Koran und Sunna Teil 2

Die zweite Quelle, aus der die Muslime ihr Wissen schöpfen, ist die Sunna.

 

Was ist die Sunna?

Die Sunna besteht aus Aussprüchen und Handlungen des Propheten Mohammed. Alles was der Prophet getan oder gesagt hat wurde von den damaligen Gefährten des Propheten sofort aufgeschrieben, also schriftlich festgehalten. Diese Schriftstücke nennt man in der Einzahl Hadith und in der Mehrzahl Ahadith. Diese große Sammlung von Schriftstücken, als Gesamtwerk betrachtet, nennt man dann Sunna. Die Sunna des Propheten stellt die Lebensweise des Propheten lückenlos dar. Die Biographie des Propheten Mohammed (s.a.s.) ist dieumfangreichste, welche jemals über einen Menschen existiert hat. Über keinen Menschen der Welt weiß man soviel, wie über den Propheten Mohammed. Und dennoch lässt die nichtislamische Welt es sich nicht nehmen, immer wieder Unwahrheiten über ihn zu verbreiten, welche des Sinn und Zweck erfüllen sollen, ihn zu diffamieren.

Der Prophet Mohammed wurde als „Der lebende Koran“ bezeichnet, da er alle Gebote und Verbote des Korans aufs genaueste einhielt. Dies ist natürlich nicht verwunderlich, da er der Prophet war, und Propheten begehen in der Regel keine Fehler. Er selbst lebte den Islam perfekt. Folgender Grundsatz ist für jeden Muslim unabdingbar: Was der Prophet getan hat, das tun auch wir. Was er erlaubte, ist erlaubt (Halal) und was er verbot ,ist verboten (Haram). Dinge die er stillschweigend akzeptierte, sind ebenfalls erlaubt. So wie Mohammed (s.a.s.) den Islam umsetzte, so setzten auch wir den Islam um. Dinge, auf die der Koran nicht näher eingeht, wurden vom Propheten bis in das kleinste Detail erläutert und erklärt, denn das war seine Aufgabe. Der Prophet war die lebende Ergänzung des Korans. Die Sunna (Lebensweise) die er als Erbe hinterließ, lässt keinen Bereich des Lebens offen oder unbeantwortet. Kein Muslim auf der Welt darf den Koran und die Sunna in seinem Leben trennen. Denn die Sunna zeigt deutlich den Weg auf, wie man den Islam umsetzen und Leben kann. Wer sich nicht nach der Sunna des Propheten richtet, leugnet ihn auf eine gewisse Weise und dies würde den Austritt aus dem Islam bedeuten. Wie eng Koran und Sunna miteinander verknüpft sind, sollen folgende Beispiele verdeutlichen.

Jeder Muslim weiß, dass es für ihn eine Pflicht ist, das tägliche Gebet zu verrichten. Dieses wird an sehr vielen Stellen im Koran befohlen. Doch lässt der Koran offen, wie das Gebet zu verrichten ist. Dieses wird dann bewusst dem Propheten überlassen, es den Menschen zu erklären und beizubringen. Der Prophet selber bekam die Art und Weise des Gebets von dem Engel Gabriel gelehrt. Dinge, die das gute Benehmen, Moral, Nahrung, Gerichtsbarkeit und sogar die persönlichen Bereiche des Menschen betrafen, wurden von Mohammed (s.a.s.) erklärt.

 

Demgemäß entsandten Wir zu euch einen Gesandten aus eurer Mitte, euch Unsere Verse vorzutragen, euch zu reinigen, euch das Buch sowie die Weisheit zu lehren, und euch zu lehren, was ihr nicht wusstet. ( Sure 2 Die Kuh; Vers 151)

„Sprich:“ Gehorcht Allah und dem Gesandten“ „ (Sura 3; Vers 32)

„ Wer dem Gesandten gehorcht, der hat Allah gehorcht. „ ( Sura 4; Vers 80 )

„ Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt. „ ( Sura 33; Vers 21 )

„ Und was euch der Gesandte gibt, das nehmt an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. „ ( Sura 59; Vers 7 )

 

Der Koran ist für den normalen Menschen nicht immer einfach zu verstehen, wie alle anderen Offenbarungsschriften auch. Er ist verständlich und klar gegliedert, dennoch kann es mal passieren, dass man das Eine oder das Andere nicht richtig versteht. Der Prophet erklärte den Gläubigen jeden einzelnen Vers. Er brachte ihnen bei, wie der jeweilige Vers zu verstehen war und lebte ihnen vor, wie man ihn im täglichen Leben umsetzen konnte. Diese einzigartige Form des Glaubens und dessen Umsetzung ist eine Besonderheit des Islams. Missverständnisse werden aus dem Weg geräumt, da eine persönliche Erklärung des Propheten vorliegt, und die Zahl der Mißinterpretationen wird minimiert, da man einen Vers des Korans nicht anders deuten und umsetzen darf als der Prophet es getan hat.

