt daran, dass Allah ganz anders ist als man denkt. Er ist mit nichts auf dieser grossen weiten Welt zu vergleichen, da er Seiner Schöpfung nicht gleicht, und Er alles was wir sehen können, erschaffen hat. Wie bereits oben erwähnt, benötigen wir schon bekanntes um etwas verstehen zu können, doch Allah ist uns nicht bekannt. Er ist uns näher als unsere eigene Halsschlagader, Er hört und sieht alles. Er weiss wie wir fühlen und ist immer für uns da, aber dennoch wissen wir nicht wie Er aussieht. Wir haben nichts auf Erden, was wir mit Ihm vergleichen können, also passt es nicht in unser Gedankenschema. Dies ist der Grund, warum nur Allah weiss, wieso Er etwas tut. Es sei denn, Allah wünscht es anders und lässt uns das eine oder andere Mal eine Seiner Weisheiten durchblicken, um Seine Macht, Größe, Herrlichkeit und Barmherzigkeit zu erkennen.

 

Zunächst einmal muss der Mensch bedenken, dass alles hier auf Erden von Allah erschaffen wurde. Demnach gehört auch alles hier auf Erden Allah. Völlig unabhängig davon, ob es einem gefällt oder nicht. Alles, auch die Menschen, gehört Allah. Des Weiteren ist Allah der Allwissende. Nur Er alleine weiß, warum und wozu Er etwas tut. Niemals wird der Mensch eine Weisheit Allahs durchblicken können, und wenn er es sich auch noch so sehr wünscht, es sei denn Allah will es anders und erlaubt dem Menschen, eine Weisheit Allahs zu erkennen. Dieses dient dann natürlich dazu, den Glauben zu steigern.

Da alles auf Erden Allah gehört, kann Allah auch alles was Ihm beliebt, mit Seiner Schöpfung anstellen. Wenn Er etwas zerstören möchte, so kann Er dies tun (z.B. Naturkatastrophen) und wenn Er etwas erhalten möchte, so kann Er dies ebenfalls tun. Das Ganze kann man mit einem banalen Beispiel leicht verdeutlichen: Wenn ich mir ein Brot backe, so kann ich mit diesem Brot tun, was auch immer ich möchte, denn es gehört ja mir. Wenn ich es essen möchte, so tue ich es, wenn ich es teilen möchte, so tue ich es und wenn ich es gar nicht möchte, so kann ich es auf den Boden werfen und darauf herum trampeln. Niemand könnte mir desshalb Vorwürfe machen, da es mein Eigentum ist. Genauso verhält es sich mit Allahs Schöpfung. Sie gehört Ihm und Er kann damit tun, was Ihm beliebt. Als Gläubiger Mensch muss man dies erst einmal so akzeptieren. Und ein Gläubiger wird dies auch so akzeptieren. Zudem sind Dinge, die dem menschlichen Verstand als schlecht oder ungerecht erscheinen, oftmals nicht schlecht und schon gar nicht ungerecht. Nehmen wir das Beispiel eines Kindes, welches den Hungertod erlitten hat. Dies wird von den Menschen als überaus schrecklich empfunden. Und das ist es auch. Doch wissen wir, warum Allah dies hat geschehen lassen? Nein. Wissen wir, welcher Sinn dahinter steckte? Nein. Der normale Mensch empfindet Mitleid für das tote Kind. Und das sollte man als Mensch auch tun. Denn Barmherzigkeit im Herzen ist ein Geschenk Allahs an die Menschen. Es gehört zu den Tugenden des Glaubens, Güte und Barmherzigkeit im Herzen zu tragen. Was wird aus islamischer Sicht mit dem Kind geschehen, nachdem es gestorben ist?

