Das Opferfest*

Bismillahi Ar-Rahman Ar-Rahim
Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen
Salam alaikum liebe Geschwister,
wer von Euch weiß eigendlich, warum wir Muslime das Opferfest feiern?
Was sind die Hintergründe dieses so wertvollen islamischen Festes?
Ich erkläre es Euch.
Das Opferfest hat seinen Ursprung in der Geschichte des Propheten Abraham (Ibrahim) und es findet im Anschluss an die Pilgerfahrt nach Mekka (s.u.) statt.
Der Prophet Abraham, träumte eines Nachts einen ungewöhnlichen Traum. Er träumte, er würde seinen Sohn Ismael töten, genauer gesagt, opfern. Dieser  Traum war ein Befehl Allahs, genau dies zu tun. Er sollte anstelle eines Tieres seinen heiß geliebten Sohn Ismael für Allah opfern.Ismael war sein erstgeborener Sohn und zudem ein Wunschkind. Der Prophet Abraham glaubte von ganzem Herzen an Allah, und gehorchte jedem Seiner Befehle. Sein Glaube war durch nichts zu erschüttern  und auch diese Prüfung sollte seine Liebe zu Allah nicht mindern. Immer schon prüfte Allah Seine Propheten und Gesandten auf ganz besonders harte Weise, doch diese Prüfung war sehr hart. Der Prophet Abraham teilte seinem Sohn mit, was er geträumt hatte und fragte ihn, was er davon hielte. Der noch junge Ismael sagte, wenn dies Allahs Wille sei, so solle es geschehen. Die beiden machten sich auf den Weg in Richtung eines Berges, mit Strick und Messer ausgerüstet .Man stelle sich dies einmal vor, wie schrecklich das gewesen sein muss.Unterwegs begegnete ihnen der Teufel, welcher versuchte, den Propheten Abraham von seinem Unterfangen abzuhalten. Doch Abraham warf mit Steinem nach ihm und vertrieb ihn. Oben angekommen fesselte Abraham seinen Sohn und bedeckte sein Gesicht, um ihn nicht anblicken zu müssen. Gerade, als er ihn opfern wollte, und das Messer bereits angesetzt hatte, signalisierte Allah ihm , er solle es nicht tun, denn er habe die Prüfung bereits bestanden. Statt dessen schickte Allah ihm ein Tier, welches er an Stelle seines Sohnes opfern sollte. Das Tier rannte jedoch fort und Abraham und Ismael folgten ihm, konnten es eingafngen und im Tal von Mina wurde es dann geschlachtet.
Auf Befehl Allahs erbauten Vater und Sohn dann die Ka´aba um darin zu beten (siehe unten).
Siehe im Koran; Sure 37
Und zu seiner Glaubensgemeinde gehörte auch Abraham,…..Und er sprach:“ Seht, ich begebe mich zu meinem Herrn. Er wird mich rechtleiten. 100. Oh mein Herr! Gib mir einen rechtschaffennen (Sohn).“ 101. Daraufhin kündigten Wir ihm einen gutmütigen Sohn an. 102. Als dieser nun alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sprach er: „O mein Sohn! Siehe, ich sah im Traum, dass ich dich opfern müste. Schau, was meinst du dazu?“ Er sprach: „O mein Vater! Tu, was dir befohlen wird. Du wirst mich, so Allah will, standhaft finden.“ 103. Sobald beide sich (Allah) ergeben hatten und er ihn mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gelegt hatte, 104. riefen Wir ihm zu: „O Abraham! 105. Du hast das Traumgesicht bereits erfüllt!“ Wahrlich, so belohnen Wir die Rechtschaffenen. 106. Fürwahr, dies war eine offensichtliche Prüfung! 107. So lösten Wir ihn durch ein großes Schlachtopfer aus.
In Erinnerung an diese Große Prüfung und an Abrahams Standhaftigkeit und seinen unerschütterlichen Glauben, feiern die Muslime weltweit alljährlich das Opferfest. Dem Vorbild des Propheten Mohammeds folgend, der die Pilgerfahrt in seiner Ursprünglichen abrahamitischen Form ins Leben zurückholte. Die Pilgerfahrt nach Mekka ist Bestandteil der fünf Säulen des Islams. Diese sind die Fünf „Grundpfeiler“ des Glaubens. Die da wären: Glaubensbekenntniss, das Gebet, das Fasten im Monat Ramadan,die Armensteuer entrichten (Zakat), und einmal im Leben, sofern man über die nötigen finanziellen Mittel verfügt,die Pilgerfahrt nach Mekka.
Bei der Pilgerfahrt geht der Pilger symbolisch die Stationen Abrahams ab. Beginnend mit der Umkreisung der Ka´aba, dann die symbolische Steinigung des Teufels, und am Ende das Opfern eines Tieresn im Tal von Mina.Dieses ist dann der Höhepunkt der Pilgerfahrt und der Beginn des großen Festes des Islam, genannt „Ihd Al-Adha“ (Opferfest) und im Türkischen „Kurban“. Nach der Pilgerfahrt fühlt man sich wie ein neugeborener Mensch. Allah vergibt einem alle zuvor begangenen Sünden, wenn man den Hadsch (Pilgerfahrt) vollzieht. Dieses ist ein wunderbares Gefühl, denn man darf noch einmal von vorne beginnen, und versuchen alles besser zu machen als zuvor. Jedes Jahr sind es über 2 Millionen(!!!) Muslime die nach Mekka pilgern. Eine unermeßlich Große Zahl von Gläubigen an einem Ort, mit der keine andere Religion der Welt trumpfen kann! Diese Menschen machen sich einzig und alleine auf den Weg nach Mekka, um Allahs Willen zu erfüllen, und sich ihm geistig zu nähern. Dieses ist geradezu eine Glaubensspritze, die danach warm und wohlfühlend durch die Adern fleißt. Die Pure Liebe zu Allah und der Glaube an den einen wahren Gott durchströmen den Körper und die Seele. Es reinigt das Herz auf unerklärliche Weise. Auch ein Nichtmuslim, welcher das Vergnügen hatte, einen Muslim vor und nach dem Hadsch zu kennen, wird dies bezeugen können. Tut er es nicht, so hat der entsprechende Muslim die Pilgerfahrt nicht von Herzen unternommen. Denn sonst würde er (der Muslim) den Segen spüren und weitergeben können.
