Das Diesseits (Ad-Dunja) Teil 3: die guten und schlechtenTaten / das Schicksal*

Gute und schlechte Taten sowie deren Aufzeichnung (Niederschrift)

Und das (Versammlungs-) Gelände wird erstrahlen im Lichte seines Herrn, und das Buch wird vorgelegt, und die Propheten und die Zeugen werden herbeigebracht; und es wird zwischen ihnen in Gerechtigkeit gerichtet werden, und sie sollen kein Unrecht erleiden. (69) Und jedem von ihnen wird voll vergolten werden, was er getan hat; und Er weiß am besten, was sie tun. (70)  ( Sura 39 ; Ayat 67-70 )  

Wahrlich, Wir sind es, Die die Toten beleben, und Wir schreiben das auf, was sie begehen, zugleich mit dem, was sie zurücklassen; und alle Dinge haben wir in einem deutlichem Buch verzeichnet.  ( Sura 36; Aya 12 )

 

( Der Prophet ) hat gesagt: „ Wenn jemand stirbt, fragen die Engel: >Was hat er vorausgeschickt (an guten Taten)? < Während die Menschen fragen: >Was hat er hinterlassen? < “   (Baihaqi)

Die Guten und schlechten Taten des Dieners Allahs werden von Allah aufgezeichnet bzw. niedergeschrieben. Diese Aufgabe wird von den so genannten „Schreiberengeln“ übernommen. All die Dinge die man im Diesseits getan hat werden also festgehalten. Zu diesem Zweck erhält man ein Buch in welchem all diese Taten zu finden sein werden. Diese Engel begleiten den Diener Allahs ständig. Sie befinden sich zur Linken und zur rechten Seite eines jeden Menschen. Sowohl bei den Gläubigen als auch bei den Ungläubigen. Der Engel zur Linken Seite zeichnet die schlechten Taten des Menschen auf. Jedoch tut er dies nicht unmittelbar nach dem verrichten der schlechten Tat. Der Engel wartet vielmehr ab, ob der Diener Allahs seine Tat bereut oder nicht. Für den Fall der Reue wird die Sünde nicht niedergeschrieben. Bereut der Sündige jedoch nicht, so wird seine Sünde niedergeschrieben. Der Engel zur rechten Seite eines jeden Menschen schreibt die guten Taten auf. Hier erfolgt die Aufzeichnung sofort. Ohne jegliche Verzögerung. Für den Fall, dass es sich um eine ausgesprochen gute Tat handelt (dies entscheidet natürlich Allah), wird diese Tat sogar als ein vielfaches niedergeschrieben, um die guten Taten des Menschen noch zu mehren. Dies ist eine Barmherzigkeit Allahs. Da Allah Seine Diener liebt und ihnen stets gutes möchte. Er unternimmt alles, um Seinem Diener den Eintritt in das Paradies zu erleichtern. Auch die Prüfungen dienen unter anderem diesem Zweck. Da der Mensch, welcher von Allah für das Paradies bestimmt ist, großen Lohn für jegliche Art von bestandener Prüfung zu erwarten hat. Doch dies nur am Rande, da das Thema „Prüfungen“ schon an anderer Stelle ausführlich behandelt wird.

 

