Vortragsreihe Tauhid Teil 2: Tauhid Al-Uluhiyya

Die Bezeugung dass Allah der einzige Gott ist (Tauhid Al-Uluhija)

 

Allah, Der Erhabene, sagte: „Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ (Surah Adh-Dhaariyaat 51:56)

Allah, Der Erhabene, sagte: „Und dient Allah und gesellt Ihm nichts bei (in der Anbetung).“ (Surah An-Nisaa 4:36)

Ein Muslim bezeugt, wie eingangs erwähnt, mit seinem Glaubensbekenntnis (Schahada) dass unser Gott ein Einziger ist. Dass Ihm nichts und niemand ebenbürdig ist, niemand an Seiner Macht teilhaben kann und dass Er weder Partner, Mittgötter oder Kinder hat. Diese Erkenntnis für sich selbst zu treffen, ist manchmal gar nicht so einfach, da die Verlockungen um uns herum doch allzu viele sind und die meisten Menschen einen vom Gegenteil überzeugen möchten.  Die Wirren des Satans und seines Gefolges arbeiten sehr hart um den Menschen dazu zu bringen vom Glauben abzufallen im direkten Sinne. Wenn dies aber nicht funktioniert, so im „indirekten“ Sinne. Dieses geschieht dann über den Weg des „Beigesellens“. Eine Falle, in die man manchmal schneller tappt, als es einem lieb ist. Denn auch die Götzenanbeter (Polytheisten), Christen und Juden glauben an einen „höchsten Gott“ oder „Schöpfergott“ oder auch „Vater im Himmel“. Doch sie alle kommen in ihrem Glauben nicht umhin, sich Nebengötter, Gotteskinder oder Vermittler zwischen ihnen und Gott zu suchen. Eine Beigesellung wie sie im Buche steht. Und diese Dinge existieren im Islam nicht. Auch nicht prozentual. Es ist nur EIN Gott, und nur ER ist anbetungswürdig. Er alleine steuert und lenkt alles. Nur ER alleine entscheidet über unser Schicksal und IHM gebührt die alleinige Herrschaft. Allah ist der Herr der Welten, wie Er bereits in der Sura Al- Fatiha verdeutlicht. Und nur ER wird angebetet. Dabei gilt das Gebet direkt Ihm, ohne Vermittler. Nachdem ein Muslim nun die Erkenntnis (durch beobachten der Schöpfung beispielsweise) gewonnen hat, dass es Allah gibt und nur Er anbetungswürdig ist, kehrt er sich von allem ab, was diesen Feststellung verletzen könnte und wendet sich einzig und alleine Allah zu. Ihm soll klar werden, dass es bei der Beziehung zu Allah keines Vermittlers bedarf, der ihn näher zu Allah bringen könnte, oder der „für ihn ein gutes Wort“ bei seinem Herrn einlegt. Allah sagt uns, dass Er uns näher sei, als unsere eigene Halsschlagader. Kann man sich mehr als dies wünschen?

 

„Wir haben ja den Menschen erschaffen und wissen, was (alles ihm) seine Seele einflüstert, und Wir sind ihm doch näher als seine Halsschlagader,“ (Sura 50:16)

