Die Bergpredigt (Bibel Matthäus 5-7)Teil 1: islamischer Kommentar*

Zur Erläuterung:

die Meinung, dass die Christen nicht sündigen können, und dem Gesetz nicht verpflichtet sind, da das Gebot der Liebe nach christlicher Meinung über allen anderen steht, ist in vielen christlichen Richtungen weit verbreitet. Dies scheint eine neuerliche Richtung zu sein, denn wenn man mal an die Zeiten des dunklen Mittelalters denkt, war der Christ sehr wohl in der Lage zu sündigen, und wurde bitter bestraft. Doch wenn das Gebot der Liebe über allen anderen steht, und somit auch alle anderen „ablöst“, wieso finden wir dann zum ersten im Matthaeusevangelium das folgende Zitat, das die Gebote gehalten werden müssen? Mal ganz davon abgesehen das Jesus hier auch sagt, was man tun muss, um in das ewige Leben einzugehen, nämlich das halten der Gebote. Aber dies ist ein anderes Thema. NT: Matthaeus 19:16-21 Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? 17 Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. 18 Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: „Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben;19 ehre Vater und Mutter;“ und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ 20 Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch? 21 Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!
Und wieso erklärt Jesus zum zweiten in der Bergpredigt, wie die Gebote umgesetzt werden müssen, wenn es sowie nur sekundär und unwichtig ist? Nach christlicher Ansicht trenn die Sünde einen von Gott, aber da die Sünde einen von Gott trennt, und der Mensch ein ständiger Sünder ist, wird die Sünde als solches einfach abgeschafft und existiert für jenen, der Jesus als den Sohn Gottes anerkennt, nicht mehr. Das Gebot existiert aber dennoch. Es wird von dem Christen versucht einzuhalten, um sich Gott zu nähern. Wenn er es aber nicht einhält, so begeht er keine Sünde oder wird auch nicht bestraft, da Jesus ja für seine Sünden gestorben ist, und er am jüngsten Tag somit sündenfrei sein wird. So die christliche Meinung. Jedoch haben sie all dies nicht als Botschaft von Jesus erhalten, wie wir im Zuge dieser Vortragsreihe sehen werden, sondern dies ist, was die Menschen, insbesondere Paulus, an Interpretationen und Neuerungen, auf den Markt geworfen haben. Dabei wird nicht einmal „versucht“ diese Worte in den Mund von Jesus zu legen. Sondern man sagt gleich, das man selbst dieser Meinung ist. Und Paulus spricht gar von „seinem“ Evangelium. All dies werde ich, inschaAllah, noch ausführlich in dem Vortrag „Das höchste Gebot“ abhandeln. Ihr dürft also gespannt sein. Doch nun zur christlichen Bergpredigt, bzw. Ausschnitte davon.