Allah macht es dem Diener den Er liebt leicht, gute Taten zu verrichten und Er macht es ihm leicht auf dem rechten Weg zu bleiben und Hassanat zu sammeln. Und andererseits macht Er es dem Diener, welcher nicht an Ihn glaubt, leicht, schlechte Taten zu verrichten. Doch dazu erst später. Zuvor etwas zu dem Wort „Hassanat“, man kann aber auch „Sadaqa“ sagen. Hassanat sind die „Punkte“ die Allah einem aufschreibt, wenn man etwas Gutes oder Richtiges getan hat. Immer wieder gerne herangezogen wird in diesem Zusammenhang der Vergleich des hier auf Erden bekannten Kontos. Auf einem Konto, hier im  Diesseits, wird alles was mit den Finanzen des Kontoinhabers zu tun hat verbucht. Der Lohn beispielsweise, den man durch seine Arbeit erlangt, wird auf dem Konto als Plus verbucht. Man kann dann auf dieses Geld zurückgreifen. Doch wenn der Inhaber des Kontos sich in Schulden stürzt, weil er beispielsweise einen Fehler begangen hat, oder auf Betrüger hereingefallen ist, so wird auch dieses auf dem Konto verbucht. Der Schuldner muss nun Geld auftreiben, um wieder auf ein Plus zu kommen. Genauso verhält es sich im Leben mit den Guten und Schlechten Taten. Allah verzeichnet alles was wir tun auf unserem „Himmelskonto“. Sei es gutes oder schlechtes. Für jede Gute Tat gibt es ein Plus, und ein vielfaches als Geschenk von Allah dazu, und für jede schlechte Tat gibt es ein Minus, im Werte der schlechten Tat. Nicht immer ist es nötig, schlechte Taten wieder gut zu machen, beispielsweise, wenn man keinem anderen Menschen geschadet hat. Bei aufrichtiger Reue vergibt Allah einem die Sünden, und diese schlechte Tat kann gelöscht werden. Doch es schadet nicht, sich in guten Taten zu beeilen und wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Denn wer von uns weiss schon, ob unsere Reue immer aufrichtig ist?

Ibn Abbas, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte unter dem, was er über seinen Herrn, Den Allmächtigen und Erhabenen berichtete: >Wahrlich, Allah hat die guten Taten und die schlechte Taten niedergeschrieben, alsdann über sie eine Erklärung gegeben: Wer also etwas Gutes zu tun beabsichtigt und es aber nicht tut, dem schreibt Allah es bei Sich als eine volle gute Tat nieder. Wenn er es aber zu tun beabsichtigt und es tut, dem schreibt Allah es bei Sich als zehn bis zu siebenhundertfachen, sogar bis zu noch mehr Mehrfachen gute Taten nieder. Und wer etwas schlechtes zu tun beabsichtigt und es nicht tut, dem schreibt Allah es bei Sich als eine volle gute Tat nieder. Wenn er es aber zu tun beabsichtigt und es tut, dem schreibt Allah es als eine einzige schlechte Tat nieder.<“ (Bucharyy)

Die Guten Taten tilgen die schlechten. Auf diese Weise hat man von Allah die Möglichkeit bekommen, seine Sünden bereits im Diesseits wieder gut zu machen, und so der gerechten und auch gerechtfertigten Strafe zu entgehen. Denn Allah ist der Allerbarmer, der Barmherzige, aber Er ist auch der Gerechte. Alle Seine Strafen haben einen Sinn und sind immer gerecht. Er vergibt aus Barmherzigkeit und bestraft aus Gerechtigkeit! Allah hat den Menschen wahrlich genug Möglichkeiten an die Hand gegeben, Sünden wieder gut zu machen, und Allah hat den Menschen genug Möglichkeiten gegeben zu bereuen und an Ihn zu glauben. Man muss sich nur besinnen und auf Allah vertrauen. Man muss aus tiefstem Herzen die schlechten Taten bereuen. Diese Reue nennt man Tauba. Tauba ist ein Werkzeug oder Mittel um Allah näher zu kommen. Die Tauba ist das Tor zur Vergebung. Wenn man etwas Schlechtes tut und dieses nicht bereut, so wird Allah einen dafür zur Rechenschaft ziehen und bestrafen, entsprechend der begangenen Sünde. Wenn man allerdings bereut und dieses aufrichtig und aus tiefstem Herzen tut, so wird Allah einem dafür, so Gott will, vergeben und von der Bestrafung und/oder dem löschen guter Taten am Tage des jüngsten Gerichtes, absehen.

