Im Christentum gibt es die zehn Gebote, ist das im Islam auch so?*

Bismillahi Ar-Rahman Ar-Rahim (Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen)

Salam alaikum liebe Geschwister,

es kommt immer wieder mal vor, das die Menschen Fragen an die Muslime haben.Dies ist zu begrüßen, denn wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen. Und die Fragen der Menschen können dabei helfen, dass man sich besser versteht. Denn zumeist kann man mit der Beantwortung der Fragen viele Mißverständnisse aus dem Weg räumen, al-hamdulillah.
Doch meistens ist es leider auch so, dass die Fragen nicht sehr leicht und einfach zu erklären sind, da sie tief in das Wissen der Religion eintauchen.Wenn man die Bestandteile des Islam verstehen möchte, dann muss man erst einmal wissen, was überhaupt Islam ist und was die Glaubensinhalte des Islam sind. Inscha´Allah (So Gott will) werde ich auf dieser Seite all diese Dinge Stück für Stück abarbeiten.Viele Muslime fühlen sich zudem total überfordert, wenn man eine Frage an sie stellt. Und warum? Weil sie es nicht gewohnt sind, dass man plötzlich etwas von ihnen über den Islam erfahren möchte.Das ist die traurige Wahrheit.In den Medien wird der Islam von allen Seiten schlecht gemacht. In der Schule macht man Witze über Muslime. In der Arbeit meidet man sie und auf der Straße wird man schief angeschaut, frei nach dem Motto:“Ahh, schon wieder ein Terrorist!“. Dies hört sich abgedroschen und platt an, ist aber leider für viele Muslime bittere Realität. Der Tatsache trotzend, dass wir hier im „aufgeklärten“ Westen sind.
Nun kommt dann plötzlich einer an, und möchte sich über den Islam informieren. Ein Muslim stellt sich dann oft folgende Fragen:
“ Was kann dies bedeuten? Will der mir jetzt eine Falle stellen? Will der sich womöglich nur wieder über mich lustig machen? Oder sucht er mal wieder nach Fehlern in meiner Religion? Will man mir mal wieder vorschreiben, was ich zu denken und zu tun habe? Oder meint er gar, dass er besser über meine Religion Bescheid weiß, als ich? Nein, nein, geh blos weg mit deinen Fragen!“
All dies mag einem Muslim, dem man eine einfache Frage stellt, dann durch den Kopf gehen. Der Fehler liegt hier allerdings nicht im Islam, oder daran, dass dieser verschlossen wäre, sondern dies liegt daran, dass die hiesige Gesellschaft uns in jeder Minute anzugreifen versucht und wir auf Abwehrposition gegangen sind. Weil wir nicht mehr wissen, wem wir vertrauen können. Tiefe Wunden fügt man uns hier zu, und es dauert eine Zeit, bis sie verheilen. Aus diesem Grund, kommt es zu Blackouts und Nervösität bis hin zu unangebrachter Unfreundlichkeit, wenn man uns eine Frage stellt.
Hier ein Wort an jeden, der ein echtes Interesse am Islam hat: Verzeih den Muslimen ihre Nervösität und betrachte es von unserem Standpunkt aus. Wenn dein Interesse ernst gemeint ist, dann frage einfach ein zweites Mal und habe Geduld.
Und an meine Geschwister im Islam: Seid nicht mißtrauisch jedem Menschen gegenüber, komme deiner Pflicht als Muslim nach und beantworte die Fragen die man dir stellt höflich und nett. Völlig unwichtig ob dein Gegenüber es ernst meint oder nicht, denn die Hauptsache ist, dass du Allah nicht entäuschst und ein gutes Beispiel für die muslimische Gemeinde abgibst. Denke daran, das die Menschen den Islam an dir messen. Bist du schlecht, so ist in ihren Augen der Islam schlecht, bist du gut, dann sind die Muslime ja doch nicht so schlechte Leute wie man immer dachte. Verstehst du was ich auszudrücken versuche?
Das bringt uns zu einem anderen Punkt.
Wir Muslime repräsentieren den Islam in Deutschland. Das bedeutet, das wir gute Muslime sein müssen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Einmal abgesehen davon, dass wir IMMER gute Menschen sein müssen, denn dies erwartet Allah von uns. Wie soll man den Leuten beibringen, dass der Islam etwas Gutes ist, wenn zugleich die Muslime die schlimmsten in allem Übel sind. Sie (die schlechten) leben den Islam nicht, sie verstehen nichts was ihre Religion betrifft, und sie haben auch oftmals  kein Interesse am Glauben. Ebenso sieht es aber auch bei all den anderen Glaubensrichtungen au. Es gibt in Deutschland kaum einen praktizierenden Christen, beispielsweise. Doch anders als im Christentum, wo kein Mensch die Schlechtigkeiten der Menschen auf den Glauben im Allgemeinen zurückführt, werden die Schlechtigkeiten der „Muslime“ auf den Islam zurückgeführt, was totaler Humbug und völlig inakzeptabel ist. Alleine die Übersetzung des Wortes „Islam“ würde schon reichen, um zu beweisen, das sogenannte „Muslime“ welche den Islam nicht praktizieren, absolut nichts mit dem Islam zu tun haben, was konform mit dem Glauben wäre. Denn Islam bedeutet „Hingabe an Gott“. Ein Muslim ist demnach jemand „Der sich Gott hingibt“ ein „gottesfürchtiger“ Mensch. Ein Mensch aber,welcher keinen Bestandteil des Islam ausführt, kann demnach nicht „Gottesfürchtig“ sein.  Was allerdings nicht erlaubt, einen solchen Menschen als ungläubig zu betiteln, denn es ist Sünde, jemanden, der die Schahada  (Glaubensbekenntnis)gesprochen hat, als ungläubig zu bezeichnen. Doch worauf ich hinaus möchte, ist folgendes:
Ein Muslim kann nur dann die Fragen beantworten, wenn er selbst die Antwort weiß. Und zwar wirklich weiß und nicht nur vermutet.Er kann nur dann Fragen beantworten, wenn er selbst praktiziert und sich mit seinem Glauben auseinandersetzt und ihn  verinnerlicht. Er kann nur dann Fragen beantworten,wenn er an Allah glaubt, und keine Furcht vor den Menschen hat. Denn es gibt auch soche Muslime, die die Fragen nicht richtig beantworten, da sie sich für ihren Glauben im Geheimen schämen, und dann nach einer Antwort suchen, die dem Gegenüber auch genehm ist. Ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt. Liebe Geschwister, das bringt uns nicht weiter, nicht wahr?
Allah ist der Einzige den man zu fürchten braucht. Die Menschen sind nicht größer oder kleiner als wir. Also brauchen wir sie nicht zu fürchten. Nur absolute Ehrlichkeit bringt uns weiter und nur mit der Wahrheit und der Liebe zum Islam können wir Allahs Wohlgefallen erlangen. Wenn wir den Glauben verdrehen und enstellen, um unser Gegenüber zu erfreuen, dann erlangen wir nicht Allahs Wohlgefallen, sondern das Gegenteil! Und der Mensch, welcher eine Frage an uns stellt, erwartet eine Antwort, die auch wirklich dem Islam entspricht, sonst würde er/sie nicht fragen.
Und nun noch zu den „Blackouts“. Viele Muslime hätten eigendlich sehr viel zu sagen und freuen sich über ehrliches Interesse, aber wenn es dann soweit ist, wissen sie vor lauter Nervösität nicht mehr, was sie eigendlich sagen wollten. Liebe Geschewister,da hilft nur Training. Ihr müsst auf die Möglichkeit, dass man euch einmal eine Frage stellt, vorbereitet sein und euch vor allem auch selbst über den Islam erkundigen. Ich meine damit, das man nie aufhört etwas dazu zu lernen. Ihr sollt nicht aufhören zu lesen und zu lernen. Füllt eure eigenen Wissenslücken auf, dann könnt ihr auch anderen helfen! Die Fragen die man uns stellt sind natürlich sehr oft „Klischee-“ behaftet. Es dreht sich meistens um Terrorissmus und Kopftuch, wobei ersteres absolut nichts mit dem Islam zu tun hat, doch bis man das mal jemandem erklärt hat, vergeht viel Zeit.
Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, es wäre eine gute Idee, die Kategorie „Fragen und Antworten“ mit in dieses Space aufzunehmen. Oft sind diese Fragen unmöglich aus dem Stehgreif zu beantworten, so könnte mir mein Nachbar von Nebenan sicher auch nicht in einer Minute die Trinität erklären. Ebenso geht es uns Muslimen. Wir sind nicht alle Imame. Aber was wir tun können, ist uns vorzubereiten und vieleicht die Fragen zu sammeln und in diesem Portal zu veröffentlichen. Mit der passenden Antwort. So lernen die Muslime gleich auch noch etwas dazu. Falls es euch schon einmal passiert ist, das ihr eine Frage nicht beantworten konntet, dann schickt sie mir doch einfach zu, und ich versuche mein Bestes, sie in so wenigen Worten wie möglich zu beantworten.
Hier ein solches Exemplar:
Im Christentum gibt es die Zehn Gebote, und bei Euch?
Grundsätzlich ist zu sagen, das die Werte der Zehn Gebote im Islam ebenfalls vorhanden sind und der Muslim sich daran zu halten hat. Dinge wie: Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht ehebrechen; Du sollst nicht lügen; Du sollst Mutter und Vater ehren usw…. Wobei der Islam hier großen Wert auf die Mutter im speziellen legt. An alle Propheten und Gesandten muss der Muslim glauben und Mohammed (s.a.s.) ist der letzte von allen. Ebenfalls glauben wir, dass Allah auch die Thora und das Evangelium herabgesandt hat, doch sie wurden aus unserer Sicht nicht in ihrer wahren Form erhalten , sondern verfälscht. Der Koran hingegen wurde bis zum heutigen Tag in der Originalform erhalten. Doch das zeigt die gemeinsame Basis in allen Offenbarungsreligionen , der Muslim sagt auch „Buchreligionen“. Die gemeinsame Linie von Adam bis Mohammed. Und Gott ändert nicht Seine Richtlinien, welche man auch als moralische Verpflichtung betrachten könnte, von heute auf Morgen. Das heißt, sie hatten schon damals Bestand und haben es immer noch, denn Ehebruch, Mord und Lüge war und bleibt verwerflich. Wir Muslime glauben an Moses ebenso wie die Christen und Juden, und wir glauben an das, womit er von Gott gesandt wurde. Daher kann man sagen, dass die zehn Gebot durchaus im Islam verankert sind, doch der Prophet Mohammed hat uns durch sein tugendhaftes Benehmen auf die beste Art und Weise gezeigt, wie man sie auch wirklich umsetzten und leben kann.
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