Es wird, so Allah will, das Paradies betreten.  Denn Kinder sind allesamt nicht mündig, demnach mit natürlicher Veranlagung gläubig. Dies ist schon ein Trost. Doch was fängt ein Gläubiger nun mit seinem Mitleid an, denn dem Kind kann man nicht mehr helfen. Steckt vielleicht doch eine „Erkennbare“ Weisheit dahinter? In der Regel sollte das Leid eines anderen Menschen, einen Muslim dazu bewegen, dem Leid dieses Menschen entgegenzutreten und aktiv zu werden, Allah verlangt von Seinen Dienern und Dienerinnen, dass sie den Bedürftigen helfen sollen. Sei es durch eine Spende oder durch eigene z.B. körperliche Initiative. Der Tod des Kindes führte also dazu, die Barmherzigkeit in vielen Menschen zu wecken. Eine weitere Lehre, die man aus dem Leid anderer Menschen ziehen kann, ist die Möglichkeit, dadurch das eigene von Allah gegebene Leben besser zu akzeptieren. Denn zumeist geht es einem selbst doch erheblich besser, als den anderen Menschen. Auf diese Weise schätzt man die Gaben Allahs wesentlich höher ein, als evt. noch zuvor. Man ist dankbarer für das, was man von Allah bekommen hat. Bei jeglichen schlechten Nachrichten, welche wir täglich über die Medien vermittelt bekommen, steigt die Dankbarkeit darüber, dass es einem selbst sehr gut geht. Verglichen mit anderen, kann man eigentlich immer etwas finden, mit dem man besser gestellt ist, als andere Menschen. Selbst wenn es nur ein Körbchen mit Obst ist, welches man auf dem Küchentisch stehen hat. Es gibt Menschen auf dieser Welt, die dankbar für dieses Obst wären. Darum sollte auch der besser gestellte Mensch dankbar für dieses Obst sein. Und der besser gestellte Mensch sollte dafür Sorge tragen, dass auch der Ärmere Bruder in den Genuss von Obst oder Vergleichbaren Gütern kommt. Beispielsweise, wie oben erwähnt, durch regelmäßiges Spenden. Ein Muslim sollte sich ständig darüber im Klaren sein, dass Allah, wenn es Sein Wille gewesen wäre, die Rollen auch genauso gut hätte tauschen können. Dies ist für Allah ein leichtes, und Er tut es auch. Es gibt eine Menge von Muslimen, die Allah auf diese Art und Weise hart auf die Probe stellt. Ihr Glaube wird täglich aufs Neue geprüft. Man stelle sich nur einmal vor, man würde im Irak oder in Palästina leben. Man hätte immerwährend Soldaten vor den Augen. Täglich würden dutzende von Häusern zerstört und täglich sterben Frauen und Kinder. Ein sehr hartes Leben wäre das und kaum vorstellbar. Muslime die solcherart Probleme zu ertragen haben und dennoch standhaft im Glauben bleiben, die haben einen unvorstellbaren Lohn von Allah zu erwarten. Und was macht die übrige „muslimische“ Welt? Auch für die übrigen Muslime sind das Prüfungen, aber auf einer völlig anderen Ebene. Allah prüft, wie die Menschen darauf reagieren. Treten die Muslime für das Recht ihrer Brüder und Schwestern ein? Was tun sie, um das Leid der anderen zu mindern? Die traurige Wahrheit ist, dass zurzeit einige Muslime völlig regungslos zu sein scheinen. Die „islamischen“ Regierungen stellen sich mit auf die Seite der „Feinde“. Aus persönlicher Profitgier oder anderen abwegigen Gründen. Dies ist schändlich und äußerst frustrierend. Und einige aus der muslimischen Bevölkerung wagen es noch nicht einmal, nur mit Worten gegen Unrecht vorzugehen. Bei manchen Menschen regt sich nicht einmal das Herz. Das ist alles sehr traurig und unislamisch.

O ihr, die ihr glaubt! Was ist mit euch, dass ihr euch schwer zur Erde sinken lasst, wenn euch gesagt wird: „Rückt aus auf Allahs Weg!“ Habt ihr mehr Wohlgefallen am irdischen Leben als am Jenseits? Aber der Nießbrauch des irdischen Lebens ist gegenüber dem Jenseits winzig. ( Sura 9 (Die Reue); Aya 38 )

Im Islam wird man dazu aufgerufen, seinem Bruder in jeder Notlage beizustehen. Dies kann aber nur funktionieren, wenn jeder Muslim einmal in sein Herz schaut, und die Gleichgültigkeit, welche der Schaitan (Teufel) dort eingepflanzt hat, hinauswirft und die Gnade und Barmherzigkeit hineinlässt. Nur wenn wir selber die Barmherzigkeit in uns tragen, sind wir auch würdig, Allahs Barmherzigkeit zu bekommen.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Allah ist nicht barmherzig mit dem, der nicht barmherzig mit den Menschen ist.“ (Hadith: Buchari; Muslim; Mischkat)

Allahs Gesandter hat gesagt: „Wer sich für die Witwen und Armen einsetzt, ist wie ein Mudschahid auf Allahs Pfad, und sein Lohn ist wie der Lohn dessen, der unermüdlich (im Gebet) steht oder dessen, der (andauernd) fastet, ohne das Fasten zu brechen.“ (Hadith; Buchari; Muslim)

Jemand fragte: „Allahs Gesandter, wer ist der Beste von allen Menschen?“ Allahs Gesandter sagte: „Der Gläubige, der sich mit allen Kräften, seinem Leben und seinem Besitz auf dem Wege Allahs einsetzt.“ (Hadith: Buchari)