 

Anas, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagen: „>Allah der Hocherhabene sprach: > O Sohn Adams, solange du mich anrufst und anflehst, vergebe ich dir, was du begangen hast, ohne dass ich vor etwas scheue. O Sohn Adams, wenn auch deine Sünden so viel wie die Himmelshöhe wären, und du Mich um Vergebung bittest, so werde ich dir vergeben. O Sohn Adams, wenn du zu Mir voll beladen mit Sünden gleich der ganzen Erde kämst, und Mir keinen anderen beigesellst, komme Ich dir voll beladen mit Vergebung gleich der ganzen Erde entgegen.>>“ (Tirmidhi/Ahmad)

Abu Dharr  ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) überliefert, dass der Prophet (ALLAhs Segen und Frieden mit ihm) sagte: „Allah, der Allmächtige und Erhabene, sagt: „Wer eine gute Tat vollbringt, wird zehnfach oder noch mehr belohnt, und wer eine böse Tat begeht, wird nur für eine Sünde bestraft, oder es wird ihm vergeben. Und wer Mir um eine Armeslänge entgegenkommt, dem komme Ich um zwei Armeslängen entgegen; und wenn jemand zu Mir geht, dem werde Ich entgegenlaufen; und wer Mich trifft mit der ganzen Welt voller Sünden, dem werde Ich, vorausgesetzt, dass er Mir niemanden beigesellt hat, mit einer gleichen Menge an Vergebung begegnen.“ (Muslim)

 

Die einzige Sünde die Allah, sofern man in diesem Zustand stirbt, nicht vergibt, ist der Götzendienst. Dieses bedeutet die Beigesellung von etwas oder jemandem neben Allah. Wenn man also neben Allah etwas anderes anbetet , so sind alle Guten Taten hinfällig und werden nicht angenommen. Allah etwas beizugesellen ist die schlimmste Sünde, die man begehen kann. Doch wenn man diese Sünde noch zu Lebzeiten erkennt, und sich voll und ganz Allah zuwendet und an Ihn alleine glaubt, so hat man nichts zu befürchten. Auch hier sei wieder erwähnt, dass es nicht ohne Reue geht. Die Reue ist ein wundervolles Mittel, sich Allah zu widmen und den eigenen Glauben noch zu steigern. Denn die Reue reinigt das Herz und die Seele. Man entledigt sich all des Mülles den man über die Zeit angesammelt hat. Und man spült die Sünden durch die Tränen, die nur für Allah fallen, heraus. Das Gefühl der Reue tut weh, da man sich seine eigenen Fehler eingesteht und das erfordert ein hohes Maß an Selbstkritik. Doch danach fühlt man sich frei und rein und dieses erzeugt ein Gefühl des Glückes ohne gleichen. Die Reue ist ein Merkmal des Glaubens. Die Reue ist die Reinigung des Glaubens. Die Reue sollte man stets in seinem Herzen und das Wort der Reue stets auf den Lippen tragen. Das Wort der Reue lautet: „astachfirllah Azim“, welches „Ich bitte um Allahs Vergebung, des Mächtigen“ bedeutet. Wann immer man kann, sollte man diese Worte sagen. Es wird einem auf gar keinen Fall Schaden zufügen, sondern es wird einem Segen, Vergebung und Gutes geben, wenn man diese Worte oft wiederholt. So sollte man diese Worte sagen, wenn man etwas schlechtes getan, gesagt und auch gedacht hat,auch wenn man für das schlechte Denken, solange es nur bei einem Gedanken bleibt, nicht bestraft wird. Aber schlechte Gedanken, können zu schlechten Taten führen, nicht wahr? Oder wenn man etwas schlechtes sieht, auch dann, wenn man es nicht selbst getan hat. So ersucht man doch zumindest die Zuflucht bei Allah vor diesem schlechten. Des weiteren verdeutlicht man so vor Allah sein entsetzten vor all den Bösen Dingen dieser Welt, und das man nicht gewillt ist, ebenfalls solcherart Sünden zu begehen. Auch kann es vorkommen, das man eine Sünde begeht, und man bemerkt es nicht. Denn manchmal erscheint einem etwas als nicht so schlimm, aber in den Augen Allahs ist es durch aus schlimm. Denn der Mensch ist klein und begeht viele Fehler! Es schadet daher nicht, immerzu um die Vergebung Allahs zu bitten. Man sollte natürlich nicht den Fehler machen, und nichts aus seinen Fehlern lernen.  Dieses wäre wirklich leichtsinnig. Sofern man lebt, kann man seinen Fehler auch wieder gut machen und bereuen, doch was ist wenn man nach einem begangenen Fehler stirbt, und nicht die Möglichkeit hatte, zu bereuen? Jeden Morgen, an dem man erwacht und die Augen öffnet, hat man von Allah die Möglichkeiten für Reue und das Verrichten von guten Taten bekommen, eine neue Chance sozusagen. Diese Chance sollte man nutzen. Und nichts ,was man sich in Sachen des Glaubens vorgenommen hat, sollte man verschieben, sondern lieber gleich anpacken und tun, denn man weiß niemals, ob man auch am nächsten Tag, die Augen wieder öffnen darf.

