Schahada: Die erste Säule des Islam*

Bismillahi Ar-Rahman Ar-Rahim

Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmerzigen

Das Fundament des Islam besteht aus zwei Grundlegenden Dingen.

Zum einen die „Glaubensgrundsätze“, welche ich hier bereits ausführlich erläutert habe, sowie die „fünf Säulen des Islam“. Die Glaubensgrundsätze sind das, an was jeder Muslim glauben muss, um sich Muslim nennen zu dürfen, und die fünf Säulen sind die wichtigen Pflichten eines jeden Muslims. Sie sind unverzichtbar und gehören in das Leben des Muslims. Diese fünf Säulen sind:

Die Schahada, das Gebet, das Fasten im Ramadan,die Zakat (Spenden) und die einmalige Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch), falls man sich dies leisten kann. An dieser Stelle nun, wollen wir uns mit der ersten Säule des Islams beschäftigen.

1.Säule:  Das Glaubensbekenntnis (Schahada) 

 

Amr Ibn Al-As berichtete: Als Allah mir den Islam ins Herz gab, kam ich zum Propheten und sagte: „Gib mir deine rechte (Hand), damit ich Dir baia (Treueversprechen) gebe.“ Als er seien rechte Hand ausstreckte, hielt ich meine Hand zurück. Er fragte: „ Was ist mit dir, Amr?“ Ich erwiderte: „Ich will eine Bedingung (stellen).“ Er fragte: „Was für eine Bedingung?“ Ich antwortete: „Das mir (meine bisherigen Missetaten) vergeben werden.“ Er sagte: „Weißt du nicht, dass der Islam alles vernichtet was vorher war?“

                

Bevor ich auf den genauen Wortlaut des Glaubensbekenntnisses im Islam eingehe, muss zunächst einmal erläutert werden, was das Glaubensbekenntnis, auf arabisch „Schahada“, für einen Muslim bedeutet, welchen Stellenwert es einnimmt und welche Folgen daraus resultieren, wenn man sich dazu entschlossen hat, die Schahada auszusprechen.

 

Wenn ein Mensch sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt, und im Islam fündig geworden ist und somit das Ziel erreicht hat, so wird er sich entschließen, zum Islam zu konvertieren. Der Islam ist die Wahrheit, und der Islam wird bis zum Ende der Welten wahrhaft bleiben. Und jeder ehrlich nach der Wahrheit suchende, aus tiefstem Herzen ehrliche Mensch, wird diese Wahrheit finden. Der Islam ist die einzige Religion, die frei von Götzendienst und frei von Beigesellung ist. Denn Nichts und Niemand darf Gott zur Seite gestellt werden. Kein Prophet, keine falsche Gottheit, keine Götzen, keine Töchter und auch keine Söhne werden Allah zur Seite gestellt. Der Islam, welches auf Deutsch „Hingabe an Allah“ bedeutet, bietet den reinsten und klarsten Monotoismus (Eingottglaube). Dies bedeutet, dass ein jeder, der sich wünscht Gott alleine zu dienen, ohne sich vor etwas anderem oder einem Götzen niederzuwerfen und ohne das er eines Vermittlers bedarf, dann hat er im Islam seine Erfüllung gefunden. Denn das Motto des Islam lautet: Es gibt nur einen Gott, so dienet nur ihm alleine. Es gibt nur EINEN der anbetungswürdig ist, und das ist Allah. Es gibt nur EINEN, der alles erschaffen hat und alles überblicken kann, und das ist Allah. Es gibt nur EINEN der dir deine Sünden vergeben kann, und das ist Allah. Ein Mensch, der dem Islam beitreten möchte, muss diese Tatsache zunächst einmal in seinem Herzen und in seinem Kopf verinnerlichen, verstehen und akzeptieren. Wenn man sich dann frei gemacht hat vom Götzendienst und sich innerlich von der Beigesellung klar und deutlich distanziert hat, dann ist man bereit, das Glaubensbekenntnis zu sprechen.

