Vortragsreihe Tauhid Teil 6: Taqwa = Gottesfurcht

Punkt vier: Gottesfurcht (Taqwa)

In dieser Welt gibt es nichts, was größer, stärker, besser und mächtiger ist als Allah. Denn Allah ist der Schöpfer von allem, sei es sichtbar oder unsichtbar, vergangen oder künftig. Eine der schönsten Lobpreisungen, die ein Muslim sagen kann, ist der folgende Satz:

La haula wa la quwata ila billah. Das heißt: Es gibt keine Macht und keine Kraft außer Allah

Diese Aussage ist einfach wunderbar. Liebe Schwestern und Brüder. Diesen Satz müsst ihr verinnerlichen und verstehen. Es gibt keine Macht und keine Kraft außer Allah. Dieses ist eine Wahrheit. Die Bedeutung dieses Satzes kann einem sehr viel Trost spenden, denn wenn man daran wirklich glaubt und daran festhält, dann nimmt es einem die Angst vor den Menschen, es hilft einem, nicht mehr zu sehr am Diesseits, welches sowieso vergänglich ist, zu hängen. Denn man fürchtet dann Allah mehr als den Menschen. Die Konsequenzen, die man für sein Handeln zu tragen hat, kommen letztlich von Allah. Und da Allah jener mit der größten und einzig wahren Macht ist, wird ein Mensch jemandem nur dann schaden können, wenn Allah es so für einen bestimmt hat. Es ist nicht nötig, vor einem Menschen Angst zu haben, denn Allah ist definitiv stärker als er oder sie. Man kann seine Meinung sagen, sich wehren und für das eigene Recht und die Rechte anderer kämpfen und einstehen.

Nichts und niemand außer Allah muss und darf gefürchtet werden. Furcht nicht im Sinne von Panik, sondern Furcht im Sinne von Demut und der festen Überzeugung und Klarheit, dass Allah zu jeder Zeit fähig ist, einen für begangene Sünden oder den Ungehorsam gegenüber Allahs Gesetzten zu strafen. Und genauso ist Allah fähig, im Falle der Reue, zu vergeben. Es ist Allah alleine, der entscheidet wann Er straft und wann Er vergibt. Doch hierbei ist Er nicht willkürlich. Da Allah sowohl der Gerechte als auch der Allerbarmer ist. Allah gab den Menschen verschiedenste Versprechen mit auf den Weg und auch Verhaltensweisen, welche bei Einhaltung derselben zu Allahs Vergebung führen. So ist zum Beispiel die Reue eines der Tore zur Vergebung.

Anas, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Ich hörte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagen: „>Allah der Hocherhabene sprach: > O Sohn Adams, solange du mich anrufst und anflehst, vergebe ich dir, was du begangen hast, ohne dass ich vor etwas scheue. O Sohn Adams, wenn auch deine Sünden so viel wie die Himmelshöhe wären, und du Mich um Vergebung bittest, so werde ich dir vergeben. O Sohn Adams, wenn du zu Mir Vollbeladen mit Sünden gleich der ganzen Erde kämst, und Mir keinen anderen beigesellst, komme Ich dir Vollbeladen mit Vergebung gleich der ganzen Erde entgegen. >>“                        (At-Tirmithi/Ahmad)