An diesem Tage werden die Menschen einzeln hervorkommen, um ihre Werke zu sehen. 7. Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. 8. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wir es sehen. (Sura 99 (Das Erdbeben) Ayat 7+8 )

Allahs Gesandter hat gesagt: „ Das Alter des Sohnes Adams schreitet vor, und mit ihm schreiten ebenfalls zwei Dinge vor: die Liebe zu Hab und gut und die Liebe zum langen Leben.“ ( Buchari )

Allahs Gesandter hat gesagt : „ Ein Mensch wird sich (am Tage der Auferstehung) nicht eher entfernen, als bis er nach fünf (Dingen) gefragt worden ist : Wie er sein Leben verbracht hat, wie er seine Jugend verbracht hat, wie er sein Vermögen erworben und ausgegeben hat und wieweit er nach dem handelte, was er an Wissen besaß.“ (Tirmidhi)

 

Die Menschen werden am Tage des Jüngsten Gerichts ihre schlechten Taten abstreiten. Jedoch wird Allah, Der keiner Erinnerung durch ein Buch bedarf, den Menschen ihr Buch vorlegen. Dieses enthält natürlich alle „Beweise“. Damit ist den Menschen jegliche Möglichkeit etwas abzustreiten genommen. Allah benötigt diese  Schriften nicht, denn Er ist der Allwissende. Der Mensch allerdings benötigt diese Beweise, um sich all diese Ding wieder zurück ins Gedächtnis zu rufen. Wie soeben in dem letzten Hadith erwähnt, wird Allah uns danach fragen, welche Dinge wir in unserem Leben getan oder auch nicht getan haben. Der freie Wille, den der Mensch sich aussuchte, birgt eine große Verantwortung. Jeder Mensch ob willig oder unwillig, trägt diese Verantwortung.

Ab dem Zeitpunkt, an dem man in die Pubertät eintritt, ist man vor Allah für seine Taten verantwortlich. Jeder Mensch, ob gläubig oder ungläubig muss sich dessen bewusst sein. Früher oder später wir ein jeder den Tod schmecken und vor seinen Schöpfer treten. Dann werden wir wissen, ein jeder von uns, was wir getan haben und was wir unterlassen haben. Was wir besser hätten tun sollen, und was wir besser hätten unterlassen sollen. Insbesondere der Satz “…und  wieweit er nach dem handelte, was er an Wissen besaß“ ist auch sehr wichtig. Solange man zu den unwissenden gehört, kann man auch nicht für etwas zur Verantwortung gezogen werden, da man keine Kenntnis besaß! Aber sobald man von etwas erfahren hat, z.B. dass das was man zu tun pflegte beispielsweise Sünde ist, so muss man dieses sofort unterlassen oder verbessern. Doch Allah macht uns dafür verantwortlich, wenn wir z.B. die Möglichkeiten hatten, etwas zu lernen, und es dennoch nicht getan haben, da wir die Unwissenheit vorzogen. Allah fordert im Koran die Menschen auf, sich Wissen anzueignen und zu lernen, also gehört es zu den Pflichten des Muslims, auch genau dieses zu tun, sofern man die Möglichkeiten dazu hat. Wenn der Mensch Wissen über etwas besitzt, so  muss er auch danach leben. Hierzu ein Beispiel welches weder mit Haram (Sünde) noch mit Halal (Erlaubtes) etwas zu tun hat.

