Vortragsreihe Tauhid Teil 1: Tauhid Ar- Rububbiya

Bismillahi Ar-Rahman Ar-Rahim

Im Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen

Tauhid

Tauhid ist ein Begriff aus der arabischen Sprache und bedeutet einfach übersetzt: Der Eingottglaube (Monotheismus) und dies in seiner reinsten und wörtlich zu nehmenden Form. Tauhid ist ein speziell für den Islam zu verwendender Begriff und findet demnach in keinem weiteren Lebensbereich und in keiner anderen Religion außer dem Islam Verwendung. Tauhid als Lebensphilosophie und nicht als Wort betrachtet erfüllt alle Komponenten und Bedingungen die zum absoluten  Eingottglauben führen.

Der Islam ist die Religion des absoluten Eingottglaubens. Der reinste und einzig wahre Monotheismus, den die Welt zu bieten hat. Wann immer in einem Glauben etwas an Gottes Seite gestellt wird, um Ihm ebenbürtig zu sein oder an Seiner Macht teilhaben zu lassen, so ist es kein Monotheismus mehr. In jeder Religion dieser Welt haben Menschen sich mit der Zeit dazu verleiten lassen, Gott etwas bei zugesellen. Seien es nun „Nebengötter“, Heilige, Zauberwesen, Söhne und Töchter Gottes (was es nicht gibt) und/oder dergleichen. Mit Ausnahme des Islams. Im Islam gibt es keinen Platz für Götter neben Allah. Es gibt nur einen Gott und nur Er darf angebetet und nur Ihm darf gedient werden. Absolut nichts und niemand hat Platz neben Allah. Diese Form des reinen Glaubens existiert nur im Islam. Islam bedeutet und ist zugleich „Hingabe zu Allah“. Sollte man den Glauben an einen Schöpfer bereits gefunden haben, jedoch der wahre Weg will sich einem noch nicht so recht erschließen, so möge der folgende Vortrag ein Wegweiser für ihn sein. Denn es kann doch logisch betrachtet nur der Weg der einzig wahre sein, auf welchem man die Einzigkeit Gottes lebt und liebt. Es ist schlussendlich auch von niemandem von der Hand zu weisen, dass es auch nur EIN Gott sein wird, vor welchem wir am Ende der Tage unsere Rechenschaft ablegen werden. Man stelle sich das vor, scherzhaft gesprochen, wie sich mehrere Götter und Herrscher darum streiten, ob Du in die Hölle oder doch in das Paradies kommen sollst.

Tauhid  ist die Bezeugung der absoluten Einheit, Einzigartigkeit und auch der tatsächlichen Existenz Allahs. Dies, ohne Ihm etwas bei zugesellen oder auch nur im geringsten an Ihm zu zweifeln. Welcher Mensch kann dies aber von sich behaupten? Das er ohne Unterbrechung frei von Zweifeln ist? Sicher nur wenige, denn Momente der Schwäche muss ein jeder von uns ertragen. Aber es ist das große Ziel, welches jeder von uns anstreben sollte. Wir alle wollen die ständige und andauernde Harmonie in der Beziehung zu Allah erreichen. Und dies ohne Vermittler und Götzen. Die Beziehung zu Allah findet direkt zwischen dem Schöpfer und Seinem Diener statt. Nicht in der Weise, wie es Propheten, Gesandte oder Engel erleben, sodass Allah zu ihnen spräche auf Seine erhabene Art, sondern in der Weise, dass wir als Menschen uns direkt zu Allah hinwenden und nur Ihn anflehen und anbeten. Nur Ihm unsere Reue und Ehre zollen, ohne jemanden zwischen uns und IHN zu stellen, was eine Form des Götzendienstes darstellen würde. Und dies funktioniert durch die Verinnerlichung und das Ausleben und Erfüllen des Tauhid. Diese für alle Zeiten bestehende Harmonie und Verbindung zu Allah haben wir im Paradies zu erwarten, wenn alles Hoffen und Glauben sich in Gewissheit verwandelt hat und seine Früchte trägt. Doch der Weg dorthin ist mit Anstrengungen, Mühseligkeit und einem ständigen Kampf gegen das eigene Ego verbunden. Denn im Gegensatz zum Paradies, existiert auf Erden der Teufel, welcher uns immer wieder aufzulauern versucht (nicht im wörtlichen Sinne, sondern durch das schwächen unseres Innersten). Doch Allah der Allerbarmer und Allwissende weiß um unsere Bemühungen und belohnt nicht nur den tatsächlichen Erfolg einer Sache, sondern auch die Anstrengungen, den guten Willen und den Weg dorthin, wenn das Bestreben AllAH näher zu kommen aufrichtig und echt war.