 

Das Glaubensbekenntnis wird mit den folgenden Worten ausgesprochen:

Asch-hadu an- la ilaha illal-lah, wa asch-hadu anna Muhammadan rassulul-llah.

Diese Worte sind arabisch und sie sollten auch auf arabisch ausgesprochen werden. Dies ist durch einfaches ablesen in lateinischen Buchstaben für jedermann möglich. Allah hat den Koran in arabischer Sprache offenbart, und von daher ist es einfach schöner, auch das Glaubensbekenntnis in arabisch auszusprechen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man versteht was man sagt und dass man die Worte aus tiefstem Herzen, mit vollem Bewusstsein und freiwillig ausspricht. Daher sagt man sie auch in seiner jeweiligen Muttersprache, dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Auf Deutsch lautet das Glaubensbekenntnis: “Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah und ich bezeuge das  Muhammad der Gesandte Allahs ist.” Es ist für jeden Menschen dieser Welt möglich, Muslim zu werden. Völlig unwichtig, aus welchem Land man stammt, welchem Geschlecht man angehört und welchen Stand man in der Gesellschaft hat. Allah hat den Islam zu der gesamten Menschheit gesandt und nicht nur zu einer bestimmten Nation. Der Islam ist eine universelle Religion, die jedem Menschen auf der Welt, die gleiche Chance bietet, den Weg zu Allah einzuschlagen. Allah sagt im Koran sinngemäß:

 

O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig. ( Sure 49 Die Gemächer; Vers 13 )

Aus diesem Vers geht eindeutig hervor, dass vor Allah alle Menschen gleich sind. Nur der Glaube im Herzen macht den Unterschied.

Ein Mensch, welcher die Schahada ausspricht wird von diesem Zeitpunkt  an wie neugeboren, denn im gleichen Moment in dem man die  Schahada (Glaubensbekenntnis) ausgesprochen hat, vergibt einem Allah alle bisher begangenen Sünden. Denn die Zeit vor dem Islam bezeichnet man als die Zeit der Unwissenheit. Sünden die man im islamischen Sinne begangen hat, werden von Allah vergeben, da man die Gesetze des Islam nicht kannte, weil man es vielleicht niemals von jemandem gelehrt bekommen hat. Der neugeborene Muslim war einst völlig unbewandert, was den Islam betrifft, und Gesetzte die man nicht kennt, kann man folglich auch nicht einhalten. Aus diesem Grunde vergibt Allah alles vorhergewesene (siehe obiges Hadith). Allah macht dies als eine Erleichterung für die Menschen. Der Schritt in ein neues Leben wird somit einfacher und man fühlt sich unbeschwert. Zum einen, weil man nun Sündenfrei ist ,zum anderen weil man erkannt hat, dass es Allah tatsächlich gibt, dass ER der Schöpfer und Urheber allen Lebens ist. Von nun an bekommt alles was man tut einen Sinn, denn für gutes wird man belohnt und für schlechtes entweder bestraft oder aber Allah vergibt einem.  Alles was man tut sollte man für Allah tun, andernfalls hat es vor Allah keinen Wert. Zusammengefasst bedeutet der erste Teil der Schahada also, dass man bezeugt, das Allah der einzige Gott ist, und man IHM nichts zur Seite stellt. Außerdem willigt man ein, Allahs Regeln, die ER für die Menschen machte, zu befolgen.

Wenn man die Schahada einmal ausgesprochen hat, so bezeugt man, dass es im Universum keine andere Gottheit gibt außer Allah. Man bezeugt, dass nur Allah anbetungswürdig ist und distanziert sich somit von Pseudogottheiten und anderen Dingen oder Götzen, die man Gott zur Seite gestellt hat. Gleichzeitig begreift man, dass Allah die Quelle und die Ursache der gesamten Schöpfung ist. Das ER der Schöpfer, Lenker, Herrscher und Beschützer all dessen ist, was man sieht und was man nicht sieht. Man begreift, dass man Teil eines großen Ganzen ist, und das man selbst nicht einmal ein Atom dieser riesigen Schöpfung darstellt. Und obwohl man nur einen kleinen Teil in dieser Welt darstellt, so bietet doch Allah, der all dies erschaffen hat, einem Seine Liebe und Barmherzigkeit an.