Wenn ein Mensch stirbt, und an einen Schöpfer glaubte, jedoch nichts von Allah und den Propheten wusste, so wird  er, so Gott will, dennoch das Paradies betreten. Warum? Er wusste nichts vom Koran oder den anderen Schriften, und er hatte keine Möglichkeit sich darüber Wissen anzueignen. Alles was er wusste, so dachte er sich, ist dass es einen Schöpfer gibt. Darum betete er ihn an. Das war auch sicherlich die richtige Entscheidung, denn das war sein Eintritt in das Paradies. Der Grund dafür, dass er sich kein Wissen aneignen konnte, ist der, dass er in einer zurückgezogenen Berggegend wohnte, in welche nie ein Mensch hineinkommt. Doch was ist mit dem Menschen, welcher mitten in der Stadt wohnt? In Zeiten von Fernsehen, Büchern, anderen Medien und Internet? Kann er sagen, er wusste von nichts? Ganz sicher nicht. Schon in dem Moment, in dem er eine Muslima mit Kopftuch gesehen hat, hätte er sich erkundigen müssen, was dieses zu bedeuten hat. In dem Moment, in dem ihm das Wort Islam in die Ohren drang, hätte er sich erkundigen müssen. Indem Moment, indem er im vorbeigehen den Azan aus einem Fenster ertönen hörte, hätte er sich erkundigen müssen, und, und, und …. Die Menschen in der heutigen Zeit haben keine Ausrede mehr, um sich bei Allah herauszureden. Jeder der möchte, hat die Gelegenheit, sich Wissen anzueignen und zu lernen. Es sei denn, man ist geistig nicht imstande, also eingeschränkt. Diesen Menschen trifft keine Schuld. Auf der anderen Seite birgt diese Sache eine weitere Verantwortung. Eine Verantwortung all der Menschen, die bereits Wissen besitzen. Sie müssen dieses weitergeben an andere und es nicht für sich behalten. Und es ist die Pflicht eines jeden Muslims, seine Religion, also den Islam, in einem besonders schönen Lichtalso wahrheitsgemäß, darzustellen und zu präsentieren. Wir müssen den Islam vorleben. Und zwar richtig vorleben. Sprich genauso leben, wie Allah es von seinem Diener verlangt und erwartet. Einladend und nicht abschreckend. Auf diese Weise bieten wir einem unwissenden die Möglichkeit, sich über den Islam zu informieren oder sich für den Islam zu interessieren. Indem wir den Islam in all seiner Schönheit und Freundlichkeit präsentieren, geben wir den Menschen den Mut, Fragen zu stellen und auf die Muslime zuzugehen.

 