 

Dennoch geschieht so etwas immer wieder einmal. Die Menschen interpretieren den Islam nach Lust und Laune, und versuchen ihn so zu verstehen, wie sie es gerne hätten. Auf diese Weise entstehen dann Sekten, oder Splittergruppen. Beispielsweise die Gruppe der Schiiten oder der Aleviten. Doch diese Menschen bevorzugen das Diesseits und verspielen sich ihr Jenseits. Sie versuchen die Religion für persönlichen Gewinn zu missbrauchen und sie haben keinerlei Furcht vor Allah. Doch sie machen sich aufs Schlimmste strafbar. Sie haben am Jüngsten Tag eine schwere Strafe zu erwarten, wenn sie nicht umkehren und bereuen. Diese Menschen verändern den Koran nicht und sie können ihn nicht verfälschen, da der Koran von Allah geschützt wird. Jedoch ist es eine reine Interpretationssache, die sie da veranstalten. Zwangsläufig setzen sie sich über die Sunna des Propheten Mohammed (s.a.s.) hinweg. Und dies ist eine Sünde (Haram).

 

Er ist es, der auf dich das Buch herab sandte. In ihm sind eindeutig klare Verse-sie sind die Mutter des Buches-und andere mehrdeutige. Diejenigen nun, deren Herzen zum Abweichen neigen, suchen vor allem das Mehrdeutige darin, um Uneinigkeit zu verursachen und es (nach eigenem Gutdünken) auszulegen. Seine Deutung kennt jedoch niemand außer Allah. Und die mit fundiertem Wissen sprechen: „Wir glauben daran. Das Eine wie das Andere ist von unserem Herrn.“ Aber nur die Verständigen beherzigen es. ( Sure 3 Das Haus Imran; Vers 7 )

 

Ein Muslim betrachtet den Koran als absolut heilig. Der Koran ist unantastbar. Die Sunna hingegen gilt als Lebens- und Erklärungshilfe des Korans und gilt auch als heilig, aber sie hat nicht den gleichen Stellenwert wie der Koran. Die Sunna des Propheten gilt auch als unantastbar. Niemand darf eine Lüge über den Propheten erdichten. Dies stellt eine große Sünde dar. Die Aussprüche des Propheten (Sunna) sind in einem völlig anderen Sprachstil vorhanden als der Koran. Welches wiederum als Beweis für den Göttlichen Ursprung des Korans gilt. Denn der Prophet, genau wie alle anderen Menschen, wäre nie in der Lage gewesen, den Koran selbst zu erdichten. Sein Arabischstil entsprach dem Arabisch der dort lebenden Bevölkerung. Doch das Arabisch des Korans unterscheidet sich enorm von dem gesprochenen Arabisch. Allah befiehlt den Menschen im Koran, so zu leben, wie Mohammed es tat. Das heißt jeder Muslim versucht die Lebensweise des Propheten nach zu ahmen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass man keine Fehler in Sachen der Religion begeht. Jemand, der die Sunna leugnet, oder sie verändert, indem er etwas hinfort nimmt oder etwas hinzu fügt, behauptet indirekt, dass der Prophet (s.a.s.) seine Botschaft unvollständig überbracht habe, und dies bedeutet den Austritt aus dem Islam. Wenn es unbeabsichtigt geschieht, indem man etwas über das Maß hinaus tut (Übertreibt), und man bemerkt den Irrtum, so muss man es wieder „geradebiegen“, um die Sünde von sich abzuweisen.