Erläuterung Hadith:Ein Mensch also, der sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzt, um Unrecht zu bekämpfen und den Willen und das von Allah gewollte Recht umzusetzen und durchzubringen. Doch für viele Menschen wird dies immer ein unerreichbares Ziel bleiben, da sie zu sehr an ihrem weltlichen Besitz hängen und mehr Angst vor den Menschen anstatt  vor Allah hegen.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Ein Teil meiner Gemeinschaft wird nicht aufhören, für die Wahrheit zu kämpfen, und sie werden den Sieg über ihre Gegner davontragen.“ (Hadith: Mischkat)

Erläuterung Hadith: Ein Versprechen des Gesandten Allahs (s.a.s.),einen Sieg davonzutragen, für den Fall dass man  bereit ist, sich für die Wahrheit einzusetzen, auch wenn es den Kampf bedeuten sollte. Der Kampf ist hier natürlich nicht auf das körperliche beschränkt, sondern auch das Sprechen eines wahren Wortes stellt einen Kampf dar. So, wie in dem folgendem Hadith.

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Der beste Dschihad* ist, das Wort der Wahrheit (und des Rechtes) vor einem tyrannischen Herrscher zu sprechen.“ (Hadith: Tirmidhi)

*wörtl.: sich anstrengen, sich bemühen (auf dem Wege Allahs)

 

Eine weitere Weisheit und Prüfung steckt in der Krankheit und Gesundheit, die Allah den Menschen gibt oder nicht gibt. Mit der Krankheit prüft Allah die Menschen, denn die Krankheit ist etwas, was den Körper betrifft. Etwas was einem Schmerzen und Unwohlsein einbringt, lässt einen oft ungeduldig und wütend werden. Zumindest dann, wenn man ungläubig ist und nicht auf Allah vertraut. Selbstverständlich ist es unangenehm krank zu sein, insbesondere dann, wenn es sich um eine sehr schlimme Krankheit handelt, die vielleicht den Tod bedeuten könnte. Andererseits kann man oft auch nicht auf Anhieb den Nutzen des Krankseins erkennen. Doch wie gesagt, das liegt einzig und alleine in der Hand Allahs. Auch hier lässt sich wieder ein Beispiel anbringen, bei welchem ersichtlich wird, dass man nicht immer auf Anhieb etwas Gutes erkennen kann. Die Rede ist hier von der herkömmlichen Impfung eines kleinen Kindes, welches Schmerz bedeuten wird. Daher wird das Kind sich wehren, und kann in keinster Weise nachvollziehen, warum man es so fürchterlich quälen möchte. Dies, weil es nicht weiß, dass der eine kurze Schmerz, viele weitere Schmerzen abwehren wird. Das Kind sieht einfach nur das „hier und jetzt“, und viele Erwachsene sind leider nicht klüger als die Kinder.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Jemand, der einen festen Glauben hat, ist besser und Allah lieber als einer mit schwachem Glauben. In jedem ist Gutes. Sei auf das bedacht, was dir (bei Allah) nützt, bitte Allah um Hilfe, und laß (dabei) nicht nach. Wenn dir etwas zustößt, sag nicht: Wenn ich etwas getan hätte, wäre es so und so gekommen, sondern sag: Allah beschließt und tut, was er will. Denn das „Wenn“ öffnet dem Wirken des Schaitan (Tür und Tor).“  (Hadith; Muslim)

 

Und nebenbei bemerkt leben wir hier unten auf der Erde und (noch) nicht im Paradies. Im Paradies wird man frei von Krankheit und Qual sein, doch hier auf Erden sind wir nur, um Allah zu dienen und um in unserem Glauben geprüft zu werden. Allah prüft also die Menschen mit dem Mittel der Krankheit. Er prüft damit sowohl den Kranken, als auch die Angehörigen. Sehr gut erkennbar bei der Vorstellung, dass Vater, Mutter oder das eigene Kind erkrankt. Allah prüft ob man in Verzweiflung verfällt, oder ob man auf Allah vertraut und standhaft und gläubig bleibt. Ein Gläubiger wird demnach sagen: „Gelobt sei Gott. Ihm alleine obliegt das Recht und die Weisheit und das Wissen, den Menschen erkranken zu lassen oder ihn zu heilen. Er hat die Macht über Gesundheit und Krankheit und wir gehören Allah alleine. Er kann tun und lassen was Er will (dieses war jetzt nur ein Beispiel, was man sagen könnte, um Allah seine Geduld zu beweisen, und stellt kein überliefertes Dua dar).“

Ein Ungläubiger aber, wird sagen: „Oh nein! Warum ich! Wieso mir! Womit habe ich das verdient! Und so weiter.“ Dieses ist ein klares Zeichen von Unglauben. Man vertraut in keinster Weise auf Allah und trägt keinerlei Hoffnung in sich, dass es einem vielleicht irgendwann einmal wieder besser gehen könnte. Das ist falsch. Und diese Menschen können einem sehr leid tun. Denn sie wissen nichts von dem Segen und von dem Lohn, den sie als Gläubiger Mensch von Allah zu erwarten hätten. Sie können nicht über ihren eigenen Horizont hinaus blicken, und verharren in ihrer eigenen kleinen Welt, die in Wirklichkeit nicht klein ist, sondern Teil eines Ganzen Großen. Wie eine Ameise, die denkt, dass der Garten in dem sie lebt, die Welt darstellt, doch in Wahrheit ist es nicht einmal ein Atom von der selbigen.