Die aktive Erfüllung des Tauhid findet seinen Anfang durch das sprechen der Schahada. Die Liebe zu Allah  wird durch sie besiegelt. Dies betrifft nun zunächst den ersten Teil der Schahada.

Zur kurzen Erläuterung für den nicht muslimischen Leser:

Die Schahada ist das Glaubensbekenntnis des Muslims. Mit folgendem Wortlaut:

Asschhadu an la ilaha illallah, wa aschhadu anna Muhammadan rasul Allah

Ich bezeuge dass es keine andere Gottheit gibt außer Allah und ich bezeuge dass Muhammad der Gesandte Allahs ist

Jeder Mensch auf Erden, gleich welchen Alters, Nationalität oder Geschlechts, hat das Recht und die Möglichkeit, sich hierzu zu bekennen. Wer die Schahada ausspricht wird Muslim und beginnt ein neues Leben, mit einer völlig anderen Lebensauffassung und mit einer völlig anderen Perspektive als sich dies in seinem vorherigem Leben dargestellt hat. Allah der Allerbarmer vergibt dem Menschen, welcher sich zu Ihm bekennt, all seine zuvor in Unwissenheit begangenen Sünden, ohne Ausnahme und unabhängig von der Schwere der begangenen Sünden. Wer sich zum Islam bekennt, wagt einen Neuanfang, und das Leben, welches vom Glauben geprägt wird, wird von Allah mit dem Paradies belohnt. Die Gewissheit um die Existenz eines Schöpfers ist diese tatsächliche Veränderung, denn von nun an hat das Leben einen Sinn und ein Ziel auf dessen Erfolg man hinarbeitet.

Die Überzeugung, dass es keine andere Gottheit außer Allah gibt und dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah, setzt sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

1.Tauhid Ar-Rububija: Die Bezeugung das Allah der Herr und Erhalter allen Seins Und aller Existenz ist

2.Tauhid al Uluhija: Die Bezeugung das Allah der Einzige Gott ist

3.Tauhid al Asma wa Siffat: Die Bezeugung der Absolutheit in Allahs Namen und Eigenschaften

Jeden einzelnen dieser Begriffe werden wir nun einmal genauer betrachten und analysieren.