Verschiedene „Kategorien“ der Ahadith

Wie bereits oben erwähnt, sind es die Gefährten des Propheten, seine Frauen und Familienmitglieder, die uns die Hadithe übermittelt haben. Aber auch viele Gläubige Menschen. Die Hadithe, welche uns von dem Propheten hinterlassen wurden, kann man in verschiedene  Kategorien einteilen. Dieses richtet sich danach, wer welches Hadith überliefert hat und wie viele Überlieferer es gab. Einige der Hadithe wurden von mehreren Personen in identischer  Art und  Weise übermittelt.  Dies ist der Fall, wenn z.B.  mehrere Zeugen bei einer Sache anwesend waren. Wieder andere wurden nur von sehr wenigen Personen übermittelt, die aber wiederum sehr vertrauensvoll waren. So zum Beispiel Aischa, die Frau des Propheten, oder seine Tochter Fatima. Selbstverständlich gehörten auch sämtliche Prophetengefährten (Menschen die ununterbrochen bei dem Propheten waren) dazu. Es gibt auch Hadithe, die aus sehr unsicheren Quellen stammen, von unzuverlässigen Personen übermittelt wurden, nur noch bruchstückhaft vorhanden oder gar Fälschungen waren. Diese Hadithe galt es auszusortieren. Das sind sehr viele Komponenten, die zu beachten waren, als man damals anfing die Hadithe zusammenzutragen. Im Allgemeinen kann man sagen, das die Einteilung und Überprüfung  der Ahadith eine sehr umfangreiche und komplizierte Angelegenheit war und von den Menschen mit bravour gemeistert wurde.

Bei der Einteilung der Ahadith achtete man vor allem auf die Anzahl der Überlieferungsketten, d.h. über wie viele Generationen ein Hadith identisch weitergegeben wurde, und auf die Stärke und Vertrauenswürdigkeit der einzelnen Ketten.

 

Einteilung der Sunna in Erlaubtes und Verbotenes

 

 

Diese Art von Einteilung ist für jeden Muslim sehr wichtig und sollte gut verstanden werden. Denn es birgt eine große Gefahr in sich, die Hadithe falsch zu verstehen oder aber erlaubtes zu verbotenem und verbotenes zu erlaubtem zu machen. Dieses ist eine Sünde und muss so gut wie nur irgend möglich verhindert werden. Gerade in der heutigen Zeit, kann man eine große Unwissenheit auf diesem Gebiet bemerken.Einige Muslime wissen aufgrund ihrer Unwissenheit nicht mehr allzu viel über Erlaubtes (Halal) und Verbotenes (Haram).  Diese Unwissenheit untergräbt den Islam auf gefährliche Art und Weise und es kann zu Streitigkeiten innerhalb der Islamischen Gemeinde kommen. Darauf würde ich gerne an dieser Stelle genauer eingehen, bevor ich zu der eigentlichen Einteilung der Sunna komme.

Immer wieder werden wir in Deutschland mit Dingen wie „Ehrenmorde“, „Zwangsehe“ und dergleichen konfrontiert. Diese Dinge werden mit dem Islam in Verbindung gebracht, obwohl nicht einmal annähernd etwas mit dem Islam zu tun haben. Ganz im Gegenteil, sie werden vom Islam stark verurteilt. „Ehrenmorde“ beispielsweise gehören zur Kategorie „Selbstjustiz“ und dies ist im Islam verboten. Dennoch sind es immer wieder, oder sehr häufig die Muslime die solcherart Schandtaten begehen. Wie kann dies sein?

Es ist die Unwissenheit über Erlaubtes und Verbotenes, die die Menschen diese Dinge tun lassen. Doch die Traditionen der einzelnen Volksgruppen stellt das überwiegende Problem dar. In  vielen islamischen Staaten  hat man es bis heute nicht gelernt, alteingesessene Traditionen aus vorislamischer Zeit, abzulegen. Verschiedene Volksgruppen mischen kollektiv ihreTradition mit der Religion und machen daraus ein Ganzes. Es gibt Traditionen, die mit der islamischen Lebensweise zu vereinen fähig sind, z.B. Gastfreundschaft und Höflichkeit den Fremden gegenüber. Und es gibt Traditionen, welche absolut unvereinbar mit dem Islam sind. In der Vorislamischen Zeit (Gahiliya) war es üblich, die Frauen gegen ihren Willen zu verheiraten. Doch der Prophet Mohammed ( s.a.s.) hat dieses verboten und es zur Pflicht gemacht, dass jeder Mensch, ob Mann oder Frau, um Erlaubnis gebeten werden muss. Insbesondere die Frau muss ihr Einverständnis geben. Erst dann hat der Imam das Recht, die Ehe zu vollziehen.