Jesu Stellung zum Gesetz

17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

KOMMENTAR: Hier also wieder die berühmte Stelle, bezüglich des Gesetzes. Hier steht nicht, dass Jesus der Einzige sei, der es zu erfüllen hat. Denn dies ist es, was der Christ im Allgemeinen denkt. Das das Gesetz nur von Jesus eingehalten werden musste.Jesus lehrte es ihnen, und lebte es den Menschen vor. Jedoch hatte nur er es zu erfüllen. Dies ist etwas was Jenseits des Verstandes liegt. Denn wieso sollte man als Lehrer fungieren, um dann den Schülern zu sagen, das all das Gelehrte nur für den Lehrer gilt. Erwartet man von einem Lehrer nicht, dass er einem etwas beibringt, was für alle Gültigkeit hat? Es ist natürlich so, dass alle Propheten irgendwelche Gewohnheiten hatten, die nur sie auf Grund ihrer Position und Gesandtschaft zu erfüllen hatten. Sie beteten z.B. viel mehr. und intensiver, als alle andern Menschen. Aber die Gebote? Sie galten für die Menschen, weil sie gut für die Menschen sind,und nicht nur für die Propheten. Und nichts anderes als dies ist in diesem Bibelausschnitt zu lesen.
Es steht geschrieben, dass Jesus gekommen sei, das Gesetz zu erfüllen. Doch steht hier auch, was die Christen behaupten, dass NUR er es zu erfüllen habe? Nein, dies steht dort nicht geschrieben. Und damit diesbezüglich keine Missverständnisse auftreten, geht es weiter. Jesus sagt, wer auch nur das kleinste der Gebote auflöst, der wird sein der kleinste im Himmelreich. Und wer es tut und lehrt, wird groß heißen im Himmelreich. Was genau ist bei diesem Zitat missverständlich? Gar nichts. Es ist eine klare Aussage. Paulus jedoch löste auf, und natürlich nicht nur er, aber er war dabei einer der fleißigsten. Die Kirche, sei sie nun katholisch, evangelisch oder freikirchlich, lehrt ewtas völlig gegensätzliches zu dem, was in der eigenen Schrift steht. Fällt dies denn dem Christ, der des lesens mächtig ist, nicht auf? Da man die Evangelisten als vom heiligen Geist inspiriert betitelt, ist die klare Frage an dieser Stelle, wer denn nun inspiriert war. Der Evangelist, Paulus oder die Kirche? Alle drei können es nicht gewesen sein, da ich nicht glaube, das es verschiedene Inspiratitionen von ein und der selben Quelle geben kann. Und wenn man den „heiligen Geist“ als von Gott ausgehend betrachtet, kann es dort auch keine Widersprüchlichkeiten geben. Aber vieleicht ist auch weder Paulus, noch die Kirche, und auch nicht die Evangelisten vom heiligen Geist inspitriert gewesen. Und dies scheint doch die beste Erklärunmg zu sein. Da Gott die Leute, welche er zu inspirieren wünscht selbst aussucht. Und in der Regel nennt er diese Menschen Propheten und/oder Gesandte. Sie suchen sich nicht selbst aus, sondern sie werden ausgesucht. Und wer in diesem Spektakel wurde von Gott ausgesucht? Paulus oder Jesus?

Vom Töten

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2.Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. 23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe. 25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. 26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

KOMMENTAR: Vers 21 ist klar und verständlich. Wer tötet ist des Gerichtes schuldig. In Vers 22 wird dieses Gesetz aber nicht herabgesetzt, sonder Jesus verschärft es noch obendrein. Wer jemanden beschimpft und abfällig wird, und noch dazu seinen Bruder meidet, der wird des Feuers schuldig. Man wird in der Hölle brennen? So steht es hier geschrieben. Mit Sündenfreiheit hat dies nichts zu tun. Warum erklärt Jesus den Menschen all diese Dinge, wenn sie nicht wichtig wären? Ich spreche hier von der Aussage, dass ein Christ ohne Sünde sei. Jesus distanziert sich  nicht einmal, vom Gesetz des alten Testamentes, noch schafft er es ab. In der Tat deckt sich nichts von dem, was die Christen tun, mit dem, was die Bibel von ihnen verlangt.
Im Islam gibt es übrigens vergleichbares zu finden, wie in der Bibel. Mit dem Unterschied, das wir Muslime, es sehr wohl als angebracht halten, uns an die Regeln zu halten, denn sie haben einen Sinn, und Allah wirde sich sicher etwas dabei gedacht haben, dass er sie den Menschen vorgeschrieben hat. Die Versöhnung ist uns vorgeschrieben, und man soll seinen Bruder nicht länger als drei Tage meiden, bevor eine Zeit kommt, in der es zu spät für Versöhnung ist. Der bessere von beiden ist der, der zuerst den Friedensgruß ausspricht. Die Gemeinde der Muslime gleicht einem Körper. Wenn ein Teil des Körpers krank oder verletzt ist, reagiert der Rest des Körpers mit Fieber.