Das Sprechen bestimmter Worte erwirkt Vergebung, gute Taten löschen die Schlechten aus, das Gebet löscht ebenfalls die Sünden aus, die Pilgerfahrt nach Mekka, und vieles vieles mehr, was man tun kann, um Allahs Gunst und Seine Vergebung zu erlangen. Doch hierbei ist immer die absolute Aufrichtigkeit des Herzens und die entsprechende Demut und Gottesfurcht zu nennen. Allah kennt uns besser, als wir uns selbst kennen und somit weiß Er auch, wann wir es ehrlich meinen. Da wir Menschen die Angewohnheit haben, uns selbst zu belügen, wissen wir also manchmal selbst nicht so genau, ob unsere Reue und Gottesfurcht (Taqwa) aufrichtig genug war, um Allah zu erreichen. Daher ist Gottesfurcht und Demut vor Allah durchaus angebracht und das Leben sollte nicht zu sehr auf die leichte Schulter genommen werden. Zumal man niemals vorhersagen kann, wann einen die Stunde des Todes treffen wird, und ob Allah einem noch die zeitliche Gelegenheit zur Reue gewähren wird. Alles auf dieser Welt unterliegt dem Willen Allahs und diese Überzeugung drückt man auch durch Taqwa aus, da ein Muslim sich diesem Willen völlig unterwirft. Daher steht es fest, dass man nicht versuchen sollte, den Zorn Allahs herauszufordern. Er hat Regeln und Gesetze nicht nur zum Spaß erhoben, sondern weil sie einen Sinn ergeben und gut für uns und die Gesellschaft sind. Ähnlich, wie bei einem Familiengefüge mit mehreren Menschen. Dort kann nicht jeder tun und lassen, was er möchte. Dies wäre egoistisch und gemein den anderen gegenüber. Unter Umständen schadet man sich selbst oder der Familie. Es kann Unfrieden geben. Daher sollte Respekt und Liebe, sowie Hilfsbereitschaft und Anteilahme vorherrschen. So ist es auch mit der Gemeinschaft der Muslime und ihren Mitmenschen, da wir doch alle Kinder Adams sind. Also sollte man aus Liebe zu Allah, diese Regeln einhalten und danach leben.  Letztlich bewahrt uns aber die Furcht vor Allah vor Fehlern und Übertretungen. Und zwar weil wir die Konsequenzen fürchten, beispielsweise die Hölle. Dieses wunderbare Gleichgewicht zwischen Liebe und Furcht ist nur im Islam anzutreffen. Ein Muslim liebt Allah mit ganzem Herzen und vergisst dabei nicht die Demut und die Reue, um sich vor Allahs Zorn zu schützen. Ähnlich wie bei einem Kind, welches sich der Liebe seiner Eltern bewusst ist, und welches seine Eltern liebt. Doch das Kind weiß, wenn es etwas anstellt, dann werden Mama und Papa auch mal sehr wütend. Es sei denn, es entschuldigt sich. In manch einer Religion wird der Zorn Gottes einfach nicht erwähnt. Es wird immer nur vom lieben Gott geredet. Auf diese Weise wird der Mensch aber nicht vorgewarnt, sondern man betrügt sich selbst, und auf diese Weise, kann man sich auch nicht vor der Hölle schützen. Die Hölle einfach zu verleugnen, ändert nichts an der Tatsache, dass sie existiert. Doch der Zorn Allahs kann sehr groß sein, wie man z.B. an dem Volke Nohas sehen kann. Sein Volk wurde in Folge ihres Unglaubens vernichtet. Allah kann, wenn Er es wünscht, sehr hart strafen. Ein Zeichen Seiner Macht, denn Allahs Macht ist allumfassend. Er zerstört und Er erhält was immer Er will, denn all dies ist Sein Eigentum und Seine Schöpfung. Alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten!

Teil 1:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/11/22/tauhid-ar-rububbiya/

Teil 2:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/05/tauhid-al-uluhiyya/

Teil 3:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/ihlaas/

Teil 4:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/dua-bittgebete/

Teil 5:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/06/ibada/

Teil 7:   https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/15/tawaqul-das-gottvertrauen/

Teil 8: https://abduomer9.wordpress.com/2016/12/19/tauhid-al-asma-wa-s-sifat

Teil 9: https://abduomer9.wordpress.com/2017/01/16/schirk-vielgoetterei

 

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8 Gedanken zu “Vortragsreihe Tauhid Teil 6: Taqwa = Gottesfurcht

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