 

Abu Hureira berichtete, dass der Prophet (s.a.s.) sagte: „Eine Frau deren Wiederverheiratung (verwitwet oder geschieden) bevorsteht, darf nicht verheiratet werden, bis sie dies selbst zulässt. Dagegen darf eine Jungfrau erst verheiratet werden, wenn sie zuvor nach ihrer Einwilligung gefragt wurde.“ Einige Leute fragten: „O Gesandter Allahs, wie sieht dann ihre Einwilligung aus?“ Der Prophet sagte: „Indem sie schweigt!“ (Sahih Al-Bucharyy)

 

In der Regel ist eine junge Braut sehr schüchtern und still. Um ihr die Antwort zu erleichtern, gilt ihr Schweigen als Einverständnis. Wenn sie jedoch wirklich gegen die Heirat ist, so wird sie ein deutliches „Nein“ hervorbringen können.

 

Hansa bint Hidam Al-Ansaryy berichtete, dass sie als Tayyib (geschieden oder verwitwet) von ihrem Vater wiederverheiratet wurde, und dass sie damit nicht einverstanden war. Sie begab sich deshalb zum Gesandten Allahs (s.a.s.), und er machte ihre Heirat rückgängig. (Sahih Al-Bucharyy)

 

Mit diesem Hadith wird unmissverständlich klar, dass Zwangsehen nicht erlaubt sind. Wenn jemand dennoch so etwas tut, so ist er entweder unwissend und kennt seine Religion nicht oder er widersetzt sich absichtlich den Gesetzen Allahs. Jeder Mensch wird am Jüngsten Tag vor Allah stehen und sich für seine Taten rechtfertigen müssen. Und jeder Mensch ist für seine Taten selbst verantwortlich. Ein jeder kann entscheiden, ob er sündigt oder nicht, aber wenn durch die eigenen Übertretungen eine ganze Gruppe in Verruf gerät, dann ist es keine einfache Sünde mehr, sondern dann wird etwas Großes daraus. Diese Menschen bringen ihre Traditionen mit in andere Länder. Länder, in denen man nichts über den Unterschied von Tradition und Religion kennt. Ein Nichtmuslim sieht einen Muslim einen Fehler begehen, und denkt dann zwangsläufig, dass sei aus dem  Islam. Er weiß nicht, dass er es hier mit einem Fall von Vermischung von Tradition und Religion zu tun hat. Er weiß nicht, das er es hier mit einem Muslim zu tun hat, der keinerlei Kenntnis über den Islam besitzt. Unwissenheit gepaart mit Volkstradition, dass ist eine Mischung, die es mit Vorsicht zu betrachten gilt. Diesen Menschen ist nicht bewusst, dass sie den Islam und die praktizierenden Muslime schwer in Bedrängnis bringen. Doch sei wie es sei, eines muss man dennoch dem entgegensetzen. Hierzulande gibt es, genau wie in anderen Teilen der Welt auch, viele Verbrecher. Viele von ihnen sind „Christen“. Dennoch würde kein Mensch auf die Idee kommen, zu sagen,die  Verbrechen die sie begehen, hätten etwas mit dem Christentum zu tun, dies zu behaupten wäre totaler Humbug . Warum also ist man hierzulande der Meinung, dass jeder Muslim gewissenhaft seine Religion vertritt? Es vertritt doch auch nicht jeder Christ, Jude oder Buddhist gewissenhaft seine Religion. Man weigert sich schlichtweg zu differenzieren und wirft sie alle in einen Topf. Es passt schließlich gut zum Allgemeinbild welches man über den Islam zu verbreiten versucht. Zumindest drängt sich dieser Verdacht einem sehr schnell auf.

Doch nun zu der eigentlichen Einteilung:

Dinge die der Prophet getan und gesagt hat lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Diese sind: Erlaubtes, Verbotenes und stillschweigend hingenommenes.

Fard (absolut verpflichtendes)

 

Fardhadithe betreffen Dinge, die zur unbedingten Pflicht eines Muslims gehören. Sie müssen so getan und akzeptiert werden, wie es der Prophet (s.a.s) befohlen hat. Hadithe, welche die „Fünf Säulen“ (Schahada, Gebet, Fasten, Zakat, Pilgerfahrt ) betreffen, sind z.B. Fard, also absolute Pflicht. Kein Muslim hat das Recht, etwas was als Fard gilt, zu unterlassen oder zu verleugnen, denn das würde dem Unglauben gleich kommen.