Der Prophet sallallahu alaihi wa sallam sagte: „Es ist einem Muslim  nicht erlaubt, seinen Bruder mehr als drei Tage zu meiden, indem sie sich beide voneinander abwenden, wenn sie sich treffen. Der bessere von ihnen ist derjenige, der den anderen zuerst grüßt.“ (, Muslim)

An-Nu`man Ibn Baschier, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Die Gläubigen in ihrer Zuneigung, Barmherzigkeit und ihrem Mitleid zueinander sind einem Körper gleich: Wenn ein Teil davon leidet, reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber!“ [Sahih Muslim Nr. 4685 (im arabischen)]

„Der Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und Hände andere Muslime sicher sind“(Buchari, Muslim, Abu Dawud, Nesa’i)

„Wer mir für das, was sich zwischen seinen Beinen und zwischen seinen Kiefern befindet, garantiert, so garantiere ich ihm das Paradies (wer kein Unzucht und kein schlechtes Reden begeht) (Buchari, Tirmidhi)

 O ihr, die ihr glaubt! Laßt nicht eine Schar über die andere spotten, vielleicht sind diese besser als jene; noch (lasset) Frauen über (andere) Frauen (spotten), vielleicht sind diese besser als jene. Und verleumdet einander nicht und gebt einander keine Schimpfnamen. Schlimm ist die Bezeichnung der Sündhaftigkeit, nachdem man den Glauben (angenommen) hat, und jene die nicht umkehren – das sind die Ungerechten (Sura 49;11)

Allah der Erhabene sagt: „O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet häufigen Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und spioniert nicht und führt keine üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So fürchtet Allah. Wahrlich, Allah ist Gnädig, Barmherzig.“[Sura 49:12]

SubhanAllah, welch imposantes Gleichnis, um zu verstehen, wie schlimm die üble Nachrede ist.

Vom Ehebrechen

27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 20,14): »Du sollst nicht ehebrechen.« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. 29 Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. 30 Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. 31 Es ist auch gesagt (5.Mose 24,1): »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

KOMMENTAR: Ich verstehe nicht, warum immer versucht wird, um alles herum zu reden, oder die Worte Jesu abzuschwächen oder irgendetwas abwägiges in sie hinein zu interpretieren, damit sie in das Prinzip „Liebe“ passen. Frei nach dem bestehenden Motto: „Die Bibel kann man nicht wörtlich verstehen“ An diesen Worten ist doch eigentlich nichts falsch zu verstehen. Hier zur christlichen Erklärung: „Diese Stelle soll verdeutlichen, wie schlimm diese Dinge sind, und wie schwach das Fleisch ist. Es soll ein guter Ratschlag sein, sich zu kontrolieren. Wenn der Körper oder ein Teil dessen schlecht ist, so verunreinigt es den Glauben.“ Wir Muslime sagen, das dies selbstverständlich ein guter Ratschlag ist. Aber es handelt sich um eine Sache, die sehr ernst zu nehmen ist, und die man befolgen sollte. Da man sich aber nicht von seinem Auge, oder seiner Hand trennen kann, sollte man tunlichst alles daran setzten, sie zu schützen, oder? Damit nicht was geschehe? Das brennen in der Hölle. Wieder die Androhung und Warnung vor der Strafe, die doch laut christlicher Ansicht im Christentum nicht existiert. Manche leugnen gar die Hölle, aber das ist ein anderes Thema.
 
In Vers 28 ist die Rede von einem Blick, der zu einem ernstgemeinten Wunsch zum Ehebruch führt. Ein wirklich gieriger Blick. Dieser ist sündhaft. Im nächsten Vers droht dieser Blick des Auges zu einem echten Ehebruch zu werden, wobei das Auge und dessen Blick der „Verführer“ war, und in Folge dessen, wenn man solches bemerkt, wäre es besser das Auge auszureißen. Natürlich nicht in tatsächlich. Es soll eine Ermahnung verdeutlichen, wie schlimm der gierige Blick ist.
Im Islam sagt man, der erste Blick ist zufällig (beim Gang durch die Straße, dass umherschauen) und demnach nicht sündig, der zweite jedoch (um noch mal genauer nachzusehen) ist vom Teufel. Soll bedeuten, dass das bewusste anschauen des anderen Geschlechts, der Teufel als Schwäche des Menschen zu nutzen weiß, um dich zur Sünde zu verführen. Der Blick ist der erste Schritt zur Unzucht. Laut den Versen 29 und 30 ist es besser, einen sündigen Teil des Körpers zu entfernen (symbolisch), damit nicht am Ende das böse Erwachen kommt, und man in der Hölle brennt. Dies ist aber keinesfalls symbolisch gemeint. Demnach ist Ehebruch so schlimm, dass man dafür in die Hölle muss. Wer kommt in die Hölle? Ich hörte, es ist der Sünder, denn die Sünde heißt von Gott getrennt, und der von Gott getrennte kommt in die Hölle.
Nun sagt man aber auch, dass der Christ  ohne Sünde sei (ich weiß, es ist kompliziert, aber hier ist ja auch die Rede vom Christentum, und nicht vom Islam) Laut Jesus Aussage, stimmt das aber nicht (das man ohne Sünde sei).
Warum hat er hier nicht gesagt: „Ja, das ist alles sehr schlimm, aber  sorgt euch nicht, denn es ist schon geschrieben, dass ich eure Sünden tragen werde, einen Schuldschein für euch einlösen und euch sündenfrei machen werde? Jesus war kein Lügner oder Vorgaukler falscher Tatsachen, oder?  Wenn es die Sünde nicht gäbe, so hätte er sie nicht zu erwähnen brauchen. Unzucht, Mord und Diebstahl ist böse und geziemt sich nicht für einen Gläubigen, auch laut Paulus. Wer solches tut, ist sozusagen nicht gläubig. Aber er verlangt von den Menschen, von sich aus gut zu sein, sozusagen mit dem Verstand auf die Sünde zu verzichten. Ohne dafür geahndet zu werden, falls es doch geschieht. Gemäß dem Gedanken: Verzichtet auf das Böse. Ihr werdet zwar nicht bestraft, solange ihr die Gottessohnschaft und den Opfertod anerkennt, aber es ist schon besser, wenn ihr es lasst. Dies ist ein gemütliches Prinzip, welches allerdings nicht von Jesus stammt, denn er drohte öffentlich mit der Hölle.
Was würde wohl passieren, wenn Bundeskanzlerin Merkel plötzlich sagen würde: „Unsere Gefängnisse sind voll. Ich weiß nicht mehr, wohin mit den ganzen Verbrechern. Aus diesem Grund schaffe ich das Grundgesetz ab. Denn wo kein Gesetz ist, das ist auch keine Übertretung. Somit muss ich niemanden in das Gefängnis stecken. Aber bitte, liebe Leute, ich appelliere an euren Verstand und an euer Herz. Verhaltet euch friedlich und tut nichts unrechtes!“ Würde dieser Appell wohl bei einem Verbrecher etwas nützen? Würde das den bösen Menschen abhalten? Und die Menschen, die zuvor zu feige waren, Verbrechen zu begehen, aus Angst vor der Polizei, würden aus ihren Löchern kommen. Es stimmt schon dass die Sünde im Herzen entsteht. Mit einem schlechten Gedanken fängt es an. Deswegen ist im eigentlichen Christentum, laut Jesus Aussage, schon der schlechte Gedanke Sünde, und wird von Gott bestraft.
Aber lassen wir das nun mal so stehen, denn der Islam ist es, an den wir glauben, so braucht es uns eigentlich nicht zu grämen, dass die Menschen die Lehre von Jesus verunstalteten. Jeder Muslim weiß, dass sie dies taten. Daher wurde ja auch Mohammed (s.a.s.) entsandt.  Schlechte Gedanken, da stimme ich dem Christen zu, verderben das Herz. Weiterhin denke ich, wenn das Herz verdirbt, so wird es auch der Glaube tun. Gedanken sind der Ausdruck der Seele. Die Seele kommuniziert mit uns Mittels den Gedanken. Die Gedanken kannst nur man selbst und Allah kennen. Wenn man stets schlechtes denkt, so wird einen dies zermürben. Man wird zu einem Heuchler, der nach außen hin lacht, und innerlich zum Mörder wird. Ein Heuchler kann kein wahrhaft Gläubiger sein.
Doch eine Option wird im Christentum nicht beachtet, welche im Islam umso wichtiger ist. Im Christentum wirst Du schon für schlechtes Denken bestraft, während die Tat an sich, weniger schlimm zu sein scheint, denn der Christ ist ja ohne Sünde. Aber im Islam verhält es sich folgendermaßen. Schlechte Gedanken sind schlecht, keine Frage, und es wird davor gewarnt. Neid, beispielsweise, ist eine Art Gedanke, doch Neid frisst den Glauben wie das Feuer das Holz. Was bedeutet dies? Dass man sich innerlich schon von dem Schlechten fernhalten muss. Dies haben wir gemeinsam.
Aber was ist, wenn man die schlechten Gedanken, aus dem Glauben an Gott, verwirft? Wenn man beispielsweise jemanden verbotenerweise anschaut, und dann Zuflucht bei Gott vor dem Teufel sucht, und sich an Gott erinnert, und von dem Gedanken Abstand hält? Das ist wiederum etwas Gutes, und wehrt die Sünde oder den sündigen Gedanken sofort ab. Wenn man im Islam eine böse Tat , sagen wir mal einen Raubzug, plant. Welches eine große Sünde ist, und auch strafbar, und man lässt dann davon ab, weil der Glaube an Gott größer war, als der Verbrechensdrang, man also aus Liebe zu Gott, von dem Bösen abgelassen hat, so wird man für den bösen Gedanken nicht bestraft. Ganz im Gegenteil. Man bekommt eine gute Tat niedergeschrieben, weil man aus Glaube, das Böse unterlassen hat. Im Islam wird nur die tatsächliche Ausführung der bösen Tat bestraft und nicht der Plan dessen. Es sei denn, man plant etwas Böses, und zwar mit der tatsächlichen Absicht, und macht sich auf den Weg, dieses auszuführen, und man wird durch äußere Einwirkung davon abgehalten, indem man den Bus verpasst oder andere Zufälle sich ereignen, welche die Tat verhindern, so ist dies, als hätte man die böse Tat tatsächlich begangen, da das Herz und der Verstand die feste Absicht dazu hatte. Nicht jemandes Glaube hinderte einen am Bösen, sondern Fremdeinwirkung. Dies wird dann als schlechte Tat niedergeschrieben, es sei denn man bereut. Begehe ich die Tat tatsächlich, so wird sie als schlechte Tat niedergeschrieben. Begehe ich sie nicht, aufgrund des Glaubens änderte ich meine Meinung, so wird es mir doppelt als gute Tat niedergeschrieben. Begehe ich etwas Gutes, so wird es mir als mehrfach gute Tat niedergeschrieben. Allah belohnt so viel Er mag. Wenn ich eine gute Tat plane, also ein ernstgemeinter Gedanke, und ich kann sie zwecks Fremdeinwirkung nicht vollenden, so wird es mir als gute Tat niedergeschrieben. Wenn ich etwas Gutes plane, und dieses nicht ausführe, weil ich es mir anders überlegt habe, so ist dieses plus minus Null. Ich habe weder Gewinn, noch Verlust. Als Fazit gilt: Schlechte Gedanken werden nur dann bestraft, wenn sie mit einer ernstgemeinten Absicht zur Tat verbunden sind, und der einzige Grund des nicht Verrichtens, Fremdeinwirkung und nicht Glaube war. Es sei denn man bereut den schlechten Gedanken. Ansonsten sind schlechte Gedanken eine Angelegenheit zwischen Dir und Gott, mit denen du dein Herz verunreinigst, und dir nur selber schadest.

Allah hat die guten und die schlechten Taten niedergeschrieben“ Dann erklärte er dies:“ Wer etwas Gutes beabsichtigt und es nicht umsetzt, dem hat Allah dies bei Sich als volle gute Tat angerechnet. Hat er es umgesetzt, dann rechnet Allah ihm dies bei sich als zehn gute Taten, bis siebenhundertfach und mehr, an. Und wer etwas Schlechtes beabsichtigt, es aber nicht umsetzt, dem wird dies als vollendete gute Tat bei Allah, dem Erhabenen, angerechnet. Hat er diese schlechte Tat jedoch ausgeführt, so rechnet Allah ihm dies als eine einzige schlechte Tat an“ (Al-Bukhari und Muslim)

Wenn sich zwei Muslime mit ihren beiden Schwertern treffen, so ist sowohl der Mörder, als auch der Getötete im Feuer.“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs, beim Mörder ist es klar, aber warum denn der Getötete?“, worauf er antwortete: „Er hat sich darum bemüht, seinen Gefährten zu töten.“ (Dies berichteten Buchari (31) und Muslim (2888).) Die „Absicht“ zu töten, führte zur Bestrafung.

Grundsätzlich gilt, das Reue das Herz reinigt, und Gottes Gnade und Barmherzigkeit zur Folge hat, denn Allah vergibt alle Sünden, außer Beigesellung, wenn man in dem Zustand der Beigesellung stirbt. Wenn man Beigesellung beging, und dann davon ablässt und bereut, so kann auch dieses vergeben werden. Zurück zum Bibelzitat.
 
Vers 32 ist absolut unvereinbar mit dem Islam. Scheidung ist erlaubt, aber von Allah verhasst. Aber dennoch erlaubt, wenn es keine andere Lösung gibt. In dem Vers 32 wird die Frau zur Ehebrecherin, wenn der Mann sich von ihr scheidet? Warum ist der Mann nicht ebenfalls ein Ehebrecher? Was kann die Frau dazu, wenn der Mann sie nicht mag? Warum ist denn der Mann ein Ehebrecher, wenn er eine geschiedene Frau heiratet? Das warum ist aber eher unerheblich. Wenn Jesus dies sagte, so gilt es für eigentlich für den Christen. Denn die Entscheidungen der Propheten sind nicht anzufechten. Aber wird es befolgt? Nein. Doch im Islam stimmt dies nicht mit dem Christentum überein. Beide Partner sind sowohl in der Ehe, als auch in der Scheidung gleichberechtigt. Und beide können ohne Sünde wieder heiraten. Scheidung ist kein Ehebruch, sondern Ehebruch ist ein Ehebruch.

An-Nu‘man Ibn Baschir – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs – Allahs Segen und Friede auf ihm – sagen: »Das Erlaubte ist offenkundig, und das Verbotene ist offenkundig, und zwischen den beiden gibt es zweifelhafte Dinge, über die viele Menschen keine Kenntnis besitzen. Wer nun die zweifelhaften Dinge vermeidet, der gewährt damit seinem Glauben und seiner Ehre Makellosigkeit; wer aber in zweifelhafte Dinge verwickelt ist, ähnelt einem Hirten, der seine Herde um ein fremdes Revier herumweidet und beinahe das Eigentumsrecht eines anderen verletzt. Wahrlich, jeder König hat sein eigenes Hoheitsgebiet, und die von Allah verbotenen Dinge stellen das Hoheitsgebiet Allahs auf Seiner Erde dar. Wahrlich, es gibt im Menschenkörper ein kleines Stück Fleisch; wenn dieses gut ist, so ist der ganze Körper gut; ist es aber verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Wahrlich, das ist das Herz!«“ (al-Buchari)

Hier geht es weiter zu Teil 2: https://abduomer9.wordpress.com/2012/09/12/die-bergpredigt-teil-2-islamischer-kommentar/

Teil 3: https://abduomer9.wordpress.com/2012/10/10/die-bergpredigt-teil-3-die-bibel-matthaus-5-7-islamischer-kommentar/

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2 Gedanken zu “Die Bergpredigt (Bibel Matthäus 5-7)Teil 1: islamischer Kommentar*

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