Nun, wie Anfangs erwähnt, kommen wir nochmals zurück auf die entsprechenden Taten eines Menschen . Zunächst kommt es einmal auf die Absichten des jeweiligen Menschen an. Jedes Mal, wenn man eine Sache angeht so muss man dazu die konkrete Absicht fassen. Die Absicht, dass man es einzig und alleine für Allah tut, und dass man es gut meint. Nur wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, so hat man auch den Lohn Allahs zu erwarten. Doch einmal abgesehen von dem Lohn Allahs, kann man auch etwas tun, um Allah einfach näher zu kommen und Seine Liebe zu erlangen, bzw. um Allah seine Liebe zu bezeugen. All dies gehört zu den Absichten die man mit einer guten Tat verbinden sollte. Das Verrichten der guten Taten ist äußerst einfach und die Liste der guten Taten ist lang. Solange der Mensch seine Pflichten gewissenhaft erfüllt (also das Gebet, das Fasten etc.) so zählt dieses bereits als eine gute Tat, und Allah belohnt Seinen Diener dafür. Selbst wenn man etwas aus dem Weg räumt, welches einem anderen Menschen den Weg versperren könnte, so ist es schon eine gute Tat. Selbst ein einfaches Lächeln, welches man einem anderen Menschen schenkt, ist schon eine gute Tat. Wie bereits zu Anfang gesagt, macht Allah Seinem Diener den Weg zum Heil leicht, und dem Ungläubigen den Weg zum Unheil leicht. Er läst den Ungläubigen ihre Taten im schönsten Lichte erstrahlen, so dass sei meinen, sie seien rechtgeleitet oder sie täten das richtige. Doch da irren sie gewaltig. Er verleiht ihnen Erfolg durch ihre schlechten Taten, so dass sie damit fortfahren und ihre Sünden gemehrt werden. Ein Mensch welcher nicht einmal einen Funken Glauben in seinem Herzen trägt, ist verloren und ein hoffnungsloser Fall, und er wird ein hoffnungsloser Fall bleiben, wenn es der Wille Allahs ist. Dies ist der Grund dafür, dass Verbrecher oft ungeschoren davon kommen und ihre schändlichen Taten fleißig immer und immer wieder verrichten. Wenn sie z.B. stehlen, so werden sie dabei nicht erwischt. Demnach behalten sie das erbeutete, sie werden es so oft wiederholen, bis sie reich geworden sind. Sie ahnen nicht, dass dieses zu Allahs Plan gehörte, um ihre Sünden zu mehren. Sie hätten aufgrund ihres freien Willens eigentlich die Wahl zwischen Gut und Böse, doch sie entscheiden sich immer und immer wieder für das Böse. Sie sind daher völlig abgeirrt und verleugnen Allah. Allah ist der Gerechte und Er alleine entscheidet, welche Seele er retten möchte und welche Seele es nicht wert ist gerettet zu werden. Eine solche Seele muss durch und durch verdorben sein und zieht es vor, dem Teufel anstelle Allahs zu dienen. Viele Menschen sind verwundert  darüber, dass es den Gläubigen oft wesentlich schlechter als den Ungläubigen geht. Auch dieses gehört zu Allahs Plan. Allah gibt jedem Menschen seinen gerechten Lohn. Auch Nichtmuslime verrichten ab und an gute Taten, doch sie widmen diese Taten nicht Allah sondern den Menschen oder anderen vermeintlichen Göttern. Allah läst solchen Menschen ihren Lohn zukommen, jedoch bekommen sie diesen Lohn in Form von Anerkennung durch die Mitmenschen oder auf andere Art und Weise. Ausschlaggebend ist, dass sie ihren Lohn im Diesseits erhalten, nicht aber im Jenseits. Im Jenseits werden sie zu den Verlierern gehören. Für einen Muslim gibt es keinerlei Gründe um einen anderen um seinen Reichtum oder seine guten Lebensumstände zu beneiden, denn vielleicht hat diese Person den Reichtum durch Verbotenes erlangt, und daher wird diese Person nach ihrem Tode bestraft. Oder vielleicht ist dieses ihr Anteil an ihrer Existenz, aber im Jenseits bekommen sie nichts mehr, da sie all ihre Rechte verbraucht haben. Für den Muslim ist das Diesseits auch nicht die Krönung allen Seins, denn es dient lediglich als eine Zwischenstation. Es ist nicht wichtig in Reichtum zu leben, denn ein Muslim zieht das Paradies dem Reichtum des Lebens vor. Der Lohn, den der Muslim zu erwarten hat, wird ihm im Jenseits zukommen. Und der Lohn des Ungläubigen wird ihm im Diesseits zukommen.

 

1.Bei der Nacht, wenn sie verhüllt! 2. Beim Tag, wenn er sich enthüllt! 3. Und bei Dem, der Mann und Frau erschuf! 4. Euer Bemühen ist wirklich höchst unterschiedlich. 5. Was nun den anbetrifft, der gibt und (Allah) fürchtet 6. Und das Beste für wahr erklärt, 7. Dem machen Wir den Weg zum Heil leicht. 8. Was aber den anbetrifft, der geizig ist und auf niemand angewiesen zu sein glaubt 9. Und das Beste für Lüge erklärt, 10. Dem machen Wir den Weg zum Unheil leicht. 11. Und sein Reichtum nützt ihm nichts, wenn er hinabgestürzt wird. 12. Uns obliegt führwahr die Rechtleitung. 13. Und Unser ist das Künftige (im Jenseits) und das Gegenwärtige (im Diesseits). 14. Darum warne Ich euch vor einem lodernden Feuer! (Sura 92 (Die Nacht) )

 

Allahs Gesandter hat gesagt: „Niemanden von euch werden seine Taten ins Paradies bringen oder vor dem Höllenfeuer bewahren –auch mich nicht- außer durch die Barmherzigkeit Allahs.“ (Muslim)