Und vertraue auf den Erhabenen, den Barmherzigen(217), Der dich sieht, wenn du (im Gebet) dastehst(218), und (Der) deine Bewegungen inmitten derer, die sich (vor Ihm) niederwerfen,(sieht)(219);denn Er ist der Allhörende, der Allwissende.(220)

(Sura 26:217-220)

Inmitten all dieser Menschen, ist man Ihm nicht egal. Inmitten dieser riesigen Welt, sind diese kleinen und winzigen Menschen und bekommen dennoch von Allah die Möglichkeit, sich einen Platz im Paradies zu sichern. Und das nur durch das einfache bezeugen der Einheit Allahs (Tauhid), wie es in dem folgenden Hadith (Ausspruch des Propheten) geschildert wird:

Itban Ibn Malik Al-Ansaryy berichtete: „Der Gesandte Allahs (s.a.s.) kam zu mir, hielt sich eine Weile bei mir auf und sagte: „Es gibt keinen Diener Allahs, der eine bessere Erfüllung seines Lohnes haben wird, als derjenige, der > La illaha illallah < spricht, und dabei nicht anderes im Sinn hat, als das Wohlwollen Allahs, so dass Allah ihm (die Pein durch) das Höllenfeuer verwehrt.““

Doch für die größte Anzahl von Menschen auf dieser Welt, ist es wohl doch nicht so einfach Gott nichts zur Seite zu stellen, und nur noch Ihn anzubeten. Die Menschen sind wahre Meister darin, sich Ersatzgötter zu suchen. Sie beten beispielsweise die Wissenschaft an, und erhöhen sie in den Stand Gottes. Es gibt nichts Negatives über die Wissenschaft zu sagen, denn sie zeigt an vielen Stellen die Genialität Allahs auf. Die Wissenschaft ist das perfekte Mittel, um zu beweisen, dass nichts durch Zufall entstehen kann. Doch die Wissenschaft ist nicht Gott. Wieder andere beten die Schöpfung an. Aus welchem Grund sollte man die Schöpfung anstelle des Schöpfers anbeten. Eine weit verbreitete Form des „indirekten“ Götzendienstes findet man bei all jenen Menschen, die die Propheten in den Stand Gottes erheben. Die Wunder und Zeichen die die Propheten brachten, wurden fälschlicherweise ihnen selbst anstelle Gottes zugeschrieben. Man muss verstehen, dass die Propheten zum Beweis ihres Prophetentums Wunder vollbrachten. Jedoch nicht aus sich selbst heraus, sondern mit der Macht und der Erlaubnis Gottes. So würde ein Muslim beispielsweise niemals auf die Idee kommen, Jesus als den Sohn Gottes zu bezeichnen, und ihn somit an die Stelle Allahs setzen. Die Muslime glauben an Jesus, als den Gesandten und Propheten Gottes. Durch die Macht Allahs wurde Jesus von einer Jungfrau geboren, und hatte somit keinen Vater. Ebenso wie Adam. Auch er hatte keinen Vater, geschweige denn eine Mutter, sondern er, wurde aus Erde erschaffen. Die Wunder die Jesus tat, geschahen nur mit der Macht und der Erlaubnis Allahs. Die Tatsache, dass er von einer Frau geboren wurde, macht ihn automatisch zu einem Geschöpf, welches Freud und Leid erfahren hat, wie alle anderen Menschen auch. Doch zurück zur Schahada.

Wer die Schahada ausspricht, geht  sozusagen einen Vertrag mit Allah ein. Einen Vertrag auf Lebenszeit. Mit diesem Vertrag verpflichtet man sich, sich Allah zu unterwerfen und IHM zu gehorchen. Es versteht sich von selbst, dass man dies aus freien Stücken und mit Liebe zu dem allmächtigen Schöpfer tut.