Auch die Muslime, welche den Hadsch nicht vollzogen haben, feiern selbstverständlich das Opferfest. Wer es sich leisten kann, schlachtet ein Tier und verteilt das Fleisch an Bedürftige, sofern vorhanden (z.B. Studenten), oder/und Nachbarn, oder/und an Freunde, oder/und an die Familie. Natürlich verzehrt man auch selber etwas von dem Fleisch. Man hat auch die Möglichkeit, mit einer Geldspende, die Schlachtung in einem anderen Land durchführen zu lassen, damit das Fleisch dann auch wirklich an Bedürftige weitergegeben werden kann.
Am Tage des Festes verbringt man seine Zeit im Kreise der Familie oder besucht Freunde und Nachbarn und hat eine schöne, gemeinsame Zeit.
Folgendes steht im Koran Sure 22; Verse 26-28 und Vers 37
Verse 26-28
Und als Wir Abraham den Platz für das Haus* zuwiesen: „Setze Mir nichts zur Seite! Und reinige mein Haus für die es Umschreitenden und für die im Gebet Stehenden, sich Beugenden und sich Niederwerfenden. 27. Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt. Laß sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen möglichen flinken Reittieren, aus den fernsten Gegenden, 28. damit sie die Vorteile davon erfahren können und damit sie über dem Vieh, mit dem Wir sie versorgten, den Namen Allahs aussprechen, an den (zum Opfer) bestimmten Tagen. So eßt davon und speist den notleidenden Armen.
*Die Ka´aba
Vers 37 zur Erklärung für den Sinn des Opferns
Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Allah, jedoch erreicht Ihn eure Frömmigkeit. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah dafür preist, dass Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde den Rechtschaffenen frohe Botschaft!
Mekka:Die heilige Stadt des Islam. Mekka liegt in Saudi Arabien und in ihr befindet sich die Ka´aba. Die Ka´aba ist ein Würfelförmiges Haus. Es ist ein Gebetshaus. Es wurde erstmals von Adam erbaut, um in ihm zu Allah zu beten.  Es zerfiel mit der Zeit bis auf wenige Steine. Der Prophet Abraham errichtete dann auf seinen Grundfesten mit seinem Sohn Ismael das Haus von neuem.Danach zerfiel es nicht mehr, sondern wurde von den Menschen immer wieder restauriert. So auch von den damaligen Mekkanern. Zur Zeit des Propheten Mohammed wurde dieses Haus wieder einmal restauriert und der Prophet (s.a.s.) setzte persönlich den letzten Stein ein. Zur damaligen Zeit (vor dem Propheten Mohammed (s.a.s.)) wurde aus dem Gotteshaus ein Götzenhaus. Die Leute beschlagnahmten es mehr und mehr für den Götzendienst, bis es schlußendlich zur Pilgerstätte der Götzenanbeter wurde. In der Kaába verwahrten die Mekkaner sämtliche Götzen der näheren und weiter entfernten Gegenden auf. Sie erzielten dadurch einen enormen Gewinn, ähnlich wie in der heutigen Touristikbranche. Die Menschen kamen alljährlich und huldigten ihren Götzen. Dabei ließen sie eine Menge Geld bei den Mekkanern zurück. Der Prophet Mohammed (s.a.s.) setzte all dem ein Ende. Er predigte den Menschen, dass sie nur den einen wahren Gott anbeten dürfen nicht aber die Götzen, welche ohne jede Macht und ohnen Leben sind. Gegen Ende seines Lebens, als der Islam sich berreits etabliert und weit verbreitet hatte, zerstörte er alle Götzen die sich in der Ka´aba befanden und reinigte das heilige Haus. Seither pilgern nur noch Muslime nach Mekka. Sie huldigen jedoch nicht dem Haus, sondern sie beten Allah an. Mekka ist die Richtung in die sich die Muslime während des Gebets hinwenden. Alle Muslime auf der ganzen Welt richten beim Gebet ihr Gesicht in Richtung Mekka. So gibt es eine gemeinsame Linie, welche alle Muslime weltweit symbolisch verbindet. Wenn man den Muslimen in Mekka beim Gebet zuschaut, so sieht es bisweilen so aus, als würden sie die Ka´aba anbeten, Gott vergib, das ist jedoch nicht der Fall. Götzendienst ist im Islam eine Sünde, welche Allah, sollte man in diesem Zustand und ohne Reue versterben, nicht vergibt. Jedoch muss jeder Muslim auf der Welt Richtung Ka´aba beten, selbst wenn er direkt davor stehen würde.
So steht im Koran: Sure 2; Vers 144
Wir sahen dich dein Antlitz ohne bestimmte Richtung zum Himmel kehren, jetzt wollen Wir dich auf eine Qibla* ausrichten, die dir gefallen soll: Wende dein Gesicht in Richtung auf die unverletzliche Moschee**. Und wo immer ihr seid, wendet euer Gesicht in Richtung auf sie. Und siehe, jene, denen das Buch gegeben wurde, wissen, dass dies die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und Allah beachtet ihr Tun.
*Gebetsrichtung ** Die Ka´aba
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