Die Bergpredigt (Bibel Matthäus 5-7) Teil 2: islamischer Kommentar*

Vom Schwören

 
 
33 Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist (3.Mose 19,12; 4.Mose 30,3): »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.« 34 Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.
 
 
KOMMENTAR: Dem ist nichts hinzuzufügen. Wunderbare Worte, die Jesus sehr schön wiederspiegeln. Ähnliches gilt im Islam. Wobei gesagt wird, dass ein Schwur, wenn er denn unbedingt nötig ist, nur im Namen Allahs sein darf. Wenn man bei Allah schwört, und dennoch lügt, so wird das sehr böse enden.
 
 
Ibn ‚Umar(r) berichtete, dass der Prophet(s) gesagt hat:„Allah verbietet euch, bei euren Eltern zu schwören. Wer (unbedingt) schwören will, soll bei Allah schwören, oder er hat zu schweigen!“
 
Abd-ur-Rahmän ibn Samura(r) berichtete, dass derGesandte Allahs(s) gesagt hat : „Schwört weder bei den Göttern noch bei euren Eltern!“ (Muslim)
 
Ibn ‚Umar (r) berichtete, dass er einen Mann sagen hörte: „ Nein, bei der Ka’ba! „, daraufhin sagte Ibn ‚Umar zu ihm: „ Schwöre nicht bei (etwas od. jemandem) außer Allah, denn ich hörte den Gesandten Allahs (s) sagen : » Wer bei (etwas od. jemandem) außer Allah schwört, der ist vom Islam abgefallen. – oder der hat Allah jemanden beigesellt. < ( At-Tirmithi, mit dem Vermerk : Ein guter Hadith )
 
Ibn Mastd(r) berichtete, dass der Prophet(s) gesagt hat :„Wer schwört, um das Vermögen eines Muslims zu Unrecht zu bekommen,wird Allah begegnen, und Er ist zornig über ihn“, dann rezitierte uns der Gesandte Allahs(s) die Bestätigung dafür aus dem Buch Allahs -mächtig und erhaben ist Er – : »Wahrlich, jene, die das Bündnis mit Allah und ihre Eidschwüre um einen geringen Preis verkaufen, die haben keinen Anteil am Jenseits, und Allah wird weder zu ihnen sprechen noch auf sie blicken am Tage der Auferstehung, noch wird Er sie läutern, und ihnen wird schmerzliche Strafe zuteil.«Sura 3:77 (Al-Bukhari und Muslim)
 
Abu Umama Iyas ibn Tha’laba Al-Härithi(r) berichtete, dass der Gesandte Allahs(s) gesagt hat: „Wer sich das Recht eines Muslims durch seinen Eid aneignet, dem hat Allah die Hölle vorgeschrieben und das Paradies verboten.“ Da fragte ein Mann: „Auch wenn es eine geringfügige Sache wäre, o Gesandter Allahs?“ Er(s) sagte: „Sogar wenn es ein Hölzchen Arak wäre.“ (Muslim)
 
Abdullah ibn ‚Amr ibn-ul-‚As (r) berichtete, dass derProphet (s) gesagt hat: „ Die allerschlimmsten Vergehen sind: Allah Teilhaber an Seiner Göttlichkeit beigesellen, das (absichtliche) Vergessen der Pflicht den Eltern gegenüber, das Töten eines Menschen (ohne trifftigen Grund) und der Meineid. ( Al-Bukheryy )
 
Abd-ur-Rahman ibn Samura(r) berichtete: Der Gesandte Allahs(s) sagte zu mir: „..Und wenn du etwas geschworen hast und dann sahst, dass eine Alternative besser ist, dann tue das Bessere und leiste Sühne für deinen Schwur!“(Al-Bukhari und Muslim)
 
Allahs – erhaben ist Er – spricht:»Allah wird euch nicht strafen für ein unbedachtes Wort in euren Eiden,doch Er wird euch zur Rechenschaft ziehen für das, was ihr mit Bedacht geschworen habt. Die Sühne dafür ist dann die Speisung von zehn Armen mit der Speise, die ihr gewöhnlich euren Angehörigen gebt, oder ihreBekleidung oder die Befreiung eines Nackens. Wer es aber nicht kann, der faste drei Tage. Dies ist die Sühne eurer Eide, so ihr geschworen habt, und hütet eure Eide!«Sura 5:89
 
Aischa(r) hat gesagt: „Dieser Vers: »Allah wird euch nicht strafen für ein unbedachtes Wort in euren Eiden«  wurde offenbart wegen der (unbedachten) Äußerung des Menschen: “ Nein, bei Allah! “ und “ Ja, bei Allah! “ ( Al- Bukharyy)
 
 

Vom Vergelten

 
38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 21,24): »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
 
 
KOMMENTAR: Hier wird es interessant. Dies ist eine sehr oft zitierte Aussage von Jesus. Dies passt sehr gut in das Prinzip „Liebe“. Dieses Prinzip ist anders als das jüdische, in dem Vergeltung geübt werden soll, aber auch hier gibt es bestimmt Vergebung, und es ist anders als das islamische Prinzip. Doch zunächst zu dem oben gesagten, denn ich frage mich nur, was wohl geschieht, wenn der Mörder meiner Kinder vor mir steht. Laut Jesus muss ich ihn ziehen lassen. Auch dann, wenn er nicht nur meine Familie tötete, sondern auch mein Haus zerstört hat?
Dies ist im Islam anders. Das Hinauszögern der Abwehr, solange es nur irgend möglich ist, haben wir gemeinsam. Die Vergebung wiegt stärker als die Rache. Aber, die Vergeltung ist ebenfalls erlaubt (keine Selbstjustiz, es muss schon erwiesen sein, dass der Mörder tatsächlich der Mörder ist, und die Sache muss vor einer höheren Instanz ausgetragen (Gericht) werden). Der Mörder  kann dann die Todesstrafe bekommen, oder aber, man legt die Vergeltung in die Hände Gottes und wartet auf den Jüngsten Tag, auch ist das zahlen eines Blutgeldes an die Verwandten des Getöteten möglich. Doch wenn die Angelegenheit nicht vor Gericht ausgetragen wird, so kann man dem Übeltäter auch vergeben. Dies wird dann zur Belohnung Sünden, die man selbst getätigt hat, tilgen. Hierzu siehe Koranvers und Hadith:
 
Koran Sure 5:45: Wir hatten ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn; und für Verwundungen gerechte Vergeltung. Wer aber darauf verzichtet, dem soll das eine Sühne sein; und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Ungerechten. (45) .
 
Unser Prophet (a.s.s.) sagte: ”Wenn jemand einen anderen verletzt und dieser auf die Vergeltung verzichtet, werden ihm soviel von seinenSünden getilgt, wie seine Vergebung ausmacht.
 
Und was ist, wenn jemand in mein Haus stürmt, mit einem Maschinengewehr und der festen Absicht mich und meine Kinder zu töten? Auch hier darf ich mich im Islam zur Wehr setzen, laut Jesu Aussage, falls er diese getätigt haben sollte, aber nicht. Wenn jedoch keine Tötungsabsicht besteht, so ist ein Muslim angehalten, sämtliche Konflikte zu vermeiden. Wenn man es so tut, wie Jesus oben beschreibt,  und was auch in der Lehre des Islams vorhanden ist, so kann man nur als Gewinner daraus hervorgehen, selbst wenn man sein Leben verliert. Denn man gewinnt gegen den Zorn. Man verliert etwas an Hab und Gut, und bekommt es im Jenseits doppelt zurück. Aber wie gesagt, wenn Menschenleben in Gefahr sind, darf man sich auch verteidigen, denn ein Eheman bespielsweise hat die Pflicht, sofern ihm dies möglich ist, seine Familie zu beschützen.
 
Der Islam stellt es dem Menschen zur Wahl, ob man auf sein Recht zur Vergeltung besteht, oder ob man vergibt. Wobei die Vorgehensweise, die Schmach und Beleidigung so lange es geht in Geduld zu tragen, von einem wahrhaft Gläubigen bevorzugt wird. Denn der Zorn kommt vom Teufel, und dieser freut sich königlich, wenn ein Muslim in Beschimpfungstriaden miteinsteigt, und sich selbst vergisst, anstatt mit einem Lächeln auf den Lippen seiner Wege zu ziehen. Denn dies ist bekanntermaßen die bessere Art, sich zu wehren. Man muss wissen, dass man vom Teufel angestiftet wird, indem man durch die Übeltaten anderer, selbst zum Übeltäter wird. Wenn man sich „wehrt“, so hat man sich sein Recht auf „Vergeltung“ bereits schon genommen, auch wenn es sich beispielsweise „nur“ um Beschimpfungen handelt. Wenn ich nicht zurückschimpfe, so werde ich meinen Lohn für die Geduld UND die Wiedergutmachung im Jenseits zu erwarten haben. Und dies ist zu bevorzugen.
 
Der Teufel wird immer wieder durch Einflüsterung andere Menschen auf die Muslime hetzen, in der Hoffnung, dass man sich irgendwann einmal vergisst, und bei Streitereien mitmacht. Dann ist die Gefahr sehr groß, das man anfängt zu übertreiben, und eins zum anderen führt. Dann hat man nicht nur seinen Lohn für zu ertragenes Leid verloren, sondern man läd auch noch Sünde für Schimpfworte oder gar angewendete Gewalt auf sich. Ich rede hier nicht von religiöser Unterdrückung, oder Greueltaten gegen Muslime, es versteht sich von selbst, dass man in diesem Fall aufsteht und sich wehrt, sondern hier geht es um die alltäglichen Sticheleien und Beschimpfungen, die ein jeder von Zeit zu Zeit zu ertragen hat. Insbesondere unsere Jugend hat mit solchen Dingen zu kämpfen. Und nun noch einige Hadithe, die für sich sprechen.
 
Allahs Gesandter hat gesagt: „Die Sache des Gläubigen ist wunderbar. Alle seine Angelegenheiten sind gut für ihn, und dies ist bei niemandem so außer dem Gläubigen. Wenn ihm etwas Schlechtes widerfährt, ist er geduldig, und dadurch wird es gut für ihn, und wenn ihm Gutes widerfährt, ist er dankbar, und dadurch wird es gut für ihn.“ (Suhaib; Muslim)
 
Allahs Gesandter hat gesagt: “Gläubige Männer und Frauen werden so lange Prüfungen ausgesetzt – sie selbst, ihre Kinder, ihr Hab und Gut – bis sie Allah, dem Erhabenen, entgegentreten, und sie haben Ihm gegenüber keine Sünde (mehr auf sich).” (Abu Huraira; Tirmidhi)
 
Der Prophet hat gesagt: Der größte Lohn (kommt) mit der größten Prüfung, und wenn Allah, der Erhabene, Leute liebt, setzt Er sie Prüfungen aus, und wer sich damit zufrieden gibt, dem wird Allah Wohlgefallen zuteil, und wer damit hadert, dem wird Allahs Mißfallen zuteil.” (Anas; Tirmidhi)
 
Allahs Gesandter hat gesagt: “Wenn einer von euch zornig ist und er steht, soll er sich setzen. Wenn der Zorn dann von ihm geht, (ist es gut), andernfalls soll er sich hinlegen.” (Abu Dharr; Mischkat)
 
Allahs Gesandter hat gesagt: “Ich verbürge mich dem für ein Haus im Paradies, der sich des Streits enthält, selbst wenn er im Recht ist, und für ein Haus in der Mitte des Paradieses dem, der sich der Lüge enthält, selbst wenn es (nur) Spaß ist, und für ein Haus am höchsten Platz des Paradieses dem, der seine Wesensart bessert.” (Abu Umama; Abu Dawud)
 
Der Prophet hat gesagt: “Der Muslim, der mit den Menschen verkehrt und den Schaden davon geduldig erträgt, ist besser als der, welcher nicht mit ihnen verkehrt und den Schaden davon nicht geduldig erträgt.” (Ibn Umar; Tirmidhi)
 
Allahs Gesandter hat gesagt:”(Allah) der Barmherzige erweist dem Barmherzigkeit, der (seinerseits anderen) barmherzig ist. Seid (darum) allen auf Erden barmherzig, dann ist euch barmherzig, Der im Himmel ist.” (Abdullah Ibn Amr; Abu Dawud, Tirmidhi)
 
Allahs Gesandter hat gesagt: “Wer sich bei seinem Bruder entschuldigt, aber ihn nicht entschuldigt, oder seine Entschuldigung nicht annimmt, dessen Sünde ist (so groß) wie die dessen, der unrechte Steuern eintreibt.” (Gabir; Baihaqi)
 
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm berichtete, dass ein Mann zu Allahs Gesandtem (s) sagte:“Rate mir!“ Er sagte: „Zürne nicht!“  Er wiederholte (seine Bitte) mehrmals, und er sagte: „Zürne nicht!“ (Al-Bukhari)

Dschabir, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, wurde niemals um etwas gebeten, und er sagte „nein“!“ [Sahih Al-Bucharyy Nr. 6034]

Allahs Gesandter
hat gesagt: “Die schwerwiegendste Sache, die für den Gläubigen am Tage der Auferstehung in die Waagschale gelegt wird, ist ein guter Charakter, und Allah verabscheut gewiß den (Menschen), der unanständige und beleidigende Worte gebraucht.” (Abu Darda; Tirmidhi)  > Hier wird kein Unterschied gemacht, zu wem man diese Worte spricht, also gebraucht man sie gar nicht.

A´ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Der von Allah am meisten gehaßte Mensch ist der unverschämt Streitsüchtige.“[Sahih Al-Bucharyy Nr. 7188]

 

Von der Feindesliebe

43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen2, 45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.                       ( Kommentar desjenigen, der die  Bibel  druckt:In der späteren Überlieferung wird der Text   erweitert: »Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die   euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen« (vgl. Lk   6,27-28) )(Meine Frage: Wer hat den Bibelschreibern die Erlaubnis erteilt, etwas hinzuzufügen? Und   dies auch noch in den Mund Jesu zu legen? Ist auch nur EINE Stelle anders, als das älteste Manuskript, ist eineVerfälschung bereits nachgewiesen, und das Werk micht mehr autentisch)
 
 
KOMMENTAR: Im 3. Mose 19;18 steht nichts davon, dass man seinen Feind hassen soll. Wer mag, schaue selber nach. Zumindest steht es nicht in meiner Bibel. Vieleicht in einer der vielen anderen „Versionen“?
Das Bitten um Rechtleitung für die, die einen verfolgen, wurde auch vom Propheten Mohammed praktiziert. Einmal kam es vor, dass er in eine von Mekka weiter entfernte Stadt Namens Taif ging, um die Menschen dort zum Islam aufzurufen. Dies tat er zunächst bei den Führern der Stadt, welche aber Verbündete der Mekkaner (Quraisch) waren, wesshalb sie seine Botschaft ablehnten. Sie veranlassten dann sogar, dass  er mit Steinen und Schlägen aus der Stadt gejagt wurde. Das Blut floss ihm an den Füßen herunter und er hatte schlimme Wunden davon getragen. Er ließ sich auf einem Berg, etwas entfernt von der Stadt nieder, um von den Strapazen auszuruhen. Es kam zu ihm der Engel der Berge, und fragte ihn, ob er die Stadt zur Strafe dass sie ihn verletzt hatten, zerstören solle (mit der Erlaubnis Gottes). Doch der Prophet Mohammed lehnte ab, und sprach ein Bittgebet, dass Allah diese Menschen rechtleiten und aus ihren Nachkommen Gottesfürchtige Menschen machen möge. Keine Spur von Rache oder Wut, aber Enttäuschung über die Blindheit der Menschen.
 
Im Islam muss man zu den Fremden, Andersgläubigen, Reisenden, Waisen und Armen lieb und mildtätig sein. Aber auch zu den Brüdern, die selbiges Recht besitzen. Sie haben einen Anspruch darauf, dass ihnen von ihren Geschwistern Liebe und Zusammengehörigkeit sowie Brüderlichkeit und Hilfeleistung entgegenkommt. In beidem liegt Lohn. Wenn man Menschen zu Hilfe eilt, bekommt man Lohn von Allah, unerheblich ob man einem Andersgläubigen oder einem Bruder hilft. Das Recht auf Hilfe steht jedem Menschlichen Wesen zu. Und auch jedem Nichtmenschlichen Wesen. Ein Tier lässt man nicht verhungern oder verdursten und Schlagen soll man es auch nicht. Aber dennoch gibt es hier einen großen Unterschied. Im Islam wird dieser Unterschied klar deklariert und benannt, was im obigen Bibelzitat nicht der Fall ist. Dennoch vermag ich es nicht zu sagen, ob nicht ähnliches im Christentum existiert, und dieser Bibelvers lediglich an dieser Stelle nicht klar genug zum Ausdruck bringt, ob man GRUNDSÄTZLICH alle Bösewichte und Feinde lieben muss, oder ob es einen Unterschied zwischen persönlicher Anfeindung, und Anfeindung des Glaubens gibt. Hier nun ein Auszug aus dem Quran: Sura 60: Al Mumtahana (die Geprüfte)
 
 
[60:1] O die ihr glaubt, nehmt euch nicht Meinen Feind und euren Feind zu Freunden, ihnen Liebe erbietend, da sie doch die Wahrheit leugnen, die zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst austreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. Wenn ihr ausgezogen seid zum Kampf für Meine Sache und im Trachten nach Meinem Wohlgefallen, sendet ihr ihnen insgeheim Botschaften der Liebe, wenn Ich doch am besten weiß, was ihr verhehlt und was ihr offenbart. Und wer unter euch das tut, der ist sicherlich abgeirrt vom geraden Weg.
[60:2] Wenn sie die Oberhand über euch gewinnen, dann werden sie sich gegen euch als Feinde betragen und ihre Hände und ihre Zungen zum Bösen gegen euch ausstrecken; und sie wünschen inständig, daß ihr ungläubig würdet.
60:7]Vielleicht wird Allah Liebe setzen zwischen euch und denen unter ihnen, mit denen ihr in Feindschaft lebt; denn Allah ist allmächtig und Allah ist allverzeihend, barmherzig.
[60:8]Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht bekämpft haben des Glaubens wegen und euch nicht aus euren Heimstätten vertrieben haben, gütig zu sein und billig mit ihnen zu verfahren; Allah liebt die Billigkeit Zeigenden.
[60:9] Allah verbietet euch nur, mit denen, die euch bekämpft haben des Glaubens wegen und euch aus euren Heimstätten vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu machen. Und wer mit ihnen Freundschaft macht – das sind die Missetäter.
 
 
In Aya 1 steht klar geschrieben, dass es keine Liebe zu jenen gibt, die sich Allah zu ihrem Feind auserkoren haben. Liebe zu jenen, die den Gesandten Allahs und Allah hassen, gibt es nicht, solange sie nicht aufhören, einen zu bekämpfen. Insbesondere zu Kriegszeiten, was doch sehr logisch ist. In Amerika würde man sowas wohl „Abtrünniger“ oder „Fahnenflüchtling“ nennen. In Vers 2 wird nochmals erklärt, warum man seinen Feind nicht lieben soll. Kaum vertraut man ihnen, werden sie die Gelegenheit am Schopfe packen, um einen zu übermannen. Doch schon in Vers sieben, beginnt dann wieder die Unterscheidung. Hier sagt Allah, das es aufgrund SEINER Allmacht sehr wohl möglich ist, Freundschaft zwischen ehemaligen Feinden entstehen zu lassen, wenn es IHM  beliebt, da ER der Allerbarmer ist, und ER tut was er will. Und in den Versen 8 und 9 dann die Zusammenfassung, wann Freundschaft und Liebe erlaubt ist, und wann nicht.
 
Siehe auch Teil 1 der Bergpredigt: https://abduomer9.wordpress.com/2012/09/02/die-bergpredigt-teil-1-islamischer-kommentar/
Teil 3:  https://abduomer9.wordpress.com/2012/10/10/die-bergpredigt-teil-3-die-bibel-matthaus-5-7-islamischer-kommentar/
 
 
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4 Gedanken zu “Die Bergpredigt (Bibel Matthäus 5-7) Teil 2: islamischer Kommentar*

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