Von nun an ist Allah der Lebensinhalt, man lebt und stirbt für Allah, und befolgt seine Gesetze. Man befreit sich von all seinen Ängsten, denn es ist Allah der einem nützen oder schaden kann. Man hat von nun an ein Ziel vor Augen, welchem man sein Leben widmen wird, so Allah will. Und dieses Ziel ist das Wohlwollen Allahs zu erlangen, das Paradies betreten zu dürfen, und somit der Hölle zu entgehen. Das Diesseitige Leben (Dunya) ist nicht mehr von primärer Bedeutung, sondern wird von den Regeln des Islam geprägt. Die Regeln sind keineswegs einschränkend, wie es so oft angenommen wird. Vielmehr sind sie eine Erleichterung und Hilfe für das Leben, denn sie regeln das soziale Verhalten anderen Menschen gegenüber. Der Islam gebietet den Menschen stets hilfsbereit und freundlich anderen gegenüber zu sein. Diese Güte und Barmherzigkeit umschließt alle Menschen und nicht nur die Muslime. Der Islam hält einen von Alkohol und Drogenkonsum fern. Desweiteren wird im Koran ausführlich das Empfinden für Gut und Böse sowie Moral und sittliches Verhalten erläutert. Die Prüfungen und Probleme die einem in dieser Welt begegnen, werden von einem Gläubigen wesentlich leichter ertragen, da ein Muslim weiß, dass das Diesseitige Leben nicht von Dauer ist und dass jede standhaft ertragene Prüfung von Allah belohnt wird. Man lebt und stirbt in Allahs Namen in Erfüllung Seiner Gesetze. Somit wird man zum Muslim, welches nichts anderes als „Gottergebener“ heißt. Doch was bedeutet es überhaupt, wenn man sagt, dass man sich dem Willen Allahs unterwirft.

Sagen wir zunächst einmal, was es NICHT bedeutet. Es bedeutet nicht, sich von nun an Engelsgleich über Gottes Erde hinwegzubewegen. Es bedeutet auch nicht, sich wie ein Mönch oder eine Nonne in die Einsamkeit zurückzuziehen und auf den Tod zu warten. Sondern es bedeutet, die Regeln wie z.B. das Schweinefleischverbot oder das vermeiden von unehelichem Geschlechtsverkehr, in sein eigenes Leben einzubetten. Dabei passt man sein Leben dem Islam an (nicht umgekehrt), und arbeitet sich stückweise an ein Leben heran, in welchem man stets im Stillen Allahs gedenkt, seine Pflichten erfüllt (Gebet, Spenden, Fasten) und den Tod nicht aus den Augen verliert. Man sollte stets das Böse in sich bekämpfen, und die Liebe und den Glauben zu Allah zum Maßstab von allem machen. Die sicherste Art und Weise, ein Gottergebener Muslim zu sein und diese Aufgabe gut zu erfüllen, ist es jedoch, den Propheten Mohammed nachzuahmen. Denn wer weiß wohl besser darüber Bescheid, wie man den Islam perfekt umsetzt und lebt, als der Prophet (s.a.s.) persönlich. Und somit kommen wir zum zweiten Teil der Schahada, in dem man bezeugt, das Mohammed der Gesandte Allahs ist.

Man erkennt  Mohammed als den letzten aller Propheten Allahs an. Das heißt, man streitet ab, dass er ein Betrüger sein könnte. Indem man Mohammed als Prophet anerkennt, erkennt man auch all das was er überliefert (gebracht) hat als Wahrheit an. Dies wären zum einen der Quran und zum anderen all die Dinge die er in seinem Leben getan und gesagt hat. Dieses wurde von seinen Gefährten schriftlich festgehalten. Diese Aufzeichnungen werden <Hadithe> und seine Lebensweise wird „Sunna“ genannt. Und so versucht man, seinen Propheten zum persönlichen Vorbild von allem zu machen.

Allahs Gesandter hat gesagt: „Wer im Bewusstsein stirbt, dass es keine Gottheit außer Allah gibt, betritt das Paradies.“ (Uthman;Mischkat)

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