Schicksal

 

Allahs Gesandter hat gesagt: „Kein Knecht (Allahs) glaubt (wirklich), solange er nicht an die Vorbestimmung von Gutem und Schlechtem (in seinem Leben) glaubt und er nicht erkennt, dass das, was ihm zustößt, ihn nicht verfehlen sollte, und das, was ihn verfehlte, ihm nicht zustoßen sollte.“ ( Tirmidhi)

Jeder Mensch, welcher sich als Muslim bezeichnet, muss daran glauben, dass es ein Schicksal gibt oder auch anders ausgedrückt, die Vorherbestimmung. Dieses Schicksal gilt es als gegeben anzunehmen und zu akzeptieren. Ein jeder Mensch bekommt sein eigenes Schicksal zugewiesen. Diese festen Stationen, wie Geburt und Tod oder auch die Bestreitung des Lebensunterhaltes, werden dem ungeborenen Leben im Mutterleib bereits übergeben, durch die Boten Allahs, sprich die Engel. Der Mensch bekommt im Diesseits den freien Willen geschenkt. Doch der freie Wille beeinflusst nicht sein Schicksal, d.h. der Mensch kreiert sein Schicksal nicht selbst, sondern der freie Wille dient vielmehr als Reaktion auf ein Schicksal welches ihm zugestoßen ist. Der Mensch entscheidet, wie er auf ein von Allah getroffenes Schicksal reagiert, also mit Glaube und Geduld, oder ungläubig. So oder so, der Wille Allahs wird geschehen, denn Allah weiß bereits im Voraus was geschehen wird oder was Er geschehen lassen möchte.

Abdullah berichtete: „ Der Prophet (s) zeichnete ein Rechteck und zog durch dessen Mitte eine Linie, die über seine Kontur hinausragte. Er zeichnete noch dazu kürzere Linien, die seitlich zu dem Teil standen, das sich innerhalb des Rechtecks befand, und sagte : > Das ist der Mensch und das ist seine Lebensdauer, von der er umgeben ist…..Was aber davon hinausragt ist seine Hoffnung, während die kürzeren Linien die Ereignisse darstellen, die ihn treffen werden. Wenn ihn ein Teil davon nicht trifft, so trifft ihn das andere, und wenn ihn das andere nicht trifft, so trifft ihn das eine.<“ (Buchari)

 

In diesem Hadith bekommt man eine anschauliche, einfache und leicht verständliche Erklärung des Schicksals. Es lässt allerdings die Vermutung zu, dass Allah individuell entscheidet, welcher Teil des Schicksals den Menschen tatsächlich treffen soll, und welcher nicht. Da Allah der Allmächtige ist, steht es IHM alleine zu, zu entscheiden, was dem Menschen zustoßen soll, und was nicht. Es steht Ihm auch zu, das Schicksal eines Menschen zu verändern, sofern Allah es wünscht. Die Bittgebete welcher der Mensch zu Allah spricht, sind nicht verloren. Allah erhört die Bittgebete Seines Dieners, und wenn Er Seinen Diener liebt, so wird Er vielleicht zugunsten dieses Dieners, das Schicksal ändern. Doch es ist, wie auch immer man es zu drehen versucht eines ganz sicher, Allah alleine entscheidet den Werdegang des Dieners. Es ist alleine Allah, der Dinge geschehen oder nicht geschehen lässt. Wenn Allah das Schicksal eines Menschen ändert, dann einzig und alleine aus Seiner reinen Barmherzigkeit heraus. Und was auch immer geschieht, Allah wusste es bereits im Voraus, was geschehen wird. Wenn Sein Diener sich im Glauben Allah nähert und bereut, so wird sich Allah ebenfalls Seinem Diener nähern. Die so genannte Änderung des Schicksals ist nichts anderes als ein Geschenk von Allah, oder aber auch eine Bestrafung im umgekehrten Fall, d.h. wenn ein Diener sein Glück verspielt und sich zum Unglauben wendet. Am jüngsten Tag werden wir dann, wenn wir nun wieder vom ersten Fall ausgehen, sehen, welchem schlechten Schicksal wir durch unseren Beschluss ein Diener Allahs zu sein, entgangen sind. Dennoch, auch wenn es für den menschlichen Verstand nur schwer zu verstehen ist, war es der Wille Allahs, dass man sich Ihm zugewendet hat, denn Allah ist derjenige welcher rechtleitet, oder in die Irre gehen läst. Alle Geschöpfe auf Erden unterliegen dem Willen Allahs. Und alle Geschöpfe Allahs werden genau das tun, was Allah für sie bestimmt hat.In einer Überlieferung heißt es:

Von Ibn Umar (r) wird überliefert, dass er im Bittgebet folgendermaßen zu sprechen pflegte: „O Allah! Wenn du mich als Elenden aufgeschrieben hast, so wisch dies aus und schreibe mich als Glückseligen auf!“

 

Diese beiden Zitate gelten als Beleg für das eben gesagte, dass Bittgebete helfen können, Allahs Barmherzigkeit zu erlangen und das Unheil abzuwenden. Man hat als Mensch also nicht wirklich Einfluss auf sein eigenes Schicksal aber man hat durch Bittgebete die Möglichkeit, auf Allahs Gnade zu hoffen, dass Er einen vom Unglaube abwenden und dem rechten Weg und dem Glauben zuwenden möge.

 

Zusammenfassend sei also gesagt:

Der Mensch lebt, weil es der Wille Allahs ist, dass man existiert. Im Diesseits hat man sich stets zu bemühen, ein Gottesfürchtiges Leben zu führen und damit Allah zu dienen. Man soll sich in guten Taten üben und das schlechte vermeiden. Allah prüft uns im Diesseits unaufhörlich auf unseren Glauben. Doch der Mensch hat einen großen Lohn und ewige Glückseligkeit im Paradies zu erwarten, wenn er den Strapazen des Diesseits standhält und den Glauben in seinem Herzen bewahrt. Solange man sich Allah nähert, wird Allah einem helfen, das Leben zu ertragen, und den Glauben zu mehren. Allah gibt seine gläubigen Diener niemals auf. Wenn man zu jenen gehört, welche oft geprüft werden, so ist es ebenfalls gut, denn Allah prüft die Diener die Er liebt, um ihre guten Taten zu mehren. Seid geduldig und standhaft und ertragt alles in Geduld. Allah wird euch dafür doppelt und mehrfach lieben. Doch die besten Worte sind immer noch die des Propheten Muhammad, und er pflegte einst folgendes zu sagen:

 

Ibn Abbas berichtete: Ich war einmal hinter dem Propheten(Auf einem Reittier). Er sagte: „ Mein Junge, ich will dich (wichtige) Worte lehren: Bewahre Allah (in deinem Herzen), dann wirst du ihn bei dir finden. Wenn du bitten willst, dann bitte Allah, und wenn du um Hilfe nachsuchen willst, dann ersuche Allah um Hilfe. Merke dir: Wenn die Menschen (allesamt) übereinkommen, dir zu helfen, (können) sie dir nur in dem helfen, was Allah für dich niederschrieb, und wenn sie übereinkommen, dir zu schaden, (können) sie dir nur in dem schaden, was Allah für dich niederschrieb. Die Schreibfedern sind beiseite gelegt und die Seiten getrocknet. (Hadith)

Siehe hierzu auch Teil 1: https://abduomer9.wordpress.com/2006/08/22/das-diesseits-teil-1/

Siehe auch Teil 2: http://abduomer9.wordpress.com/2006/08/22/das-diesseits-teil-2/

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4 Gedanken zu “Das Diesseits (Ad-Dunja) Teil 3: die guten und schlechtenTaten / das Schicksal*

  1. Pingback: Das Diesseits (Ad-Dunja) Teil 1 Zusammenfassung des Lebens | islam kompakt

  2. Pingback: Das Diesseits Teil 2 | islam kompakt

  3. Pingback: Das Diesseits Teil 1 | islam kompakt

  4. 不爱菩提

    Hallo,dein Blog ist prima.ich bin aus Shanghai, China.ehm~~~
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    but ,hope u to go back my space~~~
    see u 

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