Bei der Schöpfung des Menschen war niemand anwesend oder beteiligt. Allah hat alle Seelen alleine erschaffen und wir waren demnach „völlig ungestört“ mit Ihm. Und so, wie wir einst Seine Nähe begehrten und Ihm nah waren, sollten wir es nun auch wieder begehren. Warum nun sollten wir nicht auch hier auf Erden unser Gebet direkt an Ihn richten und unsere Reue direkt an Allah richten. Es ist doch auch alleine Allah, welcher uns die Sünden vergeben kann und es ist einzig und alleine Allah, welcher am jüngsten Tag die Herrschaft hat, und über unser weiteres Schicksal entscheiden wird, gemäß dem, was wir an Taten voraus schickten. Ganz konkret gesagt, verspürt ein jeder auf die ihm eigene Art, dass es etwas geben muss, was über all jenem steht, was wir kennen. Weil alles andere auch eigentlich nur sehr wenig Sinn machen würde. Man könnte sagen, dass der Glaube an einen Schöpfer in irgendeiner Weise angeboren ist. Als Kind hatte man solche Bedenken, wie man sie als Erwachsener hat, nicht. Man ging völlig ungezwungen mit dem Gedanken an einen Gott um. Und im Laufe der Zeit, wenn einen Schicksalsschläge treffen und man unzufriedener wird, mit dem eigenen Leben und dem Weltgeschehen im Allgemeinen, geht dieser ursprüngliche Glaube bei dem meisten verloren. Vielerorts erzieht man seine Kinder regelrecht zum Unglauben und der einstige Instinkt geht verloren oder wird zwanghaft unterdrückt. An Stelle dessen tritt dann der Glaube an des eigenen Glückes Schmied, Glücksbringer, oder auch das weltliche Streben nach Ehre und Reichtum. Diesem Ziel muss sich dann alles andere unterordnen. Doch woran liegt dieses verborgene, unterdrückte „Glauben an etwas“? Die Antwort ist für einen Muslim denkbar einfach. Gott gab diesen Glauben jedem Menschen mit auf den Weg in sein irdisches Dasein. Noch bevor er (der Mensch) das Licht der Welt erblickte und sein Zustand ein rein seelischer war. Wie eine Hilfestellung, ein Anker an dem man sich festhalten kann um nicht verloren zu gehen. Das Licht in den Tiefen der Dunkelheit, welches man ansteuern kann. Und dies in völliger Unabhängigkeit davon, an welchem Ort der Welt man sich gerade aufhält und von welchen Menschen man umgeben ist, oder welchem Geschlecht oder Stamm man angehört. Denn wir alle sind Kinder Adams und haben ein Recht und eine Möglichkeit die Rechtleitung zu finden, wenn wir nur bereit sind, tief genug danach zu graben (in uns selbst). Folgendes finden wir hierzu im Quran:

„“Und als dein Herr aus den Kindern Adams – aus ihren Lenden – ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen gegen sich selbst machte (, indem Er sprach): „“Bin Ich nicht euer Herr?““, sagten sie: „“Doch, wir bezeugen es.““ (Dies ist so,) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: „“Siehe, wir wussten nichts davon.““ (172) „“Oder (damit ihr nicht) sprecht: „“Es waren bloß unsere Väter, die vordem Götzendiener waren; wir aber waren ein Geschlecht nach ihnen. Willst Du uns denn vernichten um dessentwillen, was die Verlogenen taten?““ (173) „Und so machen Wir die Zeichen klar, auf dass sie sich bekehren mögen. (174) (Sure 7 -Die Anhöhen- Ayat 172-174) 

O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Allah ist fürwahr wissend, kundig. ( Sure 49 Die Gemächer; Vers 13 )

In einem authentischen Hadith heißt es: „Jedes Kind wird entsprechend der Fitra geboren. Erst später wird es von seinen Eltern als Jude, Christ oder Feueranbeter erzogen.“ (überliefert von Bukhary, Muslim und Abu Dawud).

Da wir Allah alleine dienen, hat dies Auswirkungen auf unseren Gottesdienst (Ibada). Denn dieser ist im Islam derart ausgelegt, dass wir alles was wir tun, einzig und alleine für Allah tun und alles was wir unterlassen/unternehmen aus den entsprechenden Geboten/Verboten resultiert. Wir sind uns Allahs ständiger Anwesenheit völlig im Klaren und versuchen dementsprechend unseren ganzen Alltag derart auszurichten, dass es Allah wohlgefällig ist. Zum einen aus Liebe zu Allah aber auch aus Respekt vor Allah und Gottesfurcht. Diese Tatsache lässt sich wie folgt näher erläutern und verstehen:

Schaue, wie es weiter geht:

Teil 3:  https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/ihlaas/

Teil 1:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/11/22/tauhid-ar-rububbiya/

Teil 4:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/dua-bittgebete/

Teil 5:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/ibada/

Teil 6:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/07/taqwa-gottesfurcht/

Teil 7:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/15/tawaqul-das-gottvertrauen/

Teil 8: https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/19/tauhid-al-asma-wa-s-sifat

Teil 9: https://abduomer9.wordpress.com/2017/01/16/schirk-vielgoetterei

 

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8 Gedanken zu “Vortragsreihe Tauhid Teil 2: Tauhid Al-Uluhiyya

  1. Pingback: Schirk = Vielgötterei – Islam Kompakt

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