 

Mandub (Wünschenswertes) oder auch Sunna Muakkada (wichtige Sunna)

 

Die Sunna Muakkada ist eine Handlung, welche besser getan werden sollte und als absolut wünschenswert gilt. Wie z.B. das zusätzliche Verrichten von Gebeten, neben den Fard-Gebeten. Fard- Gebete sind die Gebete, die für jeden Muslim absolute Pflicht sind. Sunna-Gebete sind freiwillig verrichtete Gebete vor und nach den Fard-Gebeten. Da sie nicht Fard sind, ist es keine Sünde sie nicht zu verrichten, aber sie gehören zu der Sunna Muakkada, da der Prophet es nie unterlassen hat sie zu verrichten. Aus diesem Grund wäre es für jeden Muslim gut, es dem Propheten (s.a.s.) gleich zu tun.

 

Mubah (Wertfreies)

 

Mubah bezeichnet alles, was nicht Pflicht, nicht Verbot und auch nicht wichtig ist. Es ist wohl als Zwischenbereich zu betrachten.

 

Makruh (Abzulehnendes)

 

Makruh bezeichnet jede Handlung, die abzulehnen aber noch nicht klar als Sünde zu definieren ist, da sie schlecht ist und gefährlich nah an die Sünde heranreicht. Etwas, was der Sünde nah ist, könnte zu Sünde verführen und ist deshalb abzulehnen, also Makruh.

Menschen, welche nicht über genügend Wissen verfügen, neigen oft dazu, Dinge die Makruh sind, als Sünde zu bezeichnen. Dies ist in sich gesehen schon Sünde, da Allah verboten hat, Dinge die Er erlaubte als verboten zu erklären. Man darf den Begriff „Sünde“ nicht verwenden, wenn man sich nicht sicher ist, dass es auch wirklich „Sünde“ ist. Dies ist sehr gefährlich, da es zu Veränderungen in der Religion und zu Zwistigkeiten unter den Muslimen führen kann.

 

Haram (Verbotenes bzw. Sünde)

 

Alles was im Koran und in der Sunna des Propheten nicht als grundsätzlich Verboten eingestuft wird, ist noch erlaubt, und darf dementsprechend auch nicht als Sünde bezeichnet werden. Wie bereits oben erwähnt, rutscht einem das Wort „Haram“ also „Sünde“ schon einmal allzu schnell über die Lippen. Dies ist aber nicht erlaubt. Dinge, welche nicht wirklich Sünde sind, dürfen auch nicht als solche bezeichnet werden.

Im Islam wird zwischen „Großen“ und „Kleinen“ Sünden unterschieden. Jedoch bleibt eine Sünde immer eine Sünde, unabhängig davon, ob es ein kleineres oder ein größeres Vergehen ist. Der Unterschied zwischen den beiden Sündenarten besteht darin, dass man die „Kleineren“ Sünden durch aufrichtige Reue wieder gutmachen kann. Die etwas „Größere“ Sünde bedarf einer Sühnehandlung (und natürlich Reue), um den Schaden wieder gut zu machen. Dem Täter wird auf diese Art und Weise klar, dass Sünden mit entsprechenden Konsequenzen und Bestrafung verknüpft sind. Diese Sühnehandlung kann auf unterschiedliche Art und Weise vollzogen werden. Zum Beispiel durch die Speisung von einer gewissen Anzahl armer Menschen, wenn man über die nötigen Mittel verfügt. Ist die Sünde solcherart, dass sie andere Menschen in starkem Maße schädigt (z.B. Mord), und es kommt zu einer Verurteilung durch ein Gericht, so gilt diese Bestrafung bereits als Sühne.

Doch am schlimmsten sind die Sünden, die man in Form von Götzendienst vollzieht. Wer Allah etwas beigesellt und etwas anderes anbetet außer Gott, der wird zum Ungläubigen und derjenige hat eine schwere Sünde begangen. Allah duldet keine Beigesellung, und ER bestraft diese Sünde mit dem Höllenfeuer, sollte man in diesem Zustand sterben. Wenn man allerdings bereut und wieder an Allah glaubt, so kann man auf Allahs Gnade hoffen.

Interessiert Dich auch der erste Teil dieses Vortrags? Dann hier: https://abduomer9.wordpress.com/2007/02/15/islam-im-uberblick-teil-1/

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Ein Gedanke zu “Koran und Sunna Teil 2

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