Ein Gläubiger Muslim ist dankbar für alles was ihn trifft. Sei es nun gut oder schlecht (aus menschlicher Sicht). Über das Gute freut er sich und über das Schlechte ebenfalls, da es einen immens großen Lohn dafür geben wird.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Die Sache des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so, außer dem Gläubigen. Wenn ihm etwas Schlechtes widerfährt, ist er geduldig, und dadurch wird es gut für ihn, und wenn ihm gutes widerfährt, ist er dankbar, und dadurch wird es (auch) gut für ihn.(Hadith: Muslim)

 

Und des Weiteren ist es doch auch möglich, dass die Krankheit noch einen weiteren Sinn außer der Prüfung verfolgt. Denn durch die Krankheit werden vielleicht Antikörper gebildet, welche einen vor einer noch schlimmeren Krankheit bewahren werden. Frei nach dem Motto: „Was dich nicht tötet, das macht dich stark.“ Oft werden Menschen, welche eine schwere Krankheit hinter sich gebracht haben, weiser und bewusster in ihrem Leben. Allah hat sie wieder geheilt, und dem Gläubigen ist diese Gnade und Barmherzigkeit durchaus bewusst. Ein Muslim ist für die wieder gewonnene Gesundheit sehr dankbar, und äußert dies durch tieferen Glauben. Er erkennt die Allmacht Allahs, welcher fähig war, einen krank und hernach wieder gesund zu machen. Der Mensch ist dagegen völlig machtlos und der menschliche Körper ist dem Willen Allahs völlig ergeben.

Ich sage bewusst „ der Körper „, denn die Seele und der Geist des Menschen ist in dieser Beziehung anders. Da Allah den Menschen den freien Willen schenkte. Und so ist der Geist des Menschen nur allzu schnell Widerspenstig und möchte trotz Millionen von Zeichen nicht an Allah glauben. Und so muss der Geist des Menschen durch kleine Piekse hier und da auf die Allmacht Allahs hingewiesen werden. Letztendlich bedeutet die Krankheit für den Muslim also nur Gutes, da es den Glauben stärken oder sogar erstmals wecken soll, und das ist sehr gut, da es das Paradies bedeutet. Und für einen Andersgläubigen würde der Satz: „Würde man die Gesundheit erkennen, wenn die Krankheit nicht wäre?“ wohl völlig ausreichen, um zu erklären, dass auch in Krankheit ein Segen liegt.

Wobei noch kurz eine weitere Sache, Allahs Weisheit betreffend, angeschnitten werden kann. Es gibt Menschen hier auf Erden, die aufgrund eines Gendeffekts, von Geburt an einen anderen Körperbau haben als gesunde Menschen. Diese Veränderung können vielerlei Art geschehen, und wird in der hiesigen Gesellschaft als „Behinderung“ bezeichnet. Doch jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und hat Rechte wie jeder andere auch. Und in Wirklichkeit zeigt sich in dre Veränderten Körperstrucktur lediglich Allahs Macht und Allmacht. Da die Menschen Seine Existenz verleugnen und alles einem Zufall zuschreiben. Aber alles ist penibel genau und perfekt geplant und gestaltet. Allah beweist durch die Menschen die anders als gewohnt aussehen, dass auch nur die allerkleinste Veränderung in der Genstrucktur eine große Wirkung erzielt. Dies an all jene gerichtet, die davon ausgehen, der Mensch sei ein Zufallsprodukt. Eine Wirkung die dem Mensch so ganz und gar nicht gefällt. Demnach ist alles von Allah. Er schafft und tut alles was Er will, und das ist auch Sein gutes Recht, denn Er ist der Schöpfer.

Siehe hierzu auch Teil 1: https://abduomer9.wordpress.com/2006/08/22/das-diesseits-teil-1/

Und auch: https://abduomer9.wordpress.com/2013/03/08/das-diesseits-ad-dunja-teil-1-zusammenfassung-des-lebens/

Siehe auch Teil 3: https://abduomer9.wordpress.com/2006/08/22/das-diesseits-teil-3/

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3 Gedanken zu “Das Diesseits (Ad-Dunja) Teil 2 Prüfungen/Allahs Weisheit*

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