  1. Die Bezeugung, das Allah der Herr und Erhalter allen Seins ist (Tauhid Ar-Rububija)

Als Muslim erkennt man Allah als den einzigen Schöpfer, Herrscher, Lenker und Befehlshaber dieser Welt an. So wird bereits in der ersten Sura des Qurans  im ersten Vers gesagt: „ Alhamdulillahi Rabbil Aaalamin “. Dies bedeutet sinngemäß: „ Alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten „ Somit wird klar, das Allah der Herr von allem ist. Alles, was für uns sichtbar und auch dies, was für uns unsichtbar bist. Dies betrifft sowohl alles in der tiefsten Tiefe, als auch alles in der höchsten Höhe. Das Universum, wie wir es kennen und darüber hinaus. Die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft unterliegt sowohl Allahs Kenntnis als auch Seiner Hand. Er beherrscht alle Geschöpfe, sowohl die, die wir kennen als auch die, die noch nie ein menschliches Auge gesehen hat. Der Mensch, welcher sich zum Islam bekennt, muss anerkennen, dass es für alles was uns umgibt und für uns selber einen Schöpfer gibt, denn nichts kommt aus dem Nichts. Und nichts erschafft sich selbst. Auch der Stuhl auf dem man sitzt hat jemanden der ihn machte. Ein Mensch hat ihn geschreinert. Dafür bediente er sich verschiedenster Mittel und Gedanken. Woher stammen die Mittel und wer gab ihm ein Gehirn welches Ideen produziert? Der Stuhl konnte schlußentlich nur geschreinert werden, weil Allah Mittel und Hirn zu Verfügung gestellt, und somit dem Menschen erlaubt hat, diesen Stuhl zu produzieren. Alle Errungenschaften und Forschungen sind nur möglich, weil Allah es erlaubte. Und so verhält es sich mit allem, was um uns und in uns existiert. Demnach ergibt es keinen Sinn, warum  nun ausgerechnet der Baum, die Blume, der Mensch, das Tier, oder das Universum durch Zufall und ohne Einwirkung und Planung einer höheren Macht entstanden sein sollte. Denn nicht einmal der Stuhl konnte aus dem nichts entstehen. Ein Mensch beispielsweise ist noch Milliarden mal komplexer und komplizierter aufgebaut als ein Möbelstück, auf das sein Schreiner stolz ist. Der Mensch ist so konzipiert, dass er sich paaren muss um einen Fortbestand zu gewährleisten, daher ist es völlig haltlos, dass es eine schrittweise Entwicklung gegeben haben könnte, wie in der Evolutionstheorie behauptet wird.   Ein Muslim erkennt als diese höhere Macht und als Schöpfer einzig und alleine Allah an. Weder hat ER Kinder, noch Helfer. Alles ist einzig und alleine Sein Werk. Allah bestimmt, erfasst und erschafft alles. Und Allah überlässt diese Schöpfung nicht sich selbst, wie z.B. einen Stein den man ins Rollen bringt und der sich daraufhin einen Weg sucht, sondern Allah bewacht Seine Schöpfung und erschafft täglich aufs Neue. Ohne Pause. Jeder Atemzug eines jeden Einzelnen wird von Allah gesteuert. Wir Menschen sind derart hilflos und machtlos, dass wir uns nicht einmal unseren Geburtstermin aussuchen konnten. Wir können auch nicht unserem Herzen mittels Gedankenkraft befehlen, dass es aufhören soll zu schlagen. Wir können auch nicht entscheiden, fortan ohne Sauerstoff zu leben. Wir können nicht einmal schaffen, den Toilettengang zu unterlassen. Allah erschafft neues Leben oder neue Dinge und lässt wieder andere verschwinden. Die Schöpfung ist als ein fortwährender von Allah bewachter Prozess zu verstehen. Allah ist der Herr über Leben und Tod. Er gibt und Er nimmt. Allah ist der Versorger aller Geschöpfe und Seine Allmacht ist nicht in Frage zu stellen. Und am Jüngsten Tag werden wir nur vor IHM alleine Rechenschaft ablegen, sowie es ER alleine ist, der uns in Seiner Gnade und Huld das Paradies schenken kann, auch ohne dass wir es auch nur in Ansätzen verdient hätten.

Hier geht es zu den anderen Teilen:

Teil 2:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/05/tauhid-al-uluhiyya/

Teil 3:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/ihlaas/

Teil 4:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/dua-bittgebete/

Teil 5:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/ibada/

Teil 6:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/07/taqwa-gottesfurcht/

Teil 7:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/15/tawaqul-das-gottvertrauen/

Teil 8:  https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/19/tauhid-al-asma-wa-s-sifat

Teil 9: https://abduomer9.wordpress.com/2017/01/16/schirk-vielgotterei

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9 Gedanken zu “Vortragsreihe Tauhid Teil 1: Tauhid Ar